Zwischen Laken und Seufzern

Von Tonkix
Zwischen Laken und Seufzern
**Zwischen Laken und Seufzern** Die Galerie roch nach frischer Farbe und teurem Champagner. Die Vernissage der Ausstellung *"Fragmente des Vergänglichen"* hatte die Elite der Stadt angelockt – Kunstkritiker mit scharfem Blick, Sammler mit berechnendem Lächeln, Künstler, die zwischen Verachtung und Schmeichelei hin- und herschwebten, als wäre es eine einstudierte Choreografie. Die makellosen weißen Wände zeigten Gemälde, die zwischen Abstraktion und Viszeralem schwankten, Pinselstriche, die mehr Emotionen zu enthalten schienen, als Worte je ausdrücken könnten. Und mitten in diesem Meer aus höflichen Gesprächen und erzwungenen Lachen erkannten sich zwei Körper, ohne sich vorstellen zu müssen. Lucas stand in der Nähe einer Glasbläserskulptur, einem Werk, das eine in der Zeit erstarrte Flamme imitierte. Seine langen, präzisen Finger – gewohnt, perfekte Linien in architektonische Entwürfe zu zeichnen – hielten ein Kristallglas mit derselben Sorgfalt, mit der er eine Skizze halten würde. Er trug einen schiefergrauen Anzug, makellos, ohne eine einzige Falte am falschen Platz, als gehorche selbst der Stoff seinem Bedürfnis nach Kontrolle. Die feine Brille rutschte über seine gerade Nase, und er schob sie mit einer fast unmerklichen Geste nach oben, die braunen Augen das Kunstwerk mit derselben Intensität analysierend, mit der er alles betrachtete: als wäre jedes Detail eine Gleichung, die es zu lösen galt. Er war kein Mann leichter Lächeln, doch etwas an seiner Haltung – die breiten Schultern leicht nach vorne geneigt, als wolle er sich vor der Welt schützen – machte ihn interessanter als die anderen Gäste. Sofia hingegen war ein lebendiger Kontrast. Während Lucas die gerade Linie war, war sie die unberechenbare Kurve. Ihr rotes Kleid – ein tiefer, fast scharlachroter Ton – trotzte der Umgebung mit seiner Kühnheit, schmiegte sich wie eine zweite Haut an ihren Körper, bevor es sich in einem Rock öffnete, der bei jeder Bewegung um ihre Knie tanzte. Ihr schwarzes, leicht gewelltes Haar fiel über die Schultern, als hätte es ein Eigenleben, und der Lippenstift in derselben Farbe wie das Kleid ließ ihren Mund noch einladender wirken. Sie lachte zu laut, gestikulierte mit den Händen, an denen silberne Ringe funkelten, und ihre Augen – grün wie Flaschenglas im Licht – leuchteten mit einer Mischung aus Herausforderung und Verletzlichkeit. Sie war keine eingeladene Künstlerin der Ausstellung, doch alle kannten sie. Oder besser gesagt, kannten ihren Ruf: die Malerin, die Bilder verbrannte, wenn ihr das Ergebnis nicht gefiel, die Frau, die im letzten Jahr eine Affäre mit dem Galeristen hatte und ihn dann mit einer auf einer Serviette gekritzelten Notiz abservierte. Sie hatten sich seit ihrem letzten Zusammentreffen vor Monaten nicht mehr gesehen, bei einem Empfang, bei dem sie Rotwein auf sein Hemd verschüttet hatte, ohne sich zu entschuldigen. *„Entschuldigungen sind für die, die Angst haben, sich die Hände schmutzig zu machen“*, hatte sie gesagt und mit den Fingern über den befleckten Stoff gestrichen, als wolle sie dort ihren Abdruck hinterlassen. Lucas hatte nur eine Augenbraue hochgezogen, doch etwas in seinem Blick – ein Funke, eine Erkenntnis – hatte ihr Herz schneller schlagen lassen. Danach hatte sie ihn gemieden. Oder vielleicht hatte er sie gemieden. Oder vielleicht hatten beide so getan, als wäre nichts geschehen. Doch jetzt gab es kein Entkommen. Sie war es, die ihn zuerst sah. Sie stand in der Nähe der Bar und flirtete mit einem Kunstkritiker, der sie mit prätentiösem Fachjargon beeindrucken wollte, als ihre grünen Augen über die Menge glitten und an ihm hängen blieben. Lucas stand mit dem Rücken zu ihr, doch sie hätte ihn überall erkannt – diese Art, regungslos dazustehen, als drehe sich die Welt um ihn, diese Haltung, die gleichzeitig ein Schild und eine Einladung war. Für einen Moment schien der Lärm der Galerie zu verstummen. Der Kritiker redete weiter, doch sie hörte nichts mehr. Nur das Geräusch ihres eigenen, beschleunigten Atems und die Hitze, die ihr den Hals hinaufkroch. Dann drehte er sich um. Es war keine ruckartige Bewegung, doch etwas in ihr erbebte. Ihre Blicke trafen sich inmitten der Menge, und es war, als verdichte sich die Luft zwischen ihnen, zu schwer, um sie zu ignorieren. Lucas lächelte nicht. Er winkte nicht. Er hielt einfach nur den Blick, die Lippen leicht geöffnet in einem Ausdruck, der Überraschung sein konnte, oder Verlangen, oder beides. Sofia spürte das Gewicht des Glases in ihrer Hand, das kalte Kristall gegen ihre verschwitzte Handfläche. Der Kritiker neben ihr bemerkte endlich, dass sie nicht mehr zuhörte, und folgte ihrem Blick, die Stirn runzelnd. — Kennen Sie Lucas Viana? — fragte er in einem Ton, der deutlich machte, dass er es nicht guthieß. — Vom Sehen — antwortete sie, ohne den Blick abzuwenden. — Aber ich glaube, es ist an der Zeit, das zu ändern. Sie stellte das Glas mit einem absichtlichen *Kling* auf die Theke und begann, auf ihn zuzugehen, