Zimmer 1204: Eine Nacht ohne Schicksal
Von Tonkix

**Zimmer 1204: Eine Nacht ohne Schicksal**
Die Lobby des *Grand Hotel Excelsior* atmete die gleiche klimatisierte Luft wie immer, diese künstliche Kühle, die den erschöpften Körpern Erleichterung versprach, in Wahrheit aber nur die Last des Tages kaschierte. Das goldene Licht der Kristalllüster spiegelte sich im polierten Marmorboden und schuf ein Spiel aus Schatten und Glanz, das unter den eiligen Schritten der Gäste tanzte. Das gedämpfte Murmeln der Gespräche, das gelegentliche Klirren von Gläsern an der Bar zur Linken, der zarte Duft von Jasmin, vermischt mit dem erdigen Aroma frisch gebrühten Kaffees – all das trug zur Illusion eines Zufluchtsorts bei, eines Ortes, an dem die Welt da draußen nicht mehr existierte.
Clara rückte den Riemen ihrer italienischen Ledertasche auf der Schulter zurecht, die Finger noch kribbelnd vom langen Festhalten am Lenkrad des Taxis. Der Verkehr in São Paulo war wie immer gnadenlos gewesen, und die drei aufeinanderfolgenden Meetings hatten eine dünne Schicht Müdigkeit auf ihrer Haut hinterlassen – jene Erschöpfung, die sich nicht mit einer Dusche oder einer Nacht Schlaf vertreiben ließ, sondern sich in die Knochen fraß. Sie strich sich über das dunkle Haar, das zu einem makellosen tiefen Dutt gebunden war, und spürte das Gewicht der Perlenohrringe in ihren Ohren – kleine Details, die sie in der Version ihrer selbst verankerten, die sie der Welt präsentierte. Die Managerin. Die Frau, die nicht wankte, die keine Fehler machte, die jedes Wort in eine Tauschmünze verwandelte.
Der Rezeptionist, ein junger Mann mit aufmerksamen Augen und professionellem Lächeln, tippte etwas in den Computer, bevor er aufblickte.
— Guten Abend, Frau Vasconcelos. Ihr Zimmer ist bereit, wie gewünscht. Das 1204.
— Danke, Rodrigo. — Ihre Stimme war leise, kontrolliert, aber nicht kalt. Es lag eine Wärme darin, zurückgehalten, als würde jede Silbe sorgfältig abgewogen, um nicht mehr preiszugeben als nötig.
— Der Privatfahrstuhl steht Ihnen zur Verfügung, oder möchten Sie über den öffentlichen Bereich nach oben fahren?
Clara zögerte für eine Sekunde. Der Privatfahrstuhl war verlockend – ohne Stopps, ohne neugierige Blicke, ohne die Möglichkeit, jemandem zu begegnen, den sie kannte. Doch etwas in ihr, vielleicht die Müdigkeit, vielleicht das Bedürfnis, sich noch ein paar Minuten als Teil der Welt zu fühlen, ließ sie den Kopf schütteln.
— Ich nehme den öffentlichen. Danke.
Rodrigo nickte und reichte ihr die Magnetkarte, wobei seine Finger leicht die ihren streiften. Eine flüchtige Berührung, fast unmerklich, aber genug, um die glatte Textur des Plastiks und das leichte Kribbeln zu registrieren, das ihre Hand durchlief. Sie trat sich zurück, bevor sie zu viel über die Geste nachdenken konnte, die hohen Absätze klackerten auf dem Marmor, während sie sich zu den Aufzügen begab.
Auf der anderen Seite der Lobby beobachtete Daniel die Szene mit einem trägen Lächeln, als wäre die Welt ein Film, den er mit mäßigem Interesse verfolgte. Er war vor zehn Minuten angekommen, gerade genug Zeit, um seine Segeltuchtasche an der Rezeption abzugeben und ein paar Worte mit der Angestellten zu wechseln, einer Frau mit feuerrotem Haar und leichtem Lachen. Es war nicht sein erster Check-in in diesem Hotel – tatsächlich kannte er bereits die Hälfte des Personals beim Namen –, doch an diesem Abend war etwas anders. Vielleicht lag es an der Art, wie das Licht des Lüsters auf den Tresen fiel, oder am Duft von Lavendel aus den Blumenarrangements, oder einfach daran, dass er zum ersten Mal seit Monaten am nächsten Tag keine Verpflichtungen hatte.
— Daniel Costa, Zimmer 1210 — sagte die Rezeptionistin und reichte ihm den Schlüssel mit einem Lächeln, das mehr als nur Professionalität andeutete. — Ich hoffe, Ihnen gefällt die Aussicht.
— Ach, die Aussicht gefällt mir immer — antwortete er und zwinkerte ihr zu. Die Frau lachte, und Daniel trat zurück, bevor sie seine Bemerkung falsch verstehen konnte.
Er rückte den Riemen der Tasche auf der Schulter zurecht, die Armmuskeln bewegten sich unter dem leicht zerknitterten Leinenhemd. Der helle Stoff kontrastierte mit der gebräunten Haut, die von kleinen Narben gezeichnet war – eine am linken Unterarm, eine andere nahe dem Schlüsselbein –, Erinnerungen an Reisen, Baustellen und Nächte, in denen die Müdigkeit ihn unvorsichtig gemacht hatte. Das braune Haar, etwas länger als konventionell, fiel in unordentlichen Wellen über die Stirn, und der Dreitagebart verlieh ihm den Anschein, als kümmere er sich nicht um Regeln, doch irgendwie kam er immer ungeschoren davon.
Die Aufzüge waren fast leer, als er eintrat, doch der Raum wirkte kleiner als sonst. Vielleicht lag es an den Spiegeln der Türen, die sein schlankes, hochgewachsenes Spiegelbild vervielfachten, oder vielleicht am Duft, der in der Luft schwebte – etwas Blumiges mit einer Note Vanille, das nicht ihm gehörte. Er atmete tief ein, spürte, wie sich der Duft mit dem Ledergeruch seiner Tasche und dem leichten Schweiß auf seiner Haut vermischte, der trotz der schnellen Dusche am Flughafen noch spürbar war.
Die Türen begannen sich zu schließen, doch eine schnelle Bewegung von Händen hielt sie auf. Eine Frau trat ein, und der Raum schien noch enger zu werden.
Clara.
Sie blickte ihn nicht sofort an, doch Daniel erkannte sie sofort. Nicht an der Kleidung – obwohl das makellose graue Kostüm und die cremefarbene Seidenbluse unverkennbar waren –, sondern an der Haltung. Die Art, wie sie sich aufrecht hielt, als würde eine unsichtbare Linie sie nach oben ziehen, als wäre die ganze Welt eine Bühne und sie die einzige Schauspielerin, die ihre Rolle auswendig kannte. Ihre dunklen, tiefen Augen richteten sich auf das Stockwerkdisplay, als wäre die bloße Anwesenheit einer anderen Person im Aufzug ein irrelevantes Detail.
Daniel lächelte in sich hinein. Er mochte Frauen wie sie. Diejenigen, die Gleichgültigkeit vortäuschten, die sich hinter Schichten von Professionalität versteckten, die im Grunde genauso hungrig nach etwas Echtem waren wie er.
— Guten Abend — sagte er, die Stimme leise, aber nicht geflüstert.
Clara drehte langsam den Kopf, als würde jede Bewegung eine berechnete Anstrengung erfordern. Ihre Augen trafen die seinen, und für einen Moment hatte Daniel den Eindruck, dass sie ihn abschätzte, wog, entschied, ob es sich lohnte zu antworten. Dann krümmte sich ein fast unmerkliches Lächeln um ihre Lippen.
— Guten Abend.
Der Aufzug begann zu steigen, und die Stille zwischen ihnen dehnte sich aus, erfüllt nur vom leisen Summen des Motors und dem sanften Knarren der Kabel. Daniel beobachtete Clara aus dem Augenwinkel, bemerkte, wie sie die Tasche mit beiden Händen umklammerte, als wäre sie ein Rettungsanker, und wie die langen, gepflegten Finger leicht das Leder drückten. Da war etwas Verletzliches an ihr, etwas, das sie der Welt nicht zeigte. Er fragte sich, was passieren würde, wenn er die Hand ausstreckte und ihren Handrücken berührte, nur um zu sehen, ob sie zurückweichen würde.
Doch er tat es nicht.
Stattdessen lehnte er sich leicht zurück, stützte sich an der Aufzugwand ab und verschränkte die Arme.
— Gerade angekommen? — fragte er, als wäre das Gespräch das Natürlichste der Welt.
Clara zögerte, antwortete dann aber.
— Ja. Nach einem… langen Tag.
— Ich auch. — Daniel lächelte. — Meetings?
— Unter anderem.
— Ah, die *anderen Dinge*. Immer die schlimmsten.
Sie lächelte fast. Fast. Doch der Aufzug hielt im zwölften Stock, und die Türen öffneten sich mit einem sanften *Ding*.
Daniel deutete an, dass sie zuerst aussteigen sollte, und Clara ging an ihm vorbei, ihr Duft – derselbe, blumig und süß – blieb in der Luft wie ein Versprechen. Er folgte ihr, die Schritte lautlos auf dem dicken Teppich des Flurs.
— Welches Zimmer? — fragte er, obwohl er bereits wusste, dass es in der Nähe seines sein würde.
— 1204.
— Ich bin im 1210. — Er zeigte zum Ende des Flurs, wo ein Schild die Richtung der Zimmer anzeigte. — Nachbarn.
Clara nickte, sagte aber nichts. Ihre Absätze klackerten im gleichmäßigen Rhythmus auf dem Boden, und Daniel begleitete sie, spürte das Gewicht dieser Nähe. Der Flur war schmal, beleuchtet von indirektem Licht, das ein Spiel aus Schatten an den beigen Wänden erzeugte. Es lag etwas Intimes in diesem Raum, als hätte die Welt da draußen aufgehört zu existieren, sobald sich die Aufzugtüren geschlossen hatten.
Sie blieben vor ihrem Zimmer stehen. Clara holte die Magnetkarte aus der Tasche mit präzisen Bewegungen, doch ihre Finger zitterten leicht. Daniel beobachtete fasziniert, wie sie versuchte, die Karte in das Schloss zu stecken. Der erste Versuch scheiterte. Der zweite auch.
— Lass mich helfen — bot er an und streckte die Hand aus.
— Nicht nötig — antwortete sie zu schnell.
Doch die Karte ging nicht hinein. Und dann, ohne dass sie es verhindern konnte, streiften seine Fingerspitzen die ihren, als er die Karte aus ihrer Hand nahm. Eine flüchtige Berührung, fast zufällig, doch genug, um die Hitze zu spüren, die sich zwischen ihnen ausbreitete.
— Manchmal sind sie störrisch — murmelte Daniel, drehte die Karte in die richtige Richtung. Das grüne Licht blinkte, und die Tür öffnete sich mit einem sanften Klicken.
Clara rührte sich nicht. Sie blickte ihn an, die dunklen Augen jetzt weiter geöffnet, als wäre sie überrascht von ihrer eigenen Reaktion auf die Berührung. Daniel hielt ihrem Blick stand, spürte das Gewicht dieser stummen Verbindung. Er hätte sich hier verabschieden können. Hätte ihr eine gute Nacht wünschen und zu seinem Zimmer gehen können. Doch etwas hielt ihn zurück.
— Gehst du noch einen Drink an der Bar trinken? — fragte er, die Stimme leise, fast beiläufig.
Sie zögerte. Für eine Sekunde dachte er, sie würde nein sagen. Dass sie sich zurückziehen würde, wie immer, in die Sicherheit des Zimmers, der Stille, der selbstgewählten Einsamkeit. Doch dann atmete sie tief durch.
— Vielleicht.
Und damit betrat sie das Zimmer und ließ die Tür einen Spalt offen.
Daniel lächelte in sich hinein, spürte, wie sein Herz ein wenig schneller schlug.
Die Nacht hatte gerade erst begonnen.
Der Aufzug stieg mit der Langsamkeit eines zurückgehaltenen Seufzers, das Summen der Metallkabel gedämpft durch die gepolsterte Verkleidung der Wände. Clara rückte den Riemen ihrer Tasche auf der Schulter zurecht, spürte die Last des Tages noch auf ihrer Haut – die Klimaanlage der Büros, der kalte Kaffee in den Pappbechern, die Stimmen, die in ihrem Kopf widerhallten wie ein Chor von Forderungen. Sie drückte den Knopf für den zwölften Stock ein zweites Mal, als könnte das die Maschine beschleunigen. Die Tür schloss sich mit einem sanften *Klang*, und sie war allein, bis auf einen Mann, der im letzten Moment hereinglitt, gerade als sich die Türen schließen wollten.
Daniel.
Er blickte sie nicht sofort an. Stattdessen beugte er sich leicht vor, als würde er die Stockwerkanzeige überprüfen, und Clara nutzte die Gelegenheit, ihn unbemerkt zu beobachten. Seine Finger waren lang, die Nägel kurz und sauber, die Hand stützte sich mit einer Natürlichkeit am Metallgeländer ab, die Selbstsicherheit verriet. Das Businesshemd in einem verblassten Blau, das zu seinen Augen passte, war leicht zerknittert an den Schultern, als hätte er stundenlang in Meetings oder vielleicht im Flugzeug gesessen. Sein Duft erreichte sie – eine Mischung aus Zitrusseife und etwas Wärmerem, wie Leder oder verbranntes Holz. Clara spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog.
Er war es, der das Schweigen zuerst brach.
— Auch zwölfter Stock? — Die Stimme war tief, ein wenig rau, als hätte er zu viel geredet oder vielleicht zu wenig.
Clara nickte, überrascht vom Klang ihrer eigenen Stimme, als sie antwortete:
— Ja. Zimmer 1204.
Daniel lächelte, ein Mundwinkel hob sich mehr als der andere, und etwas an diesem Lächeln – ungezwungen, fast verschwörerisch – ließ die Luft zwischen ihnen dichter werden.
— 1208 — sagte er. — Fast Nachbarn.
Der Aufzug hielt im neunten Stock, und die Türen öffneten sich für ein älteres Paar, das laut über das Abendessen sprach. Clara trat instinktiv zurück, lehnte sich an die gegenüberliegende Wand, und Daniel tat es ihr gleich, schuf einen minimalen Abstand zwischen ihnen. Doch der Aufzug war klein, und als das Paar eintrat, drang der Duft der Frau – blumig, zu süß – in den Raum und vermischte sich mit Daniels Aroma auf eine Weise, die Clara schwindelig werden ließ. Sie hielt für einen Moment den Atem an, beobachtete die Hände des Mannes neben ihr. Er trommelte mit den Fingern auf das Geländer, eine abwesende Geste, doch als der Aufzug wieder anfuhr, streifte der Handrücken leicht ihren Arm.
Es war eine fast unmerkliche Berührung. Ein Unfall. Doch Clara spürte, wie ihre Haut dort kribbelte, wo er sie berührt hatte, als wäre ein elektrischer Strom durch ihren Körper gefahren. Sie blickte ihn an, erwartete, dass er wegsehen würde, doch Daniel erwiderte ihren Blick, die blauen Augen auf ihre gerichtet mit einer Intensität, die ihr den Atem raubte. Für einen Moment rührte sich keiner von beiden. Der Aufzug setzte seinen langsamen Aufstieg fort, das ältere Paar ahnungslos gegenüber der Spannung, die sich zwischen den beiden Fremden aufgebaut hatte.
— Bist du immer so still? — fragte Daniel, die Stimme leise genug, dass nur sie es hören konnte.
Clara spürte, wie ihr das Blut in die Wangen schoss.
— Nur wenn ich müde bin.
— Oder wenn du nervös bist.
