Der Personal Trainer meiner Frau

Von Tonkix
Der Personal Trainer meiner Frau
**Der Personal Trainer meiner Frau** Marina entdeckte die Nachricht durch Zufall. Sie suchte auf Ricardos Handy nach einem Foto – ein Selfie, das sie vor einer Woche im Restaurant gemacht hatten –, als die Benachrichtigung aufpoppte. *„Heute Abend? Mein Mann verreist um 18 Uhr.“* Der Kontakt hieß *„IT-Lieferant“*. Marinas Magen verkrampfte sich. Sie kannte dieses Gefühl – die weibliche Intuition, die sie monatelang ignoriert hatte. Die späten Heimkünfte, die sofortigen Duschen nach dem Betreten der Wohnung, das Handy, das immer mit dem Display nach unten auf dem Tisch lag. Sie öffnete die Unterhaltung nicht. Legte das Handy genau dorthin zurück, wo es gelegen hatte, und ging ins Bad. Schloss die Tür ab. Atmete tief durch. Sie weinte nicht – sie spürte etwas anderes. Eine kalte, berechnende Wut, die in ihrer Brust aufstieg wie Quecksilber in einem Thermometer. Ricardo verließ das Haus um acht Uhr wie immer. Ein mechanischer Kuss auf die Stirn, *„Ich komme heute spät, Meeting.“* Marina lächelte und winkte. Wartete, bis das Auto aus der Garage gefahren war. Dann nahm sie sein Handy – sie kannte den Code, *1507*, der Geburtstag seiner Mutter – und las alles. Sechs Monate voller Nachrichten mit Fernanda. Fotos. Sprachnachrichten. Pläne. *„Hotel Soundso, Motel Soundso, bei ihr zu Hause, wenn ihr Mann verreist.“* Marina las jede Nachricht mit der Kälte einer Person, die einen Geschäftsbericht studiert. Sie merkte sich die Details. Löschte dann alle Spuren, dass sie im Handy gewesen war, und legte es zurück auf den Nachttisch. Um zehn Uhr morgens rief sie Caio an. Caio war der Personal Trainer im Fitnessstudio, das Marina seit zwei Jahren besuchte. Groß, dunkelhaarig, mit markantem Kiefer und Armen, die die Frauen im Spinning-Kurs den Fokus verlieren ließen. Er flirtete immer mit ihr – Kommentare darüber, wie glücklich ihr Mann sich schätzen könne, Berührungen, die eine Sekunde zu lang dauerten, während der Übungen. Marina hatte immer abgelehnt. Sie war immer treu gewesen. Zwölf Jahre Ehe, eine neunjährige Tochter, ein Leben, Stein für Stein aufgebaut. Doch heute war alles anders. *— Caio? Hier ist Marina. Ich brauche heute eine Privatstunde. Geht es zur Mittagszeit?* *— Klar, Marina. Alles in Ordnung? Deine Stimme klingt anders.* *— Mir geht’s gut. Treffen wir uns um 12 Uhr im Studio.* Sie zog sich sorgfältig an. Nicht übertrieben – sie wollte nicht verzweifelt wirken. Eine schwarze Leggings, von der sie wusste, dass sie alles betonte, ein Sporttop, das ihren Bauch frei ließ, ein leichter Duft. Mit vierunddreißig wusste Marina, dass sie schön war. Ein Körper, der zeigte, dass sie sich pflegte, schulterlanges blondes Haar, grüne Augen, die Ricardo seit Jahren nicht mehr lobte. Caios Privatstudio lag im hinteren Teil des Fitnessstudios. Ein Raum mit Spiegeln, Matten, Geräten. Eine Tür mit Schloss. Als sie ankam, war Caio schon da. Graues Tanktop, schwarze Shorts. Er lächelte, als er sie sah. *— Na, Marina. Welche Übung steht heute an?* Sie antwortete nicht sofort. Ging zur Tür und drehte den Schlüssel um. Das Klicken hallte in der Stille wider. Caio hob eine Augenbraue. *— Marina?* Sie drehte sich zu ihm um. Etwas in ihrem Blick muss alles verraten haben, denn sein Lächeln veränderte sich – von professionell zu etwas Urtümlicherem. *— Ich will dich*, sagte sie ohne Umschweife. *— Jetzt.* Caio fragte nicht nach ihrem Mann. Fragte nicht, ob sie sich sicher war. Er überbrückte die Distanz zwischen ihnen in zwei Schritten und küsste sie. Der Kuss war völlig anders als alles, was Marina in den letzten Jahren mit Ricardo erlebt hatte. Drängend, hungrig, mit Händen, die nicht um Erlaubnis baten. Caio hob sie hoch, als würde sie nichts wiegen – und Marina schlang die Beine um seine Hüften, spürte seine Erregung an sich. Er drückte sie gegen den Spiegel. Das kalte Glas in ihrem Rücken kontrastierte mit der Hitze seines Körpers vor ihr. Marina stöhnte, als sein Mund ihren Hals hinabwanderte, leicht biss, die empfindliche Haut hinter ihrem Ohr saugte. *— Ich will das schon lange*, murmelte er gegen ihre Haut. *— Dann hör auf zu reden und tu es.* Caio stellte sie auf den Boden und zog ihr das Top über den Kopf. Kein BH – Marina hatte jedes Detail geplant. Er blieb einen Moment stehen, um sie anzusehen, seine Augen verdunkelten sich vor Verlangen. *— Verdammt, Marina.* Sie zog sein Tanktop aus. Caios Körper war ein Kunstwerk – definierter Bauch, breite Brust, dieses V an den Hüften, das in seinen Shorts verschwand. Marina strich mit den Händen über seinen Oberkörper, spürte jeden Muskel unter der warmen Haut. Er legte sie auf die große Matte in der Ecke des Raumes. Küsste sich hinab – Schlüsselbein, zwischen die Brüste, Bauch, Hüfte. Zog ihre Leggings mit einer Dringlichkeit herunter, die Marina den Rücken wölben ließ. Als sein Mund zwischen ihren Beinen ankam, packte Marina seine Haare und stöhnte laut. Caio wusste, was er tat – seine Zunge war präzise, wechselte zwischen langsamen und schnellen Bewegungen, Druck und Sanftheit. Er hielt sie an den Hüften fest, während sie sich unter ihm wand. *— Hör nicht auf*, keuchte sie. *— Hör nicht auf.* Er hörte nicht auf. Marina spürte den Orgasmus wie eine Welle aufbauen – langsam zunächst, dann schneller, bis sich ihr ganzer Körper zusammenzog. Sie schrie – nicht stöhnte, schrie – und Caio machte weiter, bis sie seinen Kopf wegschob, zu empfindlich. Er glitt an ihrem Körper hinauf, lächelte mit feuchten Lippen. *— Noch mehr?* *— Viel mehr.* Caio zog seine Shorts aus. Marina blickte hin und biss sich auf die Lippe. Er war groß – größer als Ricardo, was ihr eine kleinliche Genugtuung bereitete, auf die sie nicht stolz war. Er zog das Kondom aus der Tasche seiner Shorts – als hätte er gewusst, dass dieser Tag kommen würde – und positionierte sich zwischen ihren Beinen. *— Sieh mich an*, sagte er. Marina sah ihn an. Und als er in sie eindrang, langsam, aber bestimmt, verstand sie, was in ihrer Ehe seit Jahren gefehlt hatte. Es war nicht nur Sex – es war Verlangen. Gewollt zu werden. Angesehen zu werden, als wäre man die einzige Frau auf der Welt. Caio bewegte sich mit kontrollierter Intensität. Kraftvoll, aber nicht brutal. Tief, aber aufmerksam für ihre Reaktionen. Wenn Marina lauter stöhnte, wiederholte er genau das, was er gerade getan hatte. Wenn sie ihm die Nägel in den Rücken grub, steigerte er das Tempo. *— Dreh dich um*, sagte er, und Marina gehorchte. Auf allen vieren auf der Matte, den Spiegel an der Wand vor Augen, sah sie die beiden. Sah Caio hinter sich, Hände an ihrer Hüfte, angespannte Muskeln. Sah sich selbst – zerzauste Haare, gerötetes Gesicht, Augen, die vor Lust glänzten. Sie sah nicht aus wie Ricardos gehorsame Ehefrau. Sie sah aus wie eine freie Frau. Caio drang erneut in sie ein, und Marina stöhnte über den veränderten Winkel. So war es tiefer. Intensiver. Er beugte sich über sie, eine Hand glitt an ihrem Körper hinab, fand die richtige Stelle, während er sich bewegte. Die Kombination war vernichtend. Marina spürte, wie der zweite Orgasmus schneller kam als der erste – und stärker. Ihr ganzer Körper bebte, ihre Arme gaben nach, und sie sank auf die Matte, während Caio noch in ihr war. Gemeinsam stöhnten sie auf, als auch er den Höhepunkt erreichte. Sie lagen nebeneinander, verschwitzt, keuchend. Die Klimaanlage des Studios summte leise. *— Das war…*, begann Caio. *— Notwendig*, beendete Marina den Satz. Sie stand auf und zog sich langsam an. Überprüfte im Spiegel, ob sichtbare Spuren zurückgeblieben waren. Ordnete ihr Haar. *— Marina*, sagte Caio, noch immer liegend. *— Wird das wiederholt?* Sie blickte ihn an. Dachte an Ricardo und den *„IT-Lieferanten“*. Dachte an die zwölf Jahre. Dachte an ihre Tochter. *— Donnerstag*, sagte sie. *— Gleiche Zeit.* Sie verließ das Studio, ohne sich umzudrehen. Im Auto, bevor sie den Motor startete, betrachtete sie sich im Rückspiegel. Sie fühlte keine Schuld. Keine Reue. Sie spürte etwas, das sie lange nicht mehr gefühlt hatte. Sie fühlte sich lebendig. An diesem Abend, als Ricardo um elf Uhr nach Hause kam – nach frischer Dusche riechend, wie immer –, lag Marina lesend im Bett. Er gab ihr den üblichen mechanischen Kuss. *— Wie war dein Tag?*, fragte er. Marina lächelte hinter ihrem Buch. *— Produktiv.*

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