Labyrinth der Begierde
Von Tonkix

**Labyrinth der Begierde**
Der Ballsaal des *Grand Miramar* atmete Opulenz, als wäre die Luft selbst aus flüssigem Gold gewebt. Kristalllüster ergossen ihr Licht in Kaskaden über die Gäste, verwandelten jede Bewegung in einen flüchtigen Glanz, jedes Lachen in ein Juwelenfragment. Der Duft von französischem Champagner, teuer und frisch, vermischte sich mit dem Parfüm tropischer Blumen in Arrangements, die bis zur Schulterhöhe reichten – Hibiskus rot wie Blut, Orchideen blass wie Haut im Mondlicht. Clara rückte den Träger ihres schwarzen Kleides zurecht, ein makelloses Modell mit geradem Schnitt, das ihren Körper umschmeichelte, ohne zu viel preiszugeben. *Diskretion*, dachte sie, war die Rüstung der Erfolgreichen.
Sie gehörte nicht hierher.
Nicht wie die anderen. Die Männer in maßgeschneiderten Anzügen, die sich mit berechneten Lächeln die Hände schüttelten, die Frauen in Kleidern, die mehr kosteten als ihr Monatsgehalt, die Juwelen zur Schau stellten, die funkelten, als hätten sie Sterne eingefangen. Clara war eine erfolgreiche Anwältin, ja, aber ihre Welt bestand aus Verträgen, Fristen und Klauseln, nicht aus Champagner, der in Kristallgläsern verschüttet wurde, oder leeren Gesprächen über Yachten und Börsenaktien. Dennoch war sie hier, weil der Seniorpartner der Kanzlei darauf bestanden hatte. *„Es ist wichtig, gesehen zu werden, Clara. Networking ist nicht nur Arbeit, es ist Kunst.“*
Und Kunst, so schien es, beherrschte Isabel besser als alles andere.
Clara sah sie, noch bevor sie ihren Namen kannte. Sie stand nahe der Veranda, mit dem Rücken zum Saal, das schwarze, wellige Haar fiel in Kaskaden über ihre nackten Schultern, die bronzefarbene Haut wurde vom bernsteinfarbenen Licht der Stehlampen erhellt. Sie trug ein rotes Kleid, nicht das diskrete Rot eleganter Frauen, sondern einen tiefen, fast scharlachroten Ton, der sich an ihren Körper schmiegte wie eine zweite Haut. Der Stoff schien lebendig, bewegte sich mit ihr, als sie sich umdrehte, um über etwas zu lachen, das ein Mann neben ihr gesagt hatte. Clara hörte die Worte nicht, aber sie sah, wie Isabel den Kopf neigte, die Lippen zu einem Lächeln geöffnet, das nicht für ihn bestimmt war – es war für die Welt, für die Nacht, für das Spiel, das sie offensichtlich liebte.
— Du starrst.
Die Stimme kam von hinten, leise und amüsiert. Clara drehte sich um und sah eine Frau mit platinblondem Haar, scharfen grünen Augen wie Klingen, die zwei Champagnergläser hielt. Sie reichte Clara eines, die es aus Höflichkeit annahm, obwohl sie wusste, dass sie nicht trinken sollte. Nicht an diesem Abend. Nicht, wenn sie die Kontrolle behalten musste.
— Nein – log sie.
Die Blondine lachte, ein leichter und gefährlicher Klang.
— Doch. Und du bist nicht die Einzige. Isabel hat diese Wirkung auf Menschen. Sie bringt selbst die… *beherrschtesten* aus dem Gleichgewicht.
Clara runzelte leicht die Stirn.
— Kennst du sie?
— Jeder hier kennt Isabel. Oder will sie kennen. — Die Frau nahm einen Schluck Champagner, die grünen Augen auf Clara gerichtet mit einer beunruhigenden Intensität. — Sie ist wie das Meer, weißt du? Schön, gefährlich, unmöglich festzuhalten. Und du… du siehst aus wie jemand, der Deiche baut.
Bevor Clara antworten konnte, teilte sich die Menge wie die Wasser des Roten Meeres, und Isabel stand plötzlich vor ihnen, als wäre sie durch das Gespräch herbeigerufen worden. Ihre Augen – braun, tief, mit einem bernsteinfarbenen Schimmer an den Rändern – trafen Claras, und etwas darin ließ ihren Magen sich zusammenziehen.
— Marina — begrüßte Isabel die Blondine mit einem Kuss auf die Wange, doch ihre Augen ließen Clara nicht los. — Wer ist deine so ernste Freundin?
— Clara — antwortete die Blondine, bevor Clara den Mund öffnen konnte. — Anwältin. Brillant, wie man hört.
Isabel lächelte, und Clara spürte das Gewicht dieses Lächelns wie eine körperliche Berührung.
— Anwältin — wiederholte sie, als wäre das Wort eine seltene Delikatesse. — Dann bist du also jemand, der Regeln mag.
— Regeln existieren aus einem Grund — sagte Clara, ihre Stimme fester, als sie sich fühlte.
— Ah, aber die besten Dinge im Leben passieren, wenn man sie bricht. — Isabel trat einen Schritt näher, reduzierte den Abstand zwischen ihnen auf fast nichts. Ihr Parfüm war zitrusartig, mit einem Hauch von etwas Dunklerem, wie Sandelholz oder Bernstein. Clara atmete unwillkürlich tief ein. — Sag mir, Clara… hast du heute schon eine Regel gebrochen?
Die Luft zwischen ihnen schien aufgeladen, als stünde ein Gewitter kurz bevor. Clara hätte wegschauen sollen. Sie hätte eine höfliche Ausrede finden und sich entfernen sollen. Doch ihre Lippen bewegten sich, bevor die Vernunft sie aufhalten konnte.
— Noch nicht.
Isabel lachte, ein tiefer, rauer Klang, der in Claras Brust vibrierte.
— Dann gibt es noch Hoffnung für dich.
Marina beobachtete die beiden mit einem Lächeln, als wüsste sie bereits, wie das enden würde. Isabel streckte die Hand aus, die Finger lang und elegant, die Nägel in einem Rot lackiert, das zu ihrem Kleid passte.
— Tanzen wir?
Clara blickte auf die dargebotene Hand, als wäre sie eine Falle. Und vielleicht war sie das. Doch zum ersten Mal seit Jahren wollte sie nicht fliehen.
— Ich tanze nicht — sagte sie, doch ihre Stimme klang weniger überzeugend, als sie beabsichtigt hatte.
— Heute tanzt du.
Und bevor Clara protestieren konnte, ergriff Isabel ihre Hand und zog sie in die Mitte des Saals, wo die Musik – ein sinnlicher Mix aus Jazz und etwas Elektronischem – wie ein beschleunigter Herzschlag pulsierte. Die Menge teilte sich für sie, als wüsste sie, dass etwas Außergewöhnliches geschehen würde.
Clara spürte die Hitze von Isabels Hand in ihrer, fest und besitzergreifend. Als die andere Frau sie näher zog, ihre Körper fast berührend, erkannte Clara, dass sie in dieser Nacht mehr als nur eine Regel brechen würde.
Und zum ersten Mal machte ihr das keine Angst.
Der Saal drehte sich in Zeitlupe, oder vielleicht war es nur Clara, die sich drehte – die Welt reduziert auf einen verschwommenen Schimmer goldener Lichter und gedämpfter Lacher, während Isabels Finger sich mit ihren verflochten, mit einer Intimität, die Jahrhunderte alt zu sein schien. Die Musik, jetzt langsamer, umhüllte sie wie ein Samtmantel, tiefe Noten vibrierten unter Claras Haut, spiegelten den beschleunigten Rhythmus ihres eigenen Herzens. Sie hatte noch nie so getanzt, hatte noch nie zugelassen, dass jemand sie mit solcher Sicherheit führte, als wüsste Isabel genau, welche Bewegung ihren Körper zum Antworten bringen würde, noch bevor sie es selbst tat.
— Du bist angespannt — flüsterte Isabel, ihre Lippen streiften Claras Ohr in einem Hauch, der fast ein Kuss war. Der warme Atem ließ einen Schauer über ihren Rücken laufen, und Clara hasste sich dafür, dass sie die Reaktion nicht kontrollieren konnte. — Entspann dich. Es ist kein Urteil, Anwältin.
Clara schloss für einen Moment die Augen und spürte das Gewicht dieser Worte. *Anwältin.* Als wüsste Isabel vom ersten Blick an, dass sie aus Regeln und Protokollen bestand, aus abgemessenen Sätzen und berechneten Gesten. Doch hier, in den Armen dieser Frau, schienen die Regeln sich aufzulösen wie Zucker auf der Zunge.
— Ich bin nicht gewohnt zu… — begann sie, doch die Worte erstarben, als Isabel sie näher zog und den Abstand zwischen ihnen aufhob. Isabels Kleid, ein fließender Stoff, der sich wie lebendiges Wasser bewegte, streifte Claras Beine, und sie spürte die Hitze von Isabels Körper selbst durch die Seidenschichten.
— Wozu? — provozierte Isabel, ihre Finger glitten über Claras Taille und zeichneten langsame Kreise, die sie sich wölben ließen, ohne es zu wollen. — Berührt zu werden? Oder es zu mögen?
Clara schluckte schwer. Die Wahrheit war, dass sie es nicht wusste. Jahre der Kontrolle, des Beschäftigtseins mit Akten und Verträgen, des Vermeidens jeglichen Kontakts, der als Schwäche hätte ausgelegt werden können – und jetzt lag sie hier, schmolz unter der Berührung einer Fremden dahin, als wäre sie aus Wachs. Isabel lachte leise, ein rauer Klang, der gegen Claras Hals vibrierte.
— Du redest zu viel — sagte sie, und bevor Clara protestieren konnte, glitt Isabels Hand nach oben, ihre Finger verflochten sich in Claras hochgestecktem Haar und zogen es mit einer Festigkeit, die sie nach Luft schnappen ließ. Es tat nicht weh. Nicht wirklich. Doch der plötzliche Druck, die Kontrolle, die Art, wie Isabel ihren Kopf nach hinten neigte und ihren Hals entblößte, ließ etwas in ihr sich winden.
— Das ist… — Clara versuchte, ein Wort zu finden, doch ihr Verstand war benebelt. Isabels Daumen zeichnete nun die Linie ihres Kiefers nach, langsam, als würde er ein unbekanntes Territorium kartografieren.
— Unnötig — beendete Isabel den Satz, ihre Lippen fast an Claras. Fast. — Du musst nichts erklären. Du musst nur fühlen.
Und dann, als hätte sie auf ein Zeichen gewartet, das Clara nicht kannte, küsste Isabel sie.
Es war kein sanfter Kuss. Es war keine Frage. Es war eine Feststellung, heiß und feucht, Isabels Zunge drang mit einer Selbstsicherheit in ihren Mund ein, die Claras Beine weich werden ließ. Sie klammerte sich instinktiv an Isabels Schultern, ihre Nägel gruben sich in den Stoff des Kleides, und Isabel stöhnte gegen ihre Lippen, ein Geräusch, das direkt zwischen Claras Schenkeln vibrierte. Als sie sich trennten, waren beide außer Atem, die Lippen geschwollen, die Augen dunkel vor Verlangen.
— Siehst du? — flüsterte Isabel mit rauer Stimme. — Es ist nicht so schwer.
Clara antwortete nicht. Sie konnte nicht. Ihr Verstand war voller statischer Geräusche, voller Empfindungen – der Geschmack von Isabel, süß und leicht alkoholisch wie der Champagner, den sie getrunken hatten; der Duft ihres Parfüms, etwas Blumiges und Dunkles wie Jasmin um Mitternacht; die Art, wie ihre Körper sich anpassten, als wären sie dafür gemacht. Isabel lächelte zufrieden und zog sie zurück in den Tanz, wirbelte sie mit einer Geschicklichkeit, die Clara trotz allem lachen ließ.
— Du bist gut darin — gab Clara zu, als Isabel sie wieder an ihren Körper zog, eine besitzergreifende Hand an der Basis ihrer Wirbelsäule.
— Worin? — neckte Isabel, ihre Lippen streiften Claras Ohrläppchen. — Im Tanzen? Oder darin, dich die Kontrolle verlieren zu lassen?
Clara hatte keine Gelegenheit zu antworten. Jemand rempelte sie an, ein Mann im Anzug, der eine hastige Entschuldigung murmelte, bevor er in der Menge verschwand. Die Berührung, so flüchtig sie auch war, brach den Bann für einen Moment, und Clara nutzte die Gelegenheit, um tief durchzuatmen und sich zu sammeln. Isabel beobachtete sie mit einem langsamen Lächeln, als wüsste sie genau, was in ihr vorging.
— Hast du Angst? — fragte sie, ihre Finger zeichneten träge Kreise in Claras Nacken.
— Nein — log Clara.
Isabel lachte, bestand aber nicht darauf. Stattdessen beugte sie sich vor und flüsterte etwas, das Claras Magen zusammenziehen ließ:
— Dann beweise es.
Bevor Clara fragen konnte, was sie meinte, zog Isabel sie von der Tanzfläche in eine dunklere Ecke des Saals, wo das Licht schwächer war und das Geräusch der Party fern schien. Dort stand ein Samtsofa, fast versteckt hinter einem Perlenvorhang, und Isabel schob sie sanft dagegen, drängte sie zwischen ihren Körper und die weiche Lehne.
— Was machst du da? — fragte Clara, ihre Stimme leiser als beabsichtigt.
— Was du willst, dass ich tue — antwortete Isabel, ihre Hände glitten über Claras Oberschenkel und hoben leicht den Stoff ihres schwarzen Kleides. — Aber zuerst musst du es mir sagen.
Clara spürte ihr Herz so stark schlagen, dass sie sicher war, Isabel könnte es hören. Die Luft zwischen ihnen war aufgeladen, elektrisch, wie vor einem Gewitter. Sie wusste, dass sie aufhören sollte. Sie wusste, dass sie eine Grenze überschritt, von der es kein Zurück gab. Doch dann beugte sich Isabel vor, ihre Lippen streiften Claras Hals in einem leichten Kuss, und sie wusste, dass sie nicht aufhören wollte.
— Berühr mich — flüsterte sie, die Worte entwichen ihr, bevor sie sie aufhalten konnte.
Isabel lächelte gegen ihre Haut, die Zähne streiften leicht, und Clara erschauderte.
— Wo? — fragte Isabel, ihre Hände hielten knapp unter dem Saum des Kleides inne, die Finger spielten mit der empfindlichen Haut an der Innenseite von Claras Oberschenkeln.
— Überall — gab Clara zu, ihre Stimme zitterte. — Überall.
Isabel brauchte keine weitere Ermutigung. Ihre Hände glitten nach oben, schoben sich unter das Kleid, die Finger warm gegen Claras nackte Haut. Sie stöhnte, als Isabel den Rand ihres Slips fand und die Kontur mit einer leichten, fast ehrfürchtigen Berührung nachzeichnete.
— Du bist feucht — murmelte Isabel, ihre Lippen jetzt an Claras Ohr. — Seit wann?
Clara antwortete nicht. Sie konnte nicht. Ihr Verstand war leer von allem, außer der Empfindung von Isabels Fingern, dem sanften Druck gegen ihre Klitoris, der Art, wie ihr Atem bei jeder Bewegung stockte. Isabel lachte leise, ein Klang reiner weiblicher Zufriedenheit, und dann glitten ihre Finger hinein, langsam, absichtlich, während die andere Hand Clara an der Hüfte festhielt und sie regungslos hielt.
— Isabel… — Clara stöhnte, ihre Nägel gruben sich in Isabels Schultern.
— Pssst — flüsterte Isabel, ihre Lippen streiften Claras in einem Kuss, der mehr ein Versprechen als eine Liebkosung war. — Nicht hier. Noch nicht.
Clara wollte protestieren, wollte flehen, doch dann zog Isabel ihre Finger zurück und ließ sie leer und zitternd zurück, bevor sie sie zurück auf die Tanzfläche zog, als wäre nichts geschehen. Der Kontrast zwischen der feuchten Hitze zwischen ihren Beinen und der kühlen Luft des Saals ließ sie schwindelig werden, und sie klammerte sich an Isabel, ihre Finger umklammerten deren Taille.
— Du bist grausam — brachte sie hervor, ihre Stimme rau.
Isabel lächelte, ihre Augen funkelten vor Bosheit.
— Du hast noch nichts gesehen.
Die Musik wechselte erneut, jetzt langsamer, sinnlicher, und Isabel zog sie näher, ihre Körper bewegten sich im Einklang, als hätten sie seit Jahren zusammen getanzt. Clara spürte Isabels Körper gegen ihren, das Volumen ihrer Brüste, den Druck ihrer Oberschenkel, und wusste, dass Isabel dasselbe spürte – wie erregt sie war, wie sehr sie mehr brauchte.
— Lass uns von hier verschwinden — murmelte Isabel, ihre Lippen streiften Claras Schläfe. — Bevor ich etwas tue, das uns rauswerfen lässt.
Clara blickte sich um und bemerkte zum ersten Mal, dass einige Leute sie beobachteten, neugierig, vielleicht sogar neidisch. Sie hätte sich kümmern sollen. Sie hätte sich Sorgen machen sollen, was sie denken, was sie sagen würden. Doch dann ergriff Isabel ihr Kinn und zwang sie, ihr in die Augen zu sehen, und Clara wusste, dass sie sich um nichts mehr kümmerte.
— Ja — sagte sie, ihre Stimme fest, trotz des Zitterns in ihren Händen. — Lass uns gehen.
Die Hoteltür schloss sich hinter ihnen mit einem leisen Klicken, gedämpft von der Musik, die noch in ihren Ohren nachhallte. Die Nachtluft war schwer, erfüllt vom Salz des Meeres und dem Duft der Gardenien, die die Gärten des Hotels schmückten. Clara atmete tief ein, als wollte sie ihre Lungen mit etwas füllen, das nicht der Geruch von Isabel war – eine Mischung aus Jasmin, sauberem Schweiß und etwas Primitiverem, das ihre Haut kribbeln ließ.
Isabel ging voran, ihre feinen Absätze sanken leicht in den festen Sand des Weges, der zum Strand führte. Der Vollmond malte ihren Körper silbern, betonte die Kurve ihrer Schultern, die schmale Taille, das Wiegen ihrer Hüften unter dem engen Kleid. Clara folgte ihr, ihre Finger kribbelten noch von der Erinnerung an die Berührung dieser Haut, an die Hitze, die von ihr ausging, selbst durch den Stoff.
— Du bist so still — sagte Isabel, ohne sich umzudrehen, ihre Stimme leise, fast verloren im Geräusch der Wellen, die auf den Sand brachen. — Bereust du es?
Clara lachte, ein kurzer, atemloser Laut.
— Nein. Ich verarbeite nur.
— Was verarbeitest du?
— Die Tatsache, dass ich gerade zugestimmt habe, eine Party mit einer Frau zu verlassen, die ich kaum kenne, um mitten in der Nacht am Strand spazieren zu gehen.
Isabel blieb plötzlich stehen und drehte sich um, ihre Augen funkelten im blassen Licht. Der Wind zerzauste ihr Haar, ließ es über ihre Schultern tanzen wie dunkle Seidenfäden.
— Und was noch?
Clara schluckte schwer. Der Wind trug den Geruch des Meeres heran, vermischt mit Isabels süßlichem, erdigen Duft, und plötzlich fühlte sie sich benommen, als hätte sie zu viel getrunken. Oder vielleicht nicht genug.
— Die Tatsache, dass ich viel mehr tun möchte, als nur spazieren zu gehen.
Ein langsames, gefährliches Lächeln breitete sich auf Isabels Lippen aus, als wüsste sie genau, welche Wirkung diese Worte auf Clara hatten.
— Dann lass uns gehen — sagte sie und streckte die Hand aus. — Bevor du es dir anders überlegst.
Clara zögerte einen Moment, gerade lange genug, dass Isabel eine Augenbraue hochzog, herausfordernd. Dann, mit einem Seufzer, der fast ein Stöhnen war, verflocht sie ihre Finger mit Isabels. Isabels Haut war warm, fast fiebrig, und Clara spürte ein Kribbeln ihren Arm hinaufsteigen.
Der kalte Sand unter ihren nackten Füßen war ein köstlicher Kontrast zu der Hitze, die sich zwischen ihnen ausbreitete. Clara zog ihre Schuhe aus, ohne nachzudenken, ließ sie zurück, als wären sie ein Teil von ihr, den sie nicht mehr brauchte. Isabel tat dasselbe, und bald gingen sie am Wasser entlang, die Wellen leckten an ihren Knöcheln, der weiße Schaum löste sich zwischen ihren Zehen auf.
— Kommst du oft hierher? — fragte Clara, um die Stille mit etwas zu füllen, das nicht das Geräusch ihres eigenen, beschleunigten Atems war.
— Manchmal. Wenn ich nachdenken muss. Oder wenn ich vergessen will.
— Was willst du vergessen?
Isabel blieb stehen und drehte sich zum Meer, die Arme vor der Brust verschränkt, als wollte sie sich vor dem Wind schützen. Oder vor etwas anderem.
— Alles. Nichts. Kommt auf den Tag an.
Clara trat näher, bis ihre Schultern sich fast berührten. Sie konnte die Wärme von Isabels Körper selbst durch den minimalen Abstand zwischen ihnen spüren.
— Und heute? Was willst du heute vergessen?
Isabel lachte, ein tiefer, rauer Klang, und drehte sich zu ihr um. Ihre Augen waren dunkel, fast schwarz im Mondlicht, und Clara spürte ihr Herz schneller schlagen.
— Heute will ich nichts vergessen.
Der Wind wehte stärker, trug den Geruch von Salz und Algen mit sich, und Clara spürte, wie sich etwas in ihr löste, wie ein Seil, das riss. Sie streckte die Hand aus und berührte Isabels Gesicht, ihre Finger zeichneten die Linie ihres Kiefers, die Kontur ihrer Lippen nach. Isabel bewegte sich nicht, beobachtete sie nur, die Augen halb geschlossen, als würde sie jeden Moment genießen.
— Du bist wunderschön — flüsterte Clara, ihre Stimme fast verloren im Geräusch der Wellen.
— Das ist nicht das, was du sagen willst.
— Nein?
— Nein. Du willst sagen, dass du mich begehrst. Dass du nicht aufhören kannst, daran zu denken, wie es wäre, mich zu küssen. Mich zu berühren. — Isabel kam näher, bis ihre Lippen nur noch Zentimeter von Claras entfernt waren. — Mich zu schmecken.
Clara spürte, wie ihr die Luft aus den Lungen wich. Sie hatte noch nie jemanden so unverblümt, so sicher sprechen hören. Und, Gott, wie sehr das sie erregte.
— Ja — gab sie zu, ihre Stimme zitterte. — Das ist es, was ich will.
Isabel lächelte zufrieden und hielt Claras Gesicht zwischen ihren Händen, die Daumen streichelten ihre Wangen.
— Dann bitte darum.
Clara zögerte. Sie war nie gut darin gewesen, um das zu bitten, was sie wollte. Sie war immer diejenige gewesen, die Regeln befolgte, die wartete, die sich mit dem zufriedengab, was ihr gegeben wurde. Doch hier, mit dem Meer, das im Hintergrund rauschte, und Isabels Körper so nah an ihrem, spürte sie, wie etwas in ihr brach.
— Küss mich — flüsterte sie.
Isabel brauchte keine weitere Ermutigung. Ihre Lippen trafen sich in einem langsamen, tiefen Kuss, voller Versprechen. Clara spürte den Geschmack von Isabel – süß, mit einem Hauch von Wein und etwas Wildem, Unbezähmbarem. Sie klammerte sich an Isabels Schultern, ihre Nägel gruben sich in den Stoff des Kleides, während ihre andere Hand sich in Isabels Haar verflocht und sie näher zog.
Isabel stöhnte gegen ihren Mund, ein tiefer, kehliger Laut, der Clara erschaudern ließ. Ihre Hände glitten über Claras Rücken, zogen sie näher, und Clara spürte, wie Isabels Körper sich an ihren schmiegte, als wären sie dafür gemacht. Der Kuss wurde drängender, hungriger, und Clara spürte, wie ihre Beine nachgaben, als Isabel an ihrer Unterlippe knabberte und sie sanft zwischen die Zähne zog.
— Du magst das — murmelte Isabel, ihre Lippen streiften Claras, während sie sprach.
— Ja — gab Clara zu, ihre Stimme rau.
— Und das? — Isabel glitt mit der Hand über Claras Seite, ihre Finger zeichneten die Kurve ihrer Hüfte nach, bevor sie sich weiter nach unten wagten, bis sie gegen Claras Oberschenkel drückten, knapp unter dem Saum ihres Kleides.
Clara schluckte schwer, ihr ganzer Körper zitterte vor Erwartung.
— Ja.
Isabel lächelte triumphierend und küsste sie erneut, diesmal langsamer, als hätte sie alle Zeit der Welt. Ihre Hände erkundeten weiter, glitten über Claras Oberschenkel, ihre Finger schoben sich unter den Stoff des Kleides, bis sie die nackte Haut ihrer Taille berührten.
— Isabel — Clara stöhnte, ihr Name ein Flehen, eine Bitte.
— Pssst — flüsterte Isabel, ihre Lippen jetzt an Claras Hals, küssten, knabberten, hinterließen eine Spur von Feuer auf ihrer Haut. — Ich weiß.
Clara spürte, wie Isabels Finger sich weiter nach oben bewegten, bis sie den Rand ihres Slips streiften. Sie bog sich ihr entgegen, flehte stumm um mehr, und Isabel lachte leise, ihr warmer Atem gegen ihre Haut.
— So ungeduldig — murmelte sie, ihre Finger glitten unter den Stoff und fanden die feuchte Hitze, die auf sie wartete.
Clara stöhnte, der Laut erstickte gegen Isabels Schulter, während deren Finger sich in langsamen Kreisen bewegten, erkundeten, provozierten. Sie klammerte sich an Isabel, ihre Nägel gruben sich in deren Rücken, während die Lust sich in ihrem Körper ausbreitete wie eine Welle.
— Bitte — flüsterte sie, ihre Stimme gebrochen.
Isabel antwortete nicht mit Worten. Stattdessen küsste sie sie erneut, tief und besitzergreifend, während ihre Finger das Tempo erhöhten, drückten, streichelten, bis Clara sich gegen sie wand, ihr ganzer Körper zitterte vor dem Bedürfnis nach mehr.
— Du bist so schön so — murmelte Isabel, ihre Lippen an Claras Ohr. — So hingegeben. So mein.
Clara spürte, wie etwas in ihr brach, wie ein Damm, der unter dem Druck nachgab. Sie klammerte sich fester an Isabel, ihre Hüften bewegten sich im Einklang mit deren Fingern, jagten der Lust nach, die sich in ihr aufbaute. Das Meer rauschte im Hintergrund, die Wellen brachen am Strand, und Clara fühlte sich, als würde sie sich auflösen, als würde sie Teil dieser Nacht, dieses Moments, dieses Verlangens werden, das sie verzehrte.
— Isabel — stöhnte sie, ihr Name ein erstickter Schrei.
— Komm für mich — befahl Isabel, ihre Stimme fest, unerbittlich. — Jetzt.
Und Clara gehorchte.
Der Orgasmus traf sie wie eine Welle, stark und überwältigend, ließ ihren ganzen Körper zittern. Sie klammerte sich an Isabel, ihre Finger gruben sich in deren Haut, während die Lust sie durchflutete, ließ sie atemlos, gedankenlos, ohne etwas außer der reinen, intensiven Empfindung, lebendig zu sein.
Als sie schließlich zu sich kam, kniete Clara im Sand, ihr Körper zitterte noch von den letzten Zuckungen der Lust. Isabel stand vor ihr, ihre Augen dunkel vor Zufriedenheit, die Lippen von den Küssen geschwollen.
— Lass uns in mein Zimmer gehen — sagte sie und streckte die Hand aus. — Bevor ich entscheide, dich hier am Strand zu nehmen.
Clara blickte sie an, ihr Herz schlug noch immer unkontrolliert, und sie wusste, dass es nichts auf der Welt gab, das sie mehr wollte, als Isabel dorthin zu folgen, wohin auch immer sie sie führen würde.
Die Tür zu Isabels Zimmer schloss sich mit einem leisen, endgültigen Klicken, als hätte die Welt draußen aufgehört zu existieren. Die Luft im Raum war schwer, erfüllt vom Geruch des Meeres, der noch in ihrer beider Haut hing, vermischt mit Isabels zitrusartigem, leicht holzigem Parfüm – etwas, das Clara bereits mit Gefahr, mit Verlangen, mit dieser Frau verband, die sie ansah, als könnte sie sie ganz verschlingen.
Das Zimmer war ein Refugium aus Luxus und Schatten. Das Mondlicht drang durch die halb geöffneten Vorhänge und zeichnete silberne Streifen auf die schwarzen Seidenlaken, auf Isabels Körper, als sie sich zu Clara umdrehte. Es gab keine Eile mehr. Keine Notwendigkeit mehr, das zu zügeln, von dem beide wussten, dass es seit dem ersten Blick auf der Party geschehen würde. Nur die Erwartung, das Gewicht dessen, was kommen würde, das Wissen, dass hier Claras Regeln nicht mehr galten.
— Du zitterst — murmelte Isabel und trat langsam näher, als wäre Clara ein wildes Tier, das jeden Moment fliehen könnte. Ihre Finger streiften Claras nackten Arm, zeichneten einen langsamen Pfad bis zur Schulter, dann zum Hals, wo der Puls unkontrolliert schlug.
— Es ist die Kälte — log Clara, ihre Stimme rauer als beabsichtigt.
Isabel lächelte, ein langsames, wissendes Lächeln. — Es ist nicht die Kälte.
Und dann, ohne Vorwarnung, waren ihre Lippen auf Claras, heiß, fordernd. Es war kein sanfter Kuss der Entdeckung. Es war Besitz. Es war eine Erklärung. Isabels Zunge drang mit einer Selbstsicherheit in ihren Mund ein, die Clara gegen sie stöhnen ließ, ihre Finger vergruben sich im dünnen Stoff von Isabels Kleid, zogen sie näher. Claras Körper reagierte, bevor ihr Verstand protestieren konnte, bog sich gegen ihren, spürte die Hitze, die Festigkeit, das Versprechen all dessen, was noch kommen würde.
Isabel führte sie mit festen, aber bedächtigen Händen zum Bett. Jeder Schritt war eine Provokation, jede Berührung eine stumme Frage: *Willst du das? Willst du mich?* Und Clara antwortete mit ihrem Körper, mit ihren Lippen, mit den Seufzern, die zwischen den Küssen entwichen. Als die Rückseite ihrer Knie die Matratze berührte, ließ sie sich fallen und zog Isabel mit sich.
Das Gewicht von Isabels Körper auf ihrem war köstlich. Sie stützte sich auf die Ellbogen, ihr dunkles Haar fiel wie ein Vorhang um Claras Gesicht, während ihre Lippen Claras Hals hinabglitten, knabberten, leckten, eine Spur aus Feuer hinterließen. Clara bog den Hals, bot sich an, und Isabel lachte leise, ein dunkler, zufriedener Laut.
— Du magst das — murmelte sie gegen Claras Haut, ihre Zähne streiften das Schlüsselbein. — So berührt zu werden.
Es war keine Frage. Clara antwortete nicht mit Worten. Stattdessen fanden ihre Hände Isabels Hüften, zogen sie nach unten, spürten die köstliche Reibung zwischen ihnen. Ein Stöhnen entwich ihren Lippen, als Isabel sich gegen sie bewegte, langsam, absichtlich, ließ sie jeden Zentimeter des Verlangens spüren, das sie verband.
— Isabel… — ihr Name kam wie ein Flehen, eine Bitte.
— Pssst — flüsterte Isabel und schob eine Hand zwischen sie, ihre Finger fanden den Reißverschluss von Claras Kleid. — Lass mich dich sehen.
Das Kleid wurde mit quälender Langsamkeit geöffnet, der Stoff glitt von Claras Schultern und enthüllte die blasse Haut, die kleinen, festen Brüste, die bereits vor Erwartung steifen Brustwarzen. Isabel wich nicht zurück. Ihre dunklen Augen glitten über jeden freigelegten Zentimeter, als würde sie sich jedes Detail, jede Kurve, jede Unvollkommenheit einprägen. Und dann, endlich, lag ihr Mund auf einer der Brustwarzen, saugte fest, während die freie Hand die andere drückte, ließ Clara sich mit einem erstickten Schrei aufbäumen.
— Verdammt — stöhnte Clara, ihre Finger vergruben sich in Isabels Haar, zogen sie näher, wollten mehr, brauchten mehr.
Isabel gehorchte, aber nicht auf die Weise, die Clara erwartet hatte. Statt weiterzumachen, zog sie sich gerade so weit zurück, um Clara anzusehen, die Lippen glänzend, die Augen dunkel vor einer Intensität, die Claras Herz noch schneller schlagen ließ.
— Du bist wunderschön — sagte sie mit rauer Stimme. — Aber ich will mehr als das.
Bevor Clara fragen konnte, was sie meinte, glitt Isabel nach unten, ihre Lippen zogen eine feuchte Spur über Claras Bauch, die Kurve ihrer Hüfte, bis sie am Saum ihres Slips ankamen. Ihre Finger hakten sich in den Bund und zogen ihn langsam herunter, enthüllten die weiche Haut, den Duft der Erregung, der bereits die Luft erfüllte.
Clara hielt den Atem an, als Isabel innehielt, ihre Lippen schwebten nur Zentimeter von der Stelle entfernt, an der sie sie am meisten wollte. — Bitte — flüsterte sie, ohne Scham, ohne Kontrolle.
Isabel lächelte, ein boshaftes Lächeln, und dann war ihr Mund auf ihr, heiß, feucht, unerbittlich. Isabels Zunge fand den richtigen Punkt mit einer Präzision, die Clara aufschreien ließ, ihre Hände krallten sich in die Laken, während Wellen der Lust sie durchfluteten. Sie war noch nie so berührt worden – mit so viel Selbstsicherheit, so viel Hingabe. Jede Bewegung von Isabels Zunge war berechnet, jedes Saugen ein Versprechen auf mehr.
— Du schmeckst nach Sünde — murmelte Isabel gegen ihre Haut, ihre Finger gesellten sich zu ihrem Mund, glitten mit einer Langsamkeit in sie hinein, die Clara stöhnen ließ. — Und ich will dich verschlingen.
Clara konnte nicht antworten. Die Worte verloren sich in einem Wirrwarr von Empfindungen, von Lust, die wuchs, die sie verzehrte. Sie klammerte sich an Isabel, ihre Nägel gruben sich in deren Schultern, ihre Hüften bewegten sich in einem verzweifelten Rhythmus, suchten mehr, immer mehr.
Isabel ließ sie nicht kommen. Noch nicht. Als sie spürte, dass Clara zu nah war, zog sie sich zurück, die Lippen glänzend, die Finger noch in ihr, bewegten sich langsam, quälten sie.
— Nein — stöhnte Clara frustriert, ihre Augen öffneten sich, um Isabel anzusehen.
— Noch nicht — wiederholte Isabel mit fester Stimme. — Ich will, dass du dich daran erinnerst. Dass du dich an *mich* erinnerst.
Und dann stand sie auf und ließ Clara keuchend, verzweifelt zurück, während sie sich auszog. Das Kleid fiel mit einem leisen Rascheln zu Boden und enthüllte Isabels Körper – üppige Kurven, sonnengebräunte Haut, volle Brüste, dunkle, steife Brustwarzen. Clara beobachtete sie wie gebannt, während Isabel ihre Hose aufknöpfte und sie ebenfalls fallen ließ, nur noch einen schwarzen Spitzen-Slip trug, der kaum das verbarg, was Clara am meisten sehen wollte.
— Deine Reihe — sagte Isabel und trat näher, ihre Hände fanden Claras Brüste und drückten sie fest. — Zeig mir, was mir gehört.
Clara zögerte nicht. Mit zitternden Händen zog sie sich den Rest ihrer Kleidung aus und ließ sich entblößt, verletzlich, vollständig Isabels Gnade aus. Und als Isabel sie an sich zog, Haut an Haut, war die Hitze zwischen ihnen fast unerträglich.
— Jetzt — flüsterte Isabel und schob Clara zurück aufs Bett, setzte sich auf sie, ihre Körper passten perfekt ineinander. — Komm für mich.
Und Clara gehorchte.
Der Orgasmus traf sie mit einer Wucht, die ihr den Atem raubte, ihr Körper wand sich, ihre Stöhnen hallten durch das Zimmer, während Isabel sie beobachtete, zufrieden, ihre Finger noch in ihr, verlängerten die Lust, bis Clara nicht mehr konnte.
Als sie endlich aufhörte zu zittern, zog Clara Isabel zu sich herunter und küsste sie mit einem Hunger, von dem sie nicht wusste, dass sie ihn hatte. Ihre Finger fanden den Bund von Isabels Slip und zogen ihn herunter, verzweifelt danach, das zurückzugeben, was sie erhalten hatte.
— Nein — murmelte Isabel und hielt ihre Handgelenke fest. — Noch nicht.
Clara runzelte die Stirn, verwirrt, doch Isabel lächelte nur, drehte sie auf die Seite und zog sie an sich.
— Ich will dich sehen — sagte sie, drehte Clara mit dem Rücken zu sich, schmiegte sich von hinten an sie, ihre Brüste drückten gegen Claras Rücken, ihre Hand glitt wieder zwischen ihre Beine. — Ich will spüren, wie du wieder kommst. Und wieder.
Und dann, während Isabels Mund Claras Hals fand, begannen ihre Finger sich zu bewegen, langsam, tief, unerbittlich, und Clara wusste, dass diese Nacht noch lange nicht vorbei war.
Clara spürte, wie ihr ganzer Körper brannte, als Isabels Finger erneut in ihre feuchte Hitze eindrangen, jetzt mit einer berechneten Langsamkeit, als wäre jede Bewegung eine Frage – und sie eine Antwort, die sie nicht in Worte fassen konnte. Isabels Atem streifte ihren Nacken, heiß und feucht, während ihre andere Hand über Claras Bauch glitt, sie leicht drückte, bevor sie zu ihren Brüsten hinaufwanderte und mit den bereits steifen Brustwarzen spielte. Ein Stöhnen entwich ihren Lippen ohne Erlaubnis, und sie bog den Rücken durch, suchte nach mehr Kontakt, mehr Druck, mehr *irgendetwas*, das die Spannung lindern konnte, die sich in ihr wie ein Faden zusammenzog, der kurz davor war zu reißen.
— Magst du das, wenn ich das mache? — Isabels Stimme war ein raues Flüstern, ihre Lippen streiften Claras Ohr, während ihre Finger tiefer glitten, sich in einer Bewegung krümmten, die Sterne hinter Claras geschlossenen Lidern explodieren ließ. — Oder bevorzugst du es, wenn ich *so* mache?
Der Rhythmus änderte sich. Jetzt gab es keine Langsamkeit mehr, nur noch eine unerbittliche Dringlichkeit, Isabels Finger drangen mit einer Präzision in sie ein, die ihr die Luft raubte. Clara versuchte zu antworten, doch die Worte verloren sich in einem Wirrwarr aus Stöhnen und zusammenhanglosen Bitten. Ihre Hand krallte sich in das Laken, die Nägel gruben sich in den Stoff, während die Lust sich aufbaute, eine Welle, die kurz davor war zu brechen.
— *Isabel…* — Ihr Name kam wie ein Gebet, eine Warnung, eine Kapitulation.
— Pssst — murmelte Isabel und biss sanft in ihr Ohrläppchen. — Ich weiß. Ich *weiß*.
Und dann, als hätte sie auf genau diesen Moment gewartet, zog Isabel ihre Finger plötzlich zurück und ließ Clara keuchend zurück, ihr ganzer Körper zitterte im Protest. Doch bevor sie sich beschweren konnte, spürte sie, wie Isabel sich hinter ihr bewegte, die Hitze ihres Körpers sich für einen Moment entfernte, bevor sie zurückkehrte – jetzt mit etwas mehr. Der Stoff von Isabels Slip streifte ihre Oberschenkel, und Clara erkannte mit einem Schauer, dass sie ihn ausgezogen hatte. Isabels nackte Haut presste sich gegen ihre, feucht und heiß, und die Berührung war so intensiv, dass Clara fast auf der Stelle gekommen wäre.
— Willst du? — fragte Isabel mit leiser Stimme, ihre Lippen jetzt an Claras Schulter, ihre Zähne hinterließen leichte Male auf der Haut. — Willst du, dass ich dir zeige, wie gut es ist, wenn es keine Regeln mehr gibt?
Clara musste nicht nachdenken. Sie nickte, verzweifelt, die Worte blieben ihr im Hals stecken.
— *Sag es.*
— *Ja.* — Das Wort kam als Hauch, fast unhörbar, doch Isabel hörte es.
Und dann, ohne Vorwarnung, drehte Isabel sie auf den Bauch und zog ihre Hüften mit einer Kraft nach oben, die sie atemlos zurückließ. Clara spürte Isabels Hände an ihren Oberschenkeln, die sie öffneten, sie vollständig entblößten. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, als sie Isabels warmen Atem zwischen ihren Beinen spürte, die Zunge langsam, erkundend, jede Falte mit quälender Präzision liebkoste.
— *Verdammt—* Clara bog den Rücken durch, ihre Finger ballten sich zu Fäusten, während Isabel sie mit einer bedächtigen Langsamkeit leckte, als hätte sie alle Zeit der Welt. Jede Bewegung ihrer Zunge war eine Provokation, eine Erinnerung daran, dass Isabel die Kontrolle hatte, dass Clara keine Wahl hatte, als sich hinzugeben.
— Du schmeckst nach Sünde — murmelte Isabel gegen ihre Haut, ihre Finger ersetzten nun die Zunge, drangen in sie ein, während ihr Mund sich nach oben bewegte, die Innenseite ihrer Oberschenkel knabberte und Male hinterließ, von denen Clara wusste, dass sie am nächsten Morgen noch sichtbar sein würden. — Und ich liebe es zu sündigen.
Clara konnte nicht mehr denken. Die Lust war zu viel, zu intensiv, ein Druck, der wuchs und wuchs, bis sie das Gefühl hatte, explodieren zu müssen. Ihre Hüften bewegten sich wie von selbst, suchten nach mehr Kontakt, mehr Reibung, mehr *ihr*. Isabel lachte leise, der Klang vibrierte gegen ihre Haut, und dann krümmten sich ihre Finger in ihr, fanden jenen Punkt, der Clara aufschreien ließ.
— *Isabel, ich kann nicht— ich halte das nicht aus—*
— Du hältst es aus — befahl Isabel mit fester Stimme, ihre Finger bewegten sich schneller, tiefer. — Du kommst, wenn ich es sage. Nicht früher.
Clara biss sich auf die Lippe, versuchte sich zu beherrschen, doch es war unmöglich. Jede Zelle ihres Körpers stand in Flammen, jeder Nerv lag bloß, jeder Atemzug ein Stöhnen. Isabel trieb sie an den Rand, und sie wusste, dass sie, wenn sie schließlich fiel, aus einer Höhe stürzen würde, aus der sie nie wieder ganz zurückkehren würde.
— *Bitte—*
— *Jetzt.*
Der Befehl wurde von einer präzisen Bewegung ihrer Finger begleitet, und Clara zerbrach. Der Orgasmus durchfuhr sie wie ein elektrischer Schlag, riss einen rauen Schrei aus ihrer Kehle, während ihr Körper sich wand, die Muskeln sich in unkontrollierbaren Krämpfen zusammenzogen. Isabel hörte nicht auf. Sie bewegte ihre Finger weiter, verlängerte die Lust, bis Clara nicht mehr wusste, wo ein Orgasmus endete und der nächste begann.
Als sie schließlich aufhörte zu zittern, fiel Clara bäuchlings auf die Matratze, ihr Körper war schlaff, ihr Atem ging stoßweise. Isabel legte sich neben sie, zog sie an sich, ihre Arme umschlossen sie von hinten. Clara spürte Isabels Herzschlag gegen ihren Rücken, schnell, fast so schnell wie ihr eigener.
— Du warst perfekt — murmelte Isabel und küsste ihre Schulter. — Aber es ist noch nicht vorbei.
Clara öffnete die Augen, verwirrt, ihr Körper kribbelte noch.
— *Was?*
Isabel lächelte gegen ihre Haut, ihre Finger zeichneten träge Kreise auf ihren Bauch.
— Ich sagte, ich will dich wieder kommen sehen. Und wieder.
Bevor Clara protestieren konnte – nicht, dass sie die Kraft dazu gehabt hätte –, drehte Isabel sie auf den Rücken, ihre Lippen fanden Claras in einem langsamen, tiefen Kuss, der ihren Körper sofort reagieren ließ. Isabels Hände glitten über ihre Oberschenkel, öffneten sie sanft, und Clara spürte, wie die Finger wieder begannen, sie zu erkunden, jetzt mit einer Vertrautheit, die sie stöhnen ließ.
— Du gehörst *mir* heute Nacht — flüsterte Isabel, ihre Finger bewegten sich in einem Rhythmus, der Clara den Rücken durchbiegen ließ, mehr suchte. — Und ich werde nicht aufhören, bis du dich nicht mehr an deinen eigenen Namen erinnern kannst.
Clara schloss die Augen und ergab sich. Es gab keinen Widerstand mehr, keine Kontrolle. Es gab nur noch Isabel, ihre Finger, ihren Mund, ihren Körper gegen ihren. Und zum ersten Mal in ihrem Leben wollte sie nicht, dass es endete.
Das Morgenlicht drang wie ein zarter Eindringling ins Zimmer, gefiltert durch die weißen Leinenvorhänge, die im salzigen Wind tanzten. Clara erwachte zuerst, oder vielleicht war sie nur die Erste, die aus der Betäubung auftauchte, in die ihre Körper versunken waren. Ihre Muskeln protestierten leicht, als sie sich bewegte, eine sanfte Erinnerung an jede Kurve, die Isabel erkundet hatte, an jedes Stöhnen, das sie ihren Lippen entlockt hatte. Neben ihr schlief Isabel noch, ihr Atem ging langsam und tief, das dunkle Haar lag wie verschüttete Tinte auf dem Kissen.
Clara beobachtete sie einen langen Moment, erlaubte sich, jedes Detail in sich aufzunehmen: die Kurve der nackten Schulter, wo das Morgenlicht goldene Schatten zeichnete; die Linie des Schlüsselbeins, gezeichnet von kleinen Kratzern – Andenken an ihre eigenen Nägel, die sich dort in der Hitze der Lust vergraben hatten. Isabels Lippen waren leicht geöffnet, als würden sie noch unausgesprochene Versprechen flüstern, und Clara spürte den Drang, sie erneut zu küssen, sie mit demselben Feuer zu wecken, das sie Stunden zuvor verzehrt hatte. Doch etwas hielt sie zurück. Es war keine Angst, kein Zögern. Es war nur das Bewusstsein, dass der Morgen eine andere Realität mit sich brachte, eine, die nicht ignoriert werden konnte.
Sie richtete sich langsam auf, stützte sich auf die Ellbogen, und das Laken rutschte bis zu ihrer Taille, enthüllte die Haut, gezeichnet von Küssen und Bissen. Die Luft war erfüllt von ihrem Duft – Schweiß, Sex, Isabels zitrusartiges Parfüm, vermischt mit dem Salz des Meeres, das noch in ihren Haaren hing. Clara atmete tief ein und spürte das Gewicht der Nacht in jeder Faser ihres Körpers. Es gab kein Bedauern, aber auch keine Illusionen. Was zwischen ihnen geschehen war, war kein Anfang, sondern ein Ende in sich selbst, eine Flamme, die so intensiv gebrannt hatte, dass kein Raum für Asche blieb.
Isabel bewegte sich, ihre Wimpern flatterten, bevor sie sich langsam öffneten. Die grünen Augen trafen Claras, und für einen Moment sprach keine von beiden. Es lag etwas fast Feierliches in dieser Stille, als wüssten beide, dass keine Worte ausreichen würden, um das einzufangen, was sie geteilt hatten.
— Guten Morgen — murmelte Isabel, ihre Stimme rau vom Schlaf und von anderen Dingen. Ihre Hand streckte sich aus, die Finger streiften Claras Hüfte, als müsste sie sich vergewissern, dass sie noch da war, real.
Clara lächelte, rückte aber nicht näher. Stattdessen beugte sie sich vor, um das Wasserglas auf dem Nachttisch zu nehmen, trank einen langen Schluck und reichte es Isabel. Die andere Frau nahm es, ihre Lippen berührten dieselbe Stelle, an der Claras Lippen gewesen waren, und die Geste schien mit einer Intimität geladen, die über das Körperliche hinausging.
— Du wachst immer so früh auf? — fragte Isabel und gab das Glas zurück.
— Nur, wenn ich keine Wahl habe — antwortete Clara und stellte das Glas beiseite. — Die Sonne bittet normalerweise nicht um Erlaubnis.
Isabel lachte leise, der Klang vibrierte in Claras Brust wie ein Echo der Lust. Sie setzte sich auf, ließ das Laken vollständig fallen und enthüllte ihren nackten Körper in all seiner Pracht. Clara wandte den Blick nicht ab, verschlang sie aber auch nicht mit derselben Gier wie in der Nacht zuvor. Es lag jetzt etwas anderes darin, eine Zärtlichkeit, die es vorher nicht gegeben hatte, vermischt mit dieser unbezähmbaren Anziehung.
— Du denkst zu viel nach — sagte Isabel und beugte sich vor, um Claras Schulter zu küssen. Ihre Lippen waren warm, weich, und Clara schloss für einen Moment die Augen, ließ sich von der Empfindung tragen.
— Es ist kein Nachdenken — korrigierte Clara und drehte sich zu ihr um. — Es ist nur… ein Bewusstwerden.
Isabel hob eine Augenbraue, ein Lächeln spielte um ihre Lippen.
— Bewusstwerden wovon?
— Dass das nichts ist, was wir wiederholen.
Die Worte hingen schwer zwischen ihnen, aber nicht beladen mit Traurigkeit. Isabel schien nicht überrascht. Stattdessen streckte sie die Hand aus und hielt Claras Kinn, neigte ihr Gesicht, sodass ihre Blicke sich trafen.
— Wer sagt, dass ich wiederholen will? — fragte sie mit sanfter, aber fester Stimme. — Manchmal ist eine Nacht genau das, was sie sein muss. Perfekt. Unvergesslich. Und ohne Fesseln.
Clara spürte einen Kloß im Hals, aber es war kein Schmerz. Es war etwas Komplexeres, eine Mischung aus Erleichterung und Dankbarkeit. Isabel verstand. Sie hatte es immer verstanden, seit dem ersten Blick auf der Party, als Clara noch versucht hatte, sich einzureden, dass sie das kontrollieren konnte.
— Du bist nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe — gab Clara zu und strich mit den Fingern durch Isabels Haar, spürte die seidige Textur zwischen ihnen.
— Und wie hast du mich dir vorgestellt?
— Jemand, der… ich weiß nicht. Der ein Ende nicht so leicht akzeptiert.
Isabel lachte, ein tiefer, reicher Klang.
— Es ist kein Ende, Clara. Es ist ein Geschenk. Du hast mir eine Nacht gegeben, die ich nie vergessen werde. Und ich habe dir dasselbe gegeben. Das ist nicht wenig.
Clara nickte, aber etwas in ihr rebellierte noch. Nicht die Idee, es nicht zu wiederholen, sondern das Gefühl, dass Isabel sich bereits verabschiedete. Als wüsste sie von Anfang an, dass es nicht über diese Nacht hinausgehen würde.
— Was wirst du jetzt tun? — fragte Clara und versuchte, ihre Stimme leicht klingen zu lassen.
Isabel legte sich auf den Rücken und blickte zur Decke, während die Sonne goldene Muster auf ihre Haut malte.
— Ich werde duschen. Frühstück bestellen. Und dann… — sie machte eine Pause und drehte sich zu Clara mit einem schelmischen Lächeln — … werde ich dich auf einen Kaffee am Strand einladen. Bevor du in dein kontrolliertes Anwältinnenleben zurückkehrst.
Clara lachte, doch der Klang erstarb schnell. Die Erwähnung ihres realen Lebens war wie eine Erinnerung daran, dass sie außerhalb dieses Zimmers, außerhalb dieser Nacht, zwei Fremde mit völlig unterschiedlichen Welten waren.
— Und du? — fragte Clara und versuchte, die Melancholie nicht durchklingen zu lassen. — Was wirst du danach tun?
Isabel kam näher, ihre Lippen streiften Claras Ohr, während sie flüsterte:
— Ich werde leben. Wie immer. Ohne Pläne, ohne Versprechen. Einfach… fühlen.
Clara schloss die Augen und ließ Isabels Worte in sich einsinken. Das war es, nicht wahr? Der Unterschied zwischen ihnen. Isabel lebte im Moment, ohne Angst vor dem, was danach kam. Clara hingegen hatte immer einen Plan gebraucht, Kontrolle, Gewissheit. Bis zur letzten Nacht.
— Ich weiß nicht, ob ich das kann — gab Clara zu, ihre Stimme fast ein Flüstern.
Isabel wich gerade so weit zurück, um ihr in die Augen zu sehen.
— Musst du nicht. Du hast es bereits getan. Diese Nacht gehörte dir. Und niemand kann dir das nehmen.
Clara spürte, wie ihr die Tränen in den Augen brannten, doch sie ließ sie nicht fallen. Stattdessen beugte sie sich vor und küsste Isabel, ein langsamer, tiefer Kuss, voller all dessen, was nicht gesagt werden konnte. Isabel erwiderte ihn, ihre Hände glitten über Claras Körper, nicht mit der Dringlichkeit der letzten Nacht, sondern mit einer Zärtlichkeit, die Claras Brust eng werden ließ.
Als sie sich trennten, lächelte Isabel, ihre Finger zeichneten die Kontur von Claras Lippen nach.
— Lass uns duschen — sagte sie und stand auf, um ihr die Hand zu reichen. — Bevor ich entscheide, dass ich lieber hier mit dir bleiben möchte.
Clara nahm Isabels Hand und ließ sich aus dem Bett ziehen. Das Badezimmer war geräumig, mit einer Marmorbadewanne und einem Fenster, das aufs Meer hinausging, das jetzt im Morgenlicht badete. Isabel drehte das Wasser auf, ließ den Dampf den Raum erfüllen, und drehte sich dann zu Clara um, ihre grünen Augen funkelten mit einer Intensität, die nicht nachgelassen hatte.
— Kommst du? — fragte sie und stieg in die Wanne, um ihr erneut die Hand zu reichen.
Clara zögerte nicht. Sie stieg ins Wasser, spürte die Hitze, die sie umhüllte, entspannte Muskeln, die noch die Erinnerung an Isabels Berührungen in sich trugen. Isabel kam näher, ihre Körper trafen sich unter dem Wasser, und Clara spürte, wie ihr Atem schneller ging, als Isabel sie an sich zog, ihre Beine verflochten, ihre Brüste sich aneinanderdrückten.
— Ich sagte, ich würde dich auf einen Kaffee einladen — murmelte Isabel, ihre Lippen streiften Claras Schläfe. — Aber ich glaube, ich bin noch nicht fertig mit dir.
Clara lachte, doch der Klang verwandelte sich in ein Stöhnen, als Isabels Hände über ihren Rücken glitten und sie näher zogen.
— Du bist unersättlich — warf Clara ihr vor, doch es lag kein Vorwurf in ihrer Stimme.
— Nur bei dir — antwortete Isabel und biss sanft in Claras Unterlippe.
Und dann gab es keine Worte mehr. Nur das Geräusch des Wassers, der Dampf, der zwischen ihnen aufstieg, ihre Körper, die sich in einem langsamen, sinnlichen Rhythmus bewegten, als hätten sie alle Zeit der Welt. Isabel küsste Clara mit einer Sanftheit, die im Kontrast zur Leidenschaft der letzten Nacht stand, als wollte sie sich jedes Detail, jeden Geschmack einprägen. Clara ließ sich treiben, ihre Finger vergruben sich in Isabels Haar, ihre Hüften bewegten sich in Antwort auf Isabels erfahrene Berührungen.
Als sie kamen, war es fast gleichzeitig, ihre Körper zitterten unter dem Wasser, ihre Stöhnen erstickten sich gegenseitig auf der Haut. Clara spürte, wie ihre Beine nachgaben, doch Isabel hielt sie fest, hielt sie aufrecht, ihre Lippen noch auf ihren, in einem Kuss, der nicht enden wollte.
Als sie sich schließlich trennten, legte Isabel ihre Stirn gegen Claras, die Augen geschlossen.
— Das — flüsterte sie — war ein Abschied.
Clara antwortete nicht. Sie musste nicht. Beide wussten, dass es die Wahrheit war.
Nach dem Duschen zogen sie sich schweigend an, tauschten Blicke aus, die mehr sagten als Worte. Isabel wählte ein leichtes weißes Leinenkleid, das im Kontrast zu ihrer gebräunten Haut stand, und Clara entschied sich für eine Hose und eine Seidenbluse, etwas, das sie der Anwältin näherbrachte, die sie tagsüber war. Doch unter der Kleidung trug ihre Haut noch die Male der Nacht, unsichtbare Erinnerungen an das, was geschehen war.
Sie gingen hinunter zum Frühstück auf die Hotelterrasse, wo ein Tisch mit frischen Früchten, knusprigem Brot und starkem Kaffee gedeckt war. Das Meer glitzerte in der Ferne, die Wellen brachen sanft am Strand, und Clara spürte eine seltsame Ruhe in sich aufsteigen. Es war keine Freude, keine Traurigkeit. Es war etwas dazwischen, eine Akzeptanz.
— Reist du heute ab? — fragte Isabel und schnitt eine Scheibe Mango.
Clara nickte.
— Ich habe morgen ein wichtiges Meeting. Ich muss zurück nach São Paulo.
Isabel schien nicht überrascht.
— Und ich habe in zwei Wochen eine Ausstellung in Barcelona. Ich werde vorher ein paar Tage in Lissabon verbringen.
Sie aßen eine Weile schweigend, das Klirren des Bestecks und das Rauschen der Wellen füllten den Raum zwischen ihnen.
— Schickst du mir eine Nachricht? — fragte Clara und überraschte sich selbst.
Isabel lächelte, doch in ihren Augen lag ein Hauch von Traurigkeit.
— Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist.
Clara nickte und spürte, wie sich ihre Brust zusammenzog. Sie wusste, dass Isabel recht hatte. Manche Dinge waren besser als Erinnerungen aufgehoben.
— Dann… ist das ein Abschied — sagte Clara mit fester Stimme, trotz der Emotionen, die sie durchfluteten.
Isabel streckte die Hand über den Tisch aus und berührte Claras Finger.
— Es ist kein Abschied. Es ist ein *„Auf Nimmerwiedersehen“*. Denn irgendwie weiß ich, dass sich unsere Wege nicht wieder kreuzen werden.
Clara hielt Isabels Hand fest, drückte sie, als könnte sie ein Stück dieser Nacht in ihren Handflächen bewahren.
— Danke — sagte sie mit belegter Stimme. — Für alles.
Isabel lächelte, ihre grünen Augen funkelten.
— Danke dir. Dass du dich eingelassen hast.
Sie standen auf, und Clara spürte das Gewicht des Abschieds in jedem Schritt. Isabel begleitete sie zur Hotellobby, wo bereits ein Taxi wartete. Als Clara sich umdrehte, um sich zu verabschieden, zog Isabel sie in einen letzten Kuss, lang und tief, als wollte sie Claras Geschmack für immer in ihrem Gedächtnis bewahren.
— Geh — flüsterte Isabel und trat zurück. — Bevor ich es mir anders überlege und dich zurück ins Bett bringe.
Clara lachte, doch in ihren Augen standen Tränen. Sie stieg ins Taxi, und als sie sich umdrehte, stand Isabel noch da und beobachtete sie. Sie hob die Hand zum Abschied, und Clara erwiderte die Geste, wissend, dass es das letzte Mal war, dass sie sich sahen.
Das Taxi fuhr los, und Clara lehnte den Kopf an die Lehne, schloss die Augen. Es gab kein Bedauern. Keine gebrochenen Versprechen. Es gab nur die Erinnerung an eine Nacht, die sie für immer geprägt hatte, eine Leidenschaft, die sie vollständig verzehrt und verändert zurückgelassen hatte.
Und irgendwie war das genug.