Sie antwortete nicht. Musste sie auch nicht. Sein Lächeln wurde breiter, als hätte er ein Geheimnis entdeckt, und Clara erwiderte es wider Willen. Es war ein schüchternes, fast unwillkürliches Lächeln, und als er sich ein wenig näherte – gerade genug, dass die Wärme seines Körpers gegen ihren strahlte –, wich sie nicht zurück.
— Nervös, warum? — murmelte er und beugte sich leicht vor, als würde er einen Witz erzählen.
Clara schluckte. Der Aufzug hielt erneut, diesmal im elften Stock, und die Türen öffneten sich zu einem leeren Flur. Das ältere Paar stieg aus und ließ sie allein zurück. Das folgende Schweigen war ohrenbetäubend.
— Ich weiß nicht — gab sie schließlich zu. — Vielleicht, weil ich normalerweise nicht mit Fremden in Aufzügen rede.
— Fremde? — Daniel hob eine Augenbraue. — Ich dachte, wir hätten diese Phase schon hinter uns. Immerhin teilen wir uns denselben Stock.
Clara lachte, ein leiser, unerwarteter Laut, der im engen Raum widerhallte. Daniel beobachtete sie mit einem Ausdruck, den sie nicht deuten konnte – Neugier vielleicht oder etwas Gefährlicheres.
— Also gut — sagte sie und gab nach. — Dann sind wir keine Fremden mehr.
— Ausgezeichnet. — Er streckte die Hand aus, als würden sie einen Deal besiegeln. — Daniel.
Clara zögerte eine Sekunde, bevor sie einschlug. Seine Handfläche war warm, die Finger schlossen sich fest um ihre und lösten ein Kribbeln aus, das ihr den Rücken hinaufkroch.
— Clara.
Der Aufzug erreichte den zwölften Stock mit einem sanften *Ding*. Die Türen öffneten sich und enthüllten den Flur, beleuchtet von einem bernsteinfarbenen Licht, die Wände mit einem dezenten Tapetenmuster versehen, die Zimmernummern in Gold glänzend. Clara ließ Daniels Hand los und trat zuerst hinaus, die Absätze versanken im dicken Teppich. Sie spürte seinen Blick im Rücken wie eine physische Präsenz, und als sie sich umdrehte, um sich zu verabschieden, stieß sie fast mit ihm zusammen.
— Entschuldige — murmelte sie und trat einen Schritt zurück.
— Keine Entschuldigung nötig. — Daniel lächelte, wich aber nicht zurück. Stattdessen beugte er sich leicht vor, als würde er ein Geheimnis teilen. — Ich glaube, du hast etwas fallen lassen.
Clara runzelte die Stirn und blickte zu Boden. Und dann sah sie es: den Zimmerschlüssel, die Magnetkarte glänzte auf dem dunklen Teppich. Sie bückte sich, um sie aufzuheben, doch Daniel war schneller und ging gleichzeitig in die Hocke. Ihre Finger berührten sich erneut, diesmal intensiver, und Clara spürte die Hitze seiner Haut an ihrer.
— Ich nehme sie — sagte sie, die Stimme ein wenig atemlos.
— Ich helfe. — Er ließ die Karte nicht los.
Für einen Moment rührte sich keiner von beiden. Clara konnte ihren eigenen Atem hören, zu schnell, während Daniel sie mit einem Ausdruck beobachtete, der eine Mischung aus Belustigung und etwas Dunklerem, Dringlicherem war. Dann stand er langsam auf und zog sie mit sich. Die Bewegung brachte sie ihm sehr nahe, ihre Körper berührten sich fast, und Clara roch erneut seinen Duft – stärker jetzt, vermischt mit der Wärme seines Körpers.
— Danke — murmelte sie schließlich und nahm die Karte zurück.
— Gern geschehen. — Daniel trat nicht zurück. — Verlierst du immer so deine Sachen?
Clara lachte, doch der Laut klang zittrig.
— Nur wenn ich abgelenkt bin.
— Und was hat dich diesmal abgelenkt?
Sie antwortete nicht. Musste sie auch nicht. Seine Augen glitten für einen Moment zu ihrem Mund, und Clara spürte, wie ihr Herz so heftig schlug, dass sie sicher war, er könnte es hören.
— Gute Nacht, Clara — sagte er schließlich und trat einen Schritt zurück.
— Gute Nacht, Daniel.
Er drehte sich um und ging den Flur entlang, die Schritte fest, das Hemd klebte an seinen breiten Schultern. Clara beobachtete ihn, bis er um die Ecke verschwand, dann atmete sie tief durch und blickte auf die Karte in ihrer Hand. Das grüne Licht blinkte, als sie sie ins Schloss steckte, doch die Tür öffnete sich nicht.
Sie versuchte es erneut.
Nichts.
Mit einem Seufzer drehte sie sich zum Flur um, in der Erwartung, Daniel bereits in seinem Zimmer zu sehen. Doch er stand noch da, lehnte an der gegenüberliegenden Wand, die Arme verschränkt, und beobachtete sie mit einem Lächeln, das sagte: *Ich wusste, dass das passieren würde*.
Clara spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss.
Und dann, ohne ein Wort, trat er wieder näher.
Daniel bewegte sich nicht sofort. Er blieb stehen, nur wenige Schritte von ihr entfernt, der Körper noch in Richtung des Flurs gewandt, als würde er zögern, ob er weitergehen oder zurückkehren sollte. Die Luft zwischen ihnen schien dichter, aufgeladen mit dem Gewicht dieser unbeantworteten Frage – *Was hat dich diesmal abgelenkt?* – und der Art, wie seine Augen über ihren Mund gewandert waren, als wüsste er die Antwort bereits.
Clara drückte die Schlüsselkarte zwischen den Fingern, spürte, wie sich das dünne Plastik in ihre feuchte Haut presste. Das grüne Licht blinkte erneut, beharrlich, doch die Tür blieb verschlossen. Ein Seufzer entwich ihren Lippen, vermischt mit einem nervösen Lachen.
— Muss defekt sein — murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu ihm.
Doch Daniel kam bereits näher, die Schritte langsam, bedacht. Sein Duft – etwas Zitrusartiges mit einem Hauch von Gewürzen – erreichte sie, noch bevor er nah genug war, dass sich ihre Schultern fast berührten.
— Lass mich mal sehen — sagte er, die Stimme leise, fast ein Flüstern.
Clara zögerte. Es war nicht nötig. Sie hätte die Rezeption anrufen und warten können, bis jemand mit einem Ersatzschlüssel hochkam. Doch die Vorstellung, allein im Flur zu stehen, während er sich entfernte, schien unerträglich. Also streckte sie ihm schweigend die Karte entgegen.
Daniel nahm sie, doch seine Finger streiften die ihren einen Moment länger als nötig. Eine leichte Berührung, fast unmerklich, doch genug, um ihren Atem stocken zu lassen. Er betrachtete die Karte, drehte sie zwischen den Fingern, als würde er nach einem sichtbaren Defekt suchen.
— Manchmal entmagnetisieren sie sich — bemerkte er beiläufig, als wäre er sich nicht bewusst, wie ihr Körper auf seine Nähe reagierte. — Vor allem, wenn sie in der Nähe des Handys liegen.
Clara nickte, konnte aber nicht antworten. Sie war zu sehr damit beschäftigt, die Art zu beobachten, wie sich die Muskeln seines Unterarms unter der gebräunten Haut bewegten, wie das Hemd sich an seine breiten Schultern schmiegte, als er die Karte ins Licht hielt.
— Ich versuche es nochmal — sagte er und beugte sich leicht vor, um die Karte ins Schloss zu stecken.
Ihre Körper berührten sich fast. Clara spürte die Hitze, die von ihm ausging, vermischt mit dem Duft der Seife, die er nach dem Duschen benutzt haben musste. Ein sauberer, männlicher Geruch, der sie daran denken ließ, wie es wäre, das Gesicht an seinen Hals zu pressen und tief einzuatmen.
Das grüne Licht blinkte. Nichts.
— Verdammt — murmelte er, doch seine Stimme klang belustigt.
— Ich kann runtergehen und einen neuen holen.
— Oder… — Daniel drehte sich zu ihr um, die dunklen Augen funkelten mit etwas, das Clara nicht deuten konnte. — Oder ich kann gegen die Tür klopfen. Manchmal funktioniert das.
Sie runzelte die Stirn.
— Gegen die Tür klopfen?
— Ja. Mit Kraft. — Er hob die Hand, um es zu demonstrieren. — Der Aufprall kann den Mechanismus entriegeln.
Clara lachte ungläubig.
— Das erfindest du gerade.
— Nein, wirklich nicht. — Er zuckte mit den Schultern, das Lächeln wurde breiter. — Ist mir schon passiert. In einem Hotel in Buenos Aires.
— Und hat es funktioniert?
— Hat es. — Er trat noch näher, bis sich ihre Schuhe fast berührten. — Aber ich war allein. Da war niemand, der es hätte mitbekommen.
Der Ton war leicht, doch die Intensität in seinem Blick ließ keinen Zweifel: Er sprach nicht nur von der Tür.
Clara spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Der Flur schien plötzlich enger, die Wände rückten näher. Sie hätte zurückweichen sollen. Hätte darauf bestehen sollen, zur Rezeption zu gehen. Doch ihre Füße bewegten sich nicht.
— Also gut — sagte sie schließlich. — Versuchen wir es.
Daniel nickte, trat aber nicht zurück. Stattdessen hob er langsam die Hand, als würde er ihr Zeit geben, auszuweichen. Doch Clara wich nicht. Sie blieb stehen, regungslos, während seine Knöchel leicht ihre Schulter streiften, bevor er sich abwandte, um gegen die Tür zu klopfen.
*Tock. Tock. Tock.*
Der Klang hallte im stillen Flur wider, zu laut. Clara hielt den Atem an.
Nichts.
Daniel klopfte erneut, diesmal fester. *Tock. Tock. Tock.*
Und dann, mit einem sanften Klicken, öffnete sich die Tür.
— Siehst du? — sagte er und drehte sich zu ihr um, mit einem triumphierenden Lächeln. — Es funktioniert wirklich.
Clara lachte, erleichtert und gleichzeitig frustriert. Erleichtert, weil sie nicht hinuntergehen und die peinliche Situation erklären musste, dass sie sich selbst ausgesperrt hatte. Frustriert, weil nun, da die Tür offen war, keine Ausrede mehr bestand, dass er blieb.
— Danke — sagte sie und streckte die Hand nach der Karte aus.
Doch Daniel ließ sie nicht sofort los. Stattdessen schlossen sich seine Finger für einen Moment um ihre, bevor er sie freigab.
— Gern geschehen — murmelte er.
Die Luft zwischen ihnen war aufgeladen. Clara spürte das Gewicht seines Blicks auf ihrem Gesicht, wie er über ihre Lippen glitt, den Schwung ihres Halses hinab, als würde er sich jedes Detail einprägen. Sie hätte eintreten sollen. Hätte die Tür schließen und diese Nacht beenden sollen, bevor etwas passierte.
Doch dann trat Daniel einen Schritt vor, verringerte den Abstand zwischen ihnen noch mehr.
— Clara — sagte er, die Stimme rau.
Sie antwortete nicht. Konnte es nicht. Hob nur die Augen, um seinen Blick zu erwidern, und in diesem Moment wusste sie, dass sie verloren war.
Er beugte sich vor, langsam, gab ihr Zeit, zurückzuweichen. Doch sie wich nicht. Stattdessen neigte auch sie sich vor, die Lippen leicht geöffnet, der ganze Körper vibrierte in Erwartung der Berührung.
Und dann, als ihre Münder nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren, öffnete sich die Tür des Nachbarzimmers mit einem Knall.
— *Verdammt, was ist das für ein Lärm?* — brummte eine männliche Stimme, laut und gereizt.
Clara zuckte zurück, das Herz schlug ihr bis zum Hals, während ein Mann mittleren Alters im Flur erschien, nur mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt.
— Entschuldigung — stammelte sie, das Gesicht brannte. — Es war… ein Unfall.
Der Mann murmelte etwas Unverständliches und schlug die Tür mit Wucht zu.
Die Stille kehrte zurück, doch der Zauber des Moments war gebrochen. Clara blickte Daniel an, beschämt, erwartete, dass er über die Situation lachte. Doch er lachte nicht. Sein Blick war noch immer auf sie gerichtet, dunkel und intensiv, als hätte sich nichts geändert.
— Ich glaube, ich sollte gehen — sagte sie mit zitternder Stimme.
Daniel nickte, bewegte sich aber nicht.
— Ja — stimmte er schließlich zu. — Das wäre besser.
Doch keiner von beiden machte Anstalten, sich zu entfernen.
Clara atmete tief durch, versuchte, das Verlangen ihres Körpers nach seiner Berührung zu ignorieren.
— Gute Nacht, Daniel.
— Gute Nacht, Clara.
Sie betrat das Zimmer und schloss die Tür hinter sich, hörte aber nicht, wie sich seine Schritte entfernten. Sie blieb stehen, lehnte sich an das kühle Holz und lauschte der Stille des Flurs, stellte sich vor, ob er noch auf der anderen Seite stand.
Und dann, als sie sich gerade abwenden wollte, hörte sie ein leises *Klopfen* an der Tür.
Ihr Herz setzte einen Schlag aus.
Langsam öffnete sie einen Spalt.
Daniel stand da, die Schlüsselkarte in der Hand.
— Die ist dir runtergefallen — sagte er und hielt sie ihr hin.
Clara blickte auf die Karte, dann zu ihm. Und dann, ohne ein Wort, nahm sie sie.
Doch als sie die Tür schließen wollte, legte Daniel die Hand auf das Holz und hielt sie auf.
— Clara — sagte er, die Stimme leise, drängend.
Sie blickte ihn an, die Lippen leicht geöffnet, die Brust hob und senkte sich zu schnell.
Und dann, bevor sie nachdenken konnte, beugte er sich vor und küsste sie.
Der Aufzug fuhr schweigend nach oben, die goldenen Lichter der Stockwerke blinkten im Display wie Sternschnuppen. Clara spürte das Gewicht von Daniels Blick auf sich, heiß wie eine Berührung, selbst ohne sie zu berühren. Er stand zu nah – nah genug, um den Duft seines Parfüms wahrzunehmen, etwas Holziges mit einer Zitrusnote, vermischt mit dem leichten Hauch von Whisky, der noch zwischen ihnen hing. Seine Hand streifte ihre, als er den Knopf für den zwölften Stock drückte, und sie wich nicht zurück.
— Übernachtest du immer in solchen Hotels? — fragte er, die Stimme leise, fast intim, als würden sie ein Geheimnis teilen.
— Wie, *solchen*? — erwiderte sie, ohne ihn anzusehen, die Finger um den Riemen ihrer Tasche geklammert.
— So… elegant. — Er lächelte und lehnte sich leicht zu ihr. — Oder ist das nur, um Kunden zu beeindrucken?
Clara lachte, ein sanfter Laut, der seine Brust zusammenzog.
— Kunden zu beeindrucken gehört zum Job. — Sie blickte ihn endlich an, die grünen Augen funkelten im künstlichen Licht. — Aber nicht deshalb wähle ich solche Hotels.
— Warum dann?
— Weil ich Komfort mag. — Sie biss sich auf die Unterlippe, eine unwillkürliche Geste, die ihn dazu brachte, den Blick auf ihren Mund zu richten. — Und weil man sich manchmal ein bisschen Luxus verdient hat.
Daniel nickte, als würde er etwas verstehen, das sie nicht ausgesprochen hatte. Der Aufzug hielt mit einem sanften *Ding*, und die Türen öffneten sich zum leeren Flur. Clara trat zuerst hinaus, die Absätze versanken im dicken Teppich, doch sie spürte, wie er ihr folgte und sich an ihrer Seite hielt.
— Und du? — fragte sie und blickte ihn von der Seite an. — Reist du immer so, oder nur, wenn du… Ablenkung suchst?
Er lächelte, langsam und gefährlich.
— Kommt darauf an, was du unter Ablenkung verstehst.
Sie blieb vor der Tür zu Zimmer 1204 stehen und holte die Schlüsselkarte aus der Tasche, die Hände plötzlich weniger sicher. Das Metall fühlte sich kalt an gegen ihre Finger, ein scharfer Kontrast zu der Hitze, die in ihr aufstieg.
— Und was *bezeichnest* du als Ablenkung? — murmelte sie und drehte sich zu ihm um.
Daniel antwortete nicht sofort. Stattdessen trat er einen Schritt näher, verringerte den Abstand zwischen ihnen, bis sie die Wärme seines Körpers spüren konnte, seinen langsamen, kontrollierten Atem. Er hob die Hand, die Knöchel streiften ihre Wange, glitten den Hals hinab und blieben an der Stelle liegen, wo ihr Puls unregelmäßig schlug.
— Ich würde es… unvermeidlich nennen — sagte er, die Stimme rau.
Clara schluckte. Die Schlüsselkarte rutschte aus ihren Fingern und fiel mit einem gedämpften *Klick* zu Boden. Keiner von beiden bückte sich, um sie aufzuheben.
— Dann denke ich, du solltest reinkommen — flüsterte sie.
Daniel brauchte keine weitere Einladung. Er beugte sich vor und eroberte ihre Lippen in einem Kuss, der langsam begann, fast ehrfürchtig, sich aber schnell in etwas Dringenderes, Hungrigeres verwandelte. Clara stöhnte gegen seinen Mund, die Hände griffen nach den Revers seines Jacketts und zogen ihn näher. Der Geschmack von Whisky und Minze vermischte sich mit ihrem, süß und berauschend.
Er drückte sie sanft gegen die Tür, sein Körper presste sich gegen ihren, und Clara spürte jeden Zentimeter seiner Härte an ihrem Bauch. Eine Welle der Hitze durchflutete sie, konzentrierte sich zwischen ihren Beinen, und sie bog den Rücken durch, suchte mehr Kontakt. Daniel stöhnte, die Hände glitten nach unten, umfassten ihre Taille, die Finger drückten besitzergreifend zu.
— Weißt du überhaupt, was du mit mir machst? — murmelte er gegen ihre Lippen, der Atem heiß.
— Ich hoffe, dasselbe wie du mit mir — erwiderte sie atemlos, die Nägel gruben sich in den Stoff seines Jacketts.
Er lachte, ein tiefer, vibrierender Laut, bevor er ihren Mund erneut eroberte, die Zunge fordernd. Clara erwiderte mit derselben Intensität, die Zähne streiften seine Unterlippe, zogen leicht daran. Daniel stöhnte, die Hände glitten zu ihren Oberschenkeln und hoben sie mühelos hoch. Sie schlang die Beine um seine Hüften, die Absätze gruben sich in seine Waden.
— Karte — murmelte er, die Stimme rau, die Lippen wanderten über ihren Kiefer, den Hals hinab.
Clara streckte blind die Hand aus, tastete, bis sie das kalte Plastik auf dem Boden fand. Mit einer schnellen Bewegung zog sie es durch das Lesegerät. Das grüne Licht blinkte, und die Tür öffnete sich mit einem Klicken.
Sie fielen ins Zimmer, noch immer ineinander verschlungen, die Körper prallten gegen die Wand, sobald sich die Tür hinter ihnen schloss. Clara lachte atemlos, doch der Laut erstarb in ihrer Kehle, als Daniel sie herumdrehte und gegen die kühle Wand presste, die Hände griffen nach ihren Handgelenken und hielten sie über ihrem Kopf fest.
— Du bist wunderschön — sagte er, die dunklen Augen auf ihre gerichtet, die Stimme rau. — Vom ersten Moment an, als ich dich sah.
Clara spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Sie wand sich unter seinem Griff, nicht um sich zu befreien, sondern um ihre Körper noch näher zusammenzubringen.
— Dann zeig es mir — forderte sie heraus, die Stimme zitterte. — Zeig mir, wie sehr du mich willst.
Daniel brauchte keine weitere Ermutigung. Er ließ ihre Handgelenke los, die Hände griffen nach dem Saum ihres Kleides und zogen es mit einer schnellen Bewegung hoch. Der Stoff glitt über ihre Haut und hinterließ eine Spur von Gänsehaut, bis sie nur noch in schwarzer Spitzenunterwäsche dastand – der trägerlose BH betonte die Kurve ihrer Brüste, der dünne Slip bedeckte kaum, was er so sehr begehrte.
— Verdammt — murmelte er, die Augen glitten über jeden Zentimeter von ihr, als würde er sich jedes Detail einprägen.
Clara fühlte sich nicht bloßgestellt. Im Gegenteil, die Art, wie er sie ansah, als wäre sie das Kostbarste, was er je gesehen hatte, ließ sie sich mächtig fühlen. Sie streckte die Hand aus, zog seine Krawatte ab und löste sie mit geschickten Fingern. Dann knöpfte sie sein Hemd auf, einen Knopf nach dem anderen, und enthüllte die muskulöse Brust, die warme Haut unter ihren Fingern.
— Du bist auch wunderschön — flüsterte sie, beugte sich vor und küsste die Vertiefung zwischen seinen Brustmuskeln, die Zunge zeichnete einen Weg zu seiner Brustwarze und biss leicht hinein.
Daniel stöhnte, die Hände umfassten ihre Hüften fester und zogen sie an sich. Er hob sie erneut hoch und trug sie zum Bett, legte sie auf die weichen Laken. Clara stützte sich auf die Ellbogen und beobachtete, wie er den Rest seiner Kleidung auszog, die definierten Muskeln bewegten sich unter der Haut, die offensichtliche Erektion pulsierte unter dem Stoff seiner Unterwäsche.
Sie biss sich auf die Lippe, die Augen auf ihn gerichtet, der Körper pochte bereits vor Vorfreude.
— Komm her — bat sie und streckte die Hand aus.
Daniel zögerte nicht. Er kniete sich aufs Bett, kroch über sie, ihre Körper passten zusammen, als wären sie dafür gemacht. Clara bog den Rücken durch, als er ihre Brüste umfasste, die Daumen strichen über die harten Brustwarzen und sandten Wellen der Lust direkt in ihren Unterleib. Sie stöhnte, die Nägel gruben sich in seinen Rücken und zogen ihn näher.
— Magst du das? — fragte er, die Stimme rau, die Lippen senkten sich, um eine Brustwarze zwischen die Zähne zu nehmen, sie leicht zu beißen, bevor er sie mit der Zunge beruhigte.
— Ja — keuchte sie, der Kopf fiel nach hinten. — Mehr.
Daniel gehorchte, der Mund wanderte zur anderen Brust, während eine Hand nach unten glitt und den Saum ihres Slips zur Seite schob. Seine Finger fanden sie feucht und bereit, und Clara bog sich gegen seine Hand.
— So nass — murmelte er, die Finger glitten zwischen ihre Falten und neckten sie. — So bereit für mich.
Clara stöhnte, die Beine öffneten sich weiter und luden ihn ein, fortzufahren. Daniel ließ sie nicht warten. Er schob einen Finger hinein, dann einen zweiten, bewegte sie langsam, während sein Mund zu ihrem zurückkehrte und ihre Stöhnen verschluckte. Clara wand sich unter ihm, die Lust baute sich in Wellen auf, jede Bewegung seiner Finger brachte sie näher an den Rand.
— Daniel — keuchte sie, sein Name eine Bitte. — Bitte.
Er lächelte gegen ihre Lippen, die Finger zogen sich zurück, nur um den Slip nach unten zu ziehen und ihn auf den Boden zu werfen. Clara setzte sich auf, drückte ihn auf den Rücken und setzte sich rittlings auf ihn. Sie zog den BH aus und warf ihn beiseite, die Brüste wippten leicht, als sie sich vorbeugte, um ihn zu küssen, die Hände erkundeten seinen Körper und glitten nach unten zu seiner Unterwäsche.
— Deine Runde — flüsterte sie, zog den Stoff nach unten und befreite seine Erektion.
Daniel stöhnte, als sie ihn mit der Hand umschloss und langsam auf und ab bewegte, die Finger erkundeten jeden Zentimeter. Er packte ihre Hüften und zog sie nach oben, positionierte sie über sich.
— Ich will dich — sagte er, die Stimme rau. — Jetzt.
Clara antwortete nicht. Stattdessen senkte sie sich langsam auf ihn, nahm ihn in sich auf mit einer köstlichen Langsamkeit, beide stöhnten gleichzeitig, als sie ihn vollständig umschloss. Sie blieb einen Moment regungslos, spürte, wie er in ihr pulsierte, bevor sie sich zu bewegen begann, die Hüften wiegten sich in einem Rhythmus, der sie beide den Atem verlieren ließ.
Daniel hielt ihre Brüste fest, die Daumen strichen über die Brustwarzen, während sie sich auf ihm bewegte, jede Bewegung sandte Wellen der Lust durch ihre Körper. Clara warf den Kopf in den Nacken, das Haar fiel ihr in Kaskaden über den Rücken, die Stöhnen entkamen ihren leicht geöffneten Lippen.
— Genau so — murmelte er, die Stimme angespannt. — Genau so.
Clara beschleunigte den Rhythmus, die Hüften schlugen gegen seine, das Geräusch von Haut auf Haut erfüllte das Zimmer. Daniel stöhnte, die Hände umfassten ihre Oberschenkel und halfen ihr, sich schneller, tiefer zu bewegen. Die Lust in ihr wuchs, eine enge Spirale, die jeden Moment zu explodieren drohte.
— Ich komme… — keuchte sie, die Nägel gruben sich in seine Brust.
— Komm für mich — befahl er, die Stimme rau. — Jetzt.
Und sie gehorchte. Clara bog den Rücken durch, ein Schrei entwich ihren Lippen, als der Orgasmus sie durchflutete, Wellen der Lust ließen ihren Körper erzittern. Daniel stöhnte, die Finger gruben sich in ihre Hüften, bevor auch er sich gehen ließ, der Körper spannte sich unter ihr an, als er seine eigene Erlösung fand.
Sie blieben so, atemlos, die Körper noch vereint, der Schweiß rann zwischen ihnen. Clara brach auf seiner Brust zusammen, spürte seinen unregelmäßigen Herzschlag unter ihrer Wange. Daniel legte die Arme um sie und zog sie näher, die Lippen küssten ihre Schläfe.
— Das war… — begann er, beendete den Satz aber nicht.
— Ich weiß — murmelte sie und lächelte gegen seine Haut.
Sie schwiegen eine Weile, lauschten nur dem Atem des anderen, die Körper entspannten sich langsam. Clara bewegte sich, um von ihm herunterzugleiten, doch Daniel zog sie zurück und bettete sie an seine Seite.
— Bleib — bat er, die Stimme sanft.
Sie widersprach nicht. Stattdessen kuschelte sie sich enger an ihn, die Finger zeichneten zufällige Muster auf seine Brust.
— Glaubst du, das wird die Dinge komplizieren? — fragte sie nach einer Weile.
Daniel lachte leise und rau.
— Wahrscheinlich.
Clara lächelte und hob den Kopf, um ihn anzusehen.
— Dann sollten wir die Zeit genießen, solange es einfach ist.
Er antwortete nicht. Stattdessen drehte er sie auf den Rücken, hielt sie unter sich gefangen, die dunklen Augen auf ihre gerichtet.
— Ich glaube, du hast recht — murmelte er, bevor er ihre Lippen in einem langsamen, tiefen Kuss eroberte, der ihren Körper sofort wieder reagieren ließ.
Und als er sich zurückzog, wusste Clara, dass die Nacht noch lange nicht vorbei war.
Das Zimmer lag in einem goldenen Halbdunkel, nur durchbrochen vom bernsteinfarbenen Licht der Nachttischlampe, die Clara angelassen hatte. Die Luft roch nach sauberem Schweiß, nach dem blumigen Parfüm, das sie trug, und nach dem leichten Hauch von Whisky, der noch zwischen ihnen hing. Daniel zog sie mit einer Dringlichkeit an sich, die nicht grob, sondern berechnet war – als wäre jede Bewegung Teil einer Choreografie, die nur die beiden kannten. Die Seidenlaken glitten unter ihren Körpern, kühl an einigen Stellen, warm dort, wo sich ihre Haut berührte, und der Kontrast ließ Clara erschauern.
Sie spürte, wie seine Hände über ihren Rücken glitten, die langen Finger zeichneten die Linie ihrer Wirbelsäule nach, als würden sie sich jeden Wirbel einprägen. Als sie die Kurve ihrer Hüften erreichten, zog er sie fester an sich, sodass sie seine Härte an ihrem Bauch spürte. Ein leises Stöhnen entwich ihren Lippen, bevor sie es zurückhalten konnte, und Daniel lächelte gegen ihren Hals, die Zähne streiften die empfindliche Haut direkt unter ihrem Ohr.
— Gefällt dir das? — murmelte er, die Stimme rau, während eine Hand sich in ihr Haar schlang und ihren Kopf sanft nach hinten zog.
Clara antwortete nicht mit Worten. Stattdessen ließ sie ihren Körper sprechen, bog sich gegen ihn, die Brüste streiften seine nackte Brust. Er stieß ein kehliges Geräusch aus, fast ein Knurren, und eroberte ihre Lippen in einem Kuss, der langsam begann, fast ehrfürchtig, sich aber schnell in etwas Dringenderes, Hungrigeres verwandelte. Der Geschmack von Whisky und Minze vermischte sich mit ihrem, süß und berauschend.
Er drückte sie sanft gegen die Tür, sein Körper presste sich gegen ihren, und Clara spürte jeden Zentimeter seiner Härte an ihrem Bauch. Eine Welle der Hitze durchflutete sie und konzentrierte sich zwischen ihren Beinen. Sie bog den Rücken durch und suchte mehr Kontakt. Daniel stöhnte, die Hände glitten nach unten, umfassten die Kurve ihrer Taille, die Finger drückten besitzergreifend zu.
— Du bist so empfänglich — flüsterte er, die Finger glitten nach unten, um den Verschluss ihres BHs zu öffnen, mit einer Geschicklichkeit, die Erfahrung verriet. — Jede Berührung, jeder Atemzug… als wüsste dein Körper schon, was er will, noch bevor du es aussprichst.
Clara spürte die kühle Luft der Nacht auf ihren Brüsten, als der BH fiel, und ein Schauer lief ihr über die Haut. Daniel verlor keine Zeit – er senkte den Kopf, nahm eine Brustwarze zwischen die Lippen, die Zunge kreiste langsam, während die andere Hand die andere Brust umfasste und der Daumen über die harte Spitze strich. Sie stöhnte, die Finger vergruben sich in seinem Haar und zogen ihn näher, als wollte sie mit ihm verschmelzen.
— Daniel… — sein Name entwich ihr wie eine Bitte, und er lächelte gegen ihre Haut, hob den Kopf gerade so weit, um ihr in die Augen zu blicken.
— Sag mir, was du willst — forderte er, die Stimme voller Verlangen, aber auch etwas Tieferem, das sie nicht benennen wollte.
Clara zögerte einen Moment, doch das Verlangen war stärker als jede Scham. Sie ließ eine Hand zwischen sie gleiten, umschloss ihn fest und spürte, wie er in ihrer Handfläche pulsierte. Daniel schloss für einen Moment die Augen, der Kiefer spannte sich an, bevor er sie losließ und zur Seite rollte, um das Nachttischschränkchen zu erreichen. Sie hörte das Geräusch einer Verpackung, die aufgerissen wurde, und dann war er wieder da, bedeckte sie mit seinem Körper, die Knie spreizten ihre Beine mit einer Natürlichkeit, die sie sich begehrt fühlen ließ, nicht nur benutzt.
— Bist du sicher? — fragte er, die Stimme rau, die dunklen Augen auf ihre gerichtet, während er sich zwischen ihren Schenkeln positionierte.
Clara antwortete nicht mit Worten. Stattdessen hob sie die Hüften, lud ihn ein, und er drang mit einer bedachten Langsamkeit in sie ein, füllte sie Zentimeter für Zentimeter, bis sie vollständig vereint waren. Ein Stöhnen entwich ihren Lippen, und Daniel hielt inne, ließ ihr Zeit, sich anzupassen, die Finger mit ihren verschränkt, fest gedrückt.
— Alles in Ordnung? — murmelte er, die Stirn an ihre gelehnt.
Sie nickte, unfähig zu sprechen, und er begann sich zu bewegen, zunächst langsam, jeder Stoß tief und kontrolliert, als wollte er den Moment verlängern. Clara spürte, wie die Lust in ihr in Wellen wuchs, jede Bewegung von ihm sandte Funken durch ihren Körper. Sie grub die Nägel in seinen Rücken, kratzte ihn leicht, und Daniel stöhnte, beschleunigte den Rhythmus.
— Verdammt, Clara… — knurrte er, die Lippen fanden ihre in einem hungrigen Kuss, während ihre Körper sich im Einklang bewegten.
Das Zimmer füllte sich mit dem Geräusch von Haut auf Haut, gedämpften Stöhnen und abgehackten Atemzügen. Clara spürte, wie sich der Orgasmus näherte, ein köstlicher Druck in ihrem Bauch, und sie klammerte sich fester an ihn, die Beine schlangen sich um seine Hüften.
— Nicht aufhören — flüsterte sie, die Stimme zitterte. — Bitte, hör nicht auf.
Daniel hörte nicht auf. Stattdessen beschleunigte er das Tempo, die Hüften schlugen gegen ihre mit einer Kraft, die sie aufschreien ließ, der Laut wurde gegen seine Schulter gedämpft. Die Lust in ihr wuchs, eine enge Spirale, die jeden Moment zu explodieren drohte.
— Ich komme… — keuchte sie, die Nägel gruben sich in seine Brust.
— Komm für mich — befahl er, die Stimme rau. — Jetzt.
Und sie gehorchte. Clara bog den Rücken durch, ein Schrei entwich ihren Lippen, als der Orgasmus sie durchflutete, Wellen der Lust ließen ihren Körper erzittern. Daniel stöhnte, die Finger gruben sich in ihre Hüften, bevor auch er sich gehen ließ, der Körper spannte sich unter ihr an, als er seine eigene Erlösung fand.
Sie blieben so, atemlos, die Körper noch vereint, der Schweiß rann zwischen ihnen. Clara brach auf seiner Brust zusammen, spürte seinen unregelmäßigen Herzschlag unter ihrer Wange. Daniel legte die Arme um sie und zog sie näher, die Lippen küssten ihre Schläfe.
— Das war… — begann er, beendete den Satz aber nicht.
— Ich weiß — murmelte sie und lächelte gegen seine Haut.
Sie schwiegen eine Weile, lauschten nur dem Atem des anderen, die Körper entspannten sich langsam. Clara bewegte sich, um von ihm herunterzugleiten, doch Daniel zog sie zurück und bettete sie an seine Seite.
— Hast du Hunger? — fragte sie und hob den Kopf, um ihn anzusehen.
Daniel lächelte, die dunklen Augen funkelten mit etwas, das sie nicht deuten konnte.
— Ausgehungert — antwortete er, die Stimme leise. — Aber nicht nach Essen.
Und bevor sie antworten konnte, rollte er sie wieder unter sich, die Lippen fanden ihre in einem langsamen, tiefen Kuss, der ihren Körper sofort wieder reagieren ließ. Clara spürte, wie er sich erneut gegen ihren Oberschenkel verhärtete, und ein verschmitztes Lächeln spielte um ihre Lippen.
— Ich glaube, diese Nacht wird lang — murmelte sie, die Hände glitten über seine Brust.
Daniel antwortete nicht. Stattdessen eroberte er ihre Lippen erneut, und Clara wusste, dass er noch lange nicht mit ihr fertig war.
Das Morgenlicht drang durch die Ritzen der schweren Vorhänge und malte goldene Streifen auf Claras noch warme Haut. Sie erwachte langsam, als würde sie aus einem flüssigen Traum auftauchen, die Muskeln entspannt und der Geist umnebelt von der köstlichen Müdigkeit der vergangenen Nacht. An ihrer Seite atmete Daniel tief, ein Arm lag über ihrer Taille, die Hand offen und besitzergreifend auf ihrer Hüfte. Das Gewicht war tröstlich, fast zu intim für jemanden, den sie erst seit weniger als zwölf Stunden kannte.
Clara drehte sich vorsichtig um und musterte sein Gesicht im Halbdunkel. Die Züge wirkten im Schlaf weicher, die Linie des Kiefers weniger streng, die Lippen leicht geöffnet. Eine Strähne dunkles Haar fiel ihm in die Stirn, und sie widerstand dem Impuls, sie wegzustreichen. Stattdessen ließ sie die Finger über die Kontur seiner Schulter gleiten, zeichnete die Kurve des Muskels unter der gebräunten Haut nach. Daniel murmelte etwas Unverständliches und zog sie näher an sich, als wüsste er auch unbewusst, dass sie da war.
Der Wecker auf dem Nachttisch zeigte sechs Uhr siebenundvierzig. Zu früh, zu spät. Clara wusste, dass sie aufstehen, duschen und sich für das Geschäftsfrühstück fertig machen sollte, das auf sie wartete. Doch Daniels Körper war ein Magnet, und sie erlaubte sich, noch ein paar Sekunden in ihm zu versinken, tief den Duft von getrocknetem Schweiß und Sex einzuatmen, vermischt mit dem holzigen Aroma seines Parfüms. Es war berauschend.
Es war ihr Magen, der für beide entschied, mit einem leisen, fast schüchternen Knurren. Daniel öffnete langsam die Augen, blinzelte gegen das Licht. Für einen Moment wirkte er desorientiert, als würde er nicht erkennen, wo er war. Dann krümmten sich seine Lippen zu einem langsamen, trägen Lächeln, und er zog sie zu einem Kuss heran, der nach Schlaf und Versprechungen schmeckte.
— Guten Morgen — murmelte er gegen ihren Mund, die Stimme rau.
— Guten Morgen — erwiderte sie und spürte, wie ihr das Blut in den Hals schoss. Es war lächerlich, wenn man bedachte, was sie in der Nacht alles getan hatten, doch es lag etwas Verletzliches darin, neben einem Fremden aufzuwachen, den sie nun so gut kannte.
Daniel rollte sich über sie, stützte sich auf die Ellbogen, um sie nicht zu erdrücken. Claras Haar lag ausgebreitet auf dem Kissen, und er wickelte eine Strähne um seine Finger, beobachtete, wie das Morgenlicht sie in flüssiges Feuer verwandelte.
— Hast du heute Meetings? — fragte er und zeichnete mit der Fingerspitze die Kontur ihres Schlüsselbeins nach.
— Ja. — Clara bog sich leicht unter seiner Berührung. — Und du?
— Ich habe um neun eine Präsentation. — Er seufzte und ließ die Stirn gegen ihre sinken. — Ich hasse Morgen.
— Lügner. — Sie lachte und strich mit den Nägeln über seinen Rücken. — Du warst vor mir wach.
— Nur weil jemand hier schnarcht.
— Ich schnarche nicht!
— Doch, tust du. Wie ein zufriedenes Löwenbaby. — Er zwickte sie sanft ins Ohrläppchen, was sie erschauern ließ. — Aber es ist süß.
Clara schubste ihn spielerisch, doch Daniel hielt ihre Handgelenke fest und drückte sie über ihrem Kopf mit einer Hand fest. Die Bewegung war so schnell, dass sie nicht reagieren konnte, und plötzlich lag sie unter ihm, sein Körper presste sich gegen ihren, die morgendliche Erektion streifte ihren Oberschenkel.
— Daniel… — protestierte sie, doch ihre Stimme klang eher wie ein Stöhnen.
— Was? — Er lächelte verschmitzt und strich mit den Lippen über ihren Hals. — Du hast gesagt, du musst arbeiten.
— Und du auch.
— Ich habe eine Stunde. — Seine Zähne kratzten leicht über die empfindliche Haut unter ihrem Ohr. — Und ich beabsichtige, sie gut zu nutzen.
Clara hätte nein sagen sollen. Hätte aufstehen, kalt duschen und die Rüstung der Managerin anlegen sollen, die sie als Schutz trug. Doch ihr Körper reagierte bereits, die Brustwarzen wurden hart unter dem Laken, die Hitze sammelte sich zwischen ihren Beinen. Als Daniel ihre Handgelenke losließ und eine Hand zwischen ihre Körper gleiten ließ, öffnete sie die Beine ohne zu zögern.
— Du bist ein Problem — murmelte sie, während seine Finger die Stelle fanden, an der sie ihn am meisten brauchte.
— Und du liebst es — erwiderte er, küsste sie hart, während er sie mit zwei Fingern penetrierte, langsam, bedacht.
Clara bog den Rücken durch, die Nägel gruben sich in seine Schultern. Die Lust war fast unerträglich, so intensiv, dass sie an Schmerz grenzte. Daniel beobachtete jede Reaktion, die dunklen Augen auf ihre gerichtet, als wollte er sich jedes Detail einprägen. Als sie kam, war es mit einem erstickten Schrei gegen seine Schulter, der Körper zitterte in Wellen, die kein Ende zu nehmen schienen.
Er ließ ihr keine Zeit, sich zu erholen. Mit einer fließenden Bewegung drehte er sie auf den Bauch und zog ihre Hüften nach oben, positionierte sich hinter ihr. Clara spürte, wie die breite Spitze seines Glieds gegen ihren Eingang drückte, und biss sich auf die Lippe in Erwartung.
— Verdammt, du bist so nass — stöhnte er und glitt mit einer einzigen Bewegung in sie hinein.
Sie keuchte, die Hände krallten sich in die Laken, während er sie vollständig ausfüllte. Daniel begann langsam, jeder Stoß tief und kontrolliert, doch bald beschleunigte sich der Rhythmus, die Körper schlugen in einem urtümlichen Takt gegeneinander. Das Geräusch von Haut auf Haut erfüllte das Zimmer, vermischt mit Claras gedämpften Stöhnen und seinen tiefen Grunzlauten.
— Fester — bat sie, die Stimme rau.
Daniel gehorchte, packte ihre Hüften fester und nahm sie mit brutalen Stößen, jeder tiefer als der vorherige. Clara spürte, wie sich der Orgasmus erneut aufbaute, ein köstlicher Druck in ihrem Bauch, und als er zwischen ihren Beinen nach vorne griff, um ihren Kitzler zu massieren, kam sie erneut, der Körper zitterte heftig.
Daniel hielt sie fest, drang bis zum Anschlag in sie ein, bevor er mit einem rauen Stöhnen kam, der ganze Körper spannte sich an. Einen Moment lang blieben sie so, atemlos, die Körper noch vereint. Dann brach er auf ihr zusammen und rollte zur Seite, um sie nicht zu erdrücken.
Clara lag auf dem Bauch, die Muskeln zitterten leicht, die Haut bedeckt von einem dünnen Schweißfilm. Daniel strich ihr das Haar aus dem Gesicht und küsste ihren Nacken mit einer Zärtlichkeit, die sie überraschte.
— Ich will nicht, dass das endet — gestand er, die Stimme leise.
Sie drehte den Kopf, um ihn anzusehen.
— Ich auch nicht.
Das folgende Schweigen war mit etwas Unausgesprochenem aufgeladen. Clara wusste, dass sie aufstehen musste, dass die Welt da draußen nicht wegen einer Nacht voller Leidenschaft stillstehen würde. Doch für den Moment, hier zwischen den zerwühlten Laken und dem Duft von Sex in der Luft, zählte nur der Mann an ihrer Seite.
Daniel setzte sich auf und strich sich durch das zerzauste Haar.
— Ich muss los. — Er seufzte und blickte auf die Uhr. — Aber ich will nicht.
— Ich auch nicht. — Clara setzte sich ebenfalls auf und zog das Laken über ihre Brüste. — Aber wir haben beide Dinge zu erledigen.
Er beobachtete sie einen Moment lang, als würde er versuchen, sich jedes Detail einzuprägen. Dann streckte er die Hand aus und nahm das Handy vom Nachttisch.
— Gib mir deine Nummer.
Clara zögerte nur eine Sekunde, bevor sie die Ziffern aufsagte. Daniel tippte sie schnell ein und speicherte den Kontakt unter dem Namen *Clara (Zimmer 1204)*. Sie lachte.
— Originell.
— Ich mag es einfach. — Er lächelte, beugte sich vor und küsste sie. — Ich schreibe dir später.
— Versprichst du es?
— Ich schwöre.
Sie zogen sich schweigend an, warfen sich verstohlene Blicke zu, während Clara ihre Bluse zuknöpfte und Daniel seine Krawatte richtete. Als sie die Zimmertür öffnete, war der Flur leer, der dicke Teppich dämpfte ihre Schritte. Daniel blieb in der Tür stehen und zögerte.
— Ich… — Er schüttelte den Kopf, als würde er nach den richtigen Worten suchen. — Diese Nacht war…
— Unerwartet — beendete sie den Satz und lächelte.
— Perfekt.
Clara spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Für einen Moment dachte sie daran, ihn wieder hereinzubitten, die Tür zu schließen und den Rest der Welt zu vergessen. Doch der Aufzug piepte in der Ferne und erinnerte sie daran, dass das echte Leben wartete.
— Ich rufe dich an — versprach er.
— Ich hoffe es.
Daniel hielt ihr Gesicht zwischen den Händen und küsste sie ein letztes Mal, langsam, tief, als wollte er eine Spur hinterlassen. Als er sich zurückzog, funkelten seine Augen mit etwas, das Clara nicht deuten konnte.
— Bis bald, Clara.
— Bis bald, Daniel.
Sie beobachtete, wie er den Flur entlang zu seinem Zimmer ging, die Tür schloss sich hinter ihm mit einem sanften Klicken. Erst dann betrat Clara den Aufzug und spürte das Gewicht der vergangenen Nacht in jedem Muskel, in jedem Atemzug.
Das Frühstück war ein Nebel aus Präsentationen und starken Kaffees. Clara konnte sich kaum konzentrieren, ihr Geist kehrte ständig zu Zimmer 1204 zurück, zu Daniels Händen auf ihrer Haut, zu der Art, wie er sie ansah, als wäre sie die einzige Frau auf der Welt.
Als ihr Handy in der Tasche ihres Blazers vibrierte, hätte sie fast das Saftglas umgeworfen. Sein Name leuchtete auf dem Display.
*„Ich denke noch immer an dich. Und an dein Schnarchen.“*
Clara lachte und tippte eine schnelle Antwort.
*„Lügner. Aber ich denke auch an dich. Und an Dinge, die nichts mit Schnarchen zu tun haben.“*
Die Antwort kam fast sofort.
*„Dinge wie…?“*
Sie biss sich auf die Lippe, spürte, wie ihr das Blut in den Hals schoss.
*„Komm heute Abend mit mir essen, und ich zeig’s dir.“*
Es folgte eine Pause. Dann erschien seine Nachricht.
*„Ich zähle die Minuten.“*
Clara steckte das Handy weg, ein albernes Lächeln auf den Lippen. Die Besprechung war noch nicht vorbei, doch plötzlich erschien der Tag viel heller. Sie wusste nicht, was die Zukunft bringen würde, wusste nicht, ob diese Nacht in Zimmer 1204 sich in etwas Größeres verwandeln würde. Doch zum ersten Mal seit langer Zeit wollte sie nicht jeden Detail kontrollieren.
Sie wollte einfach zulassen, dass die Dinge passierten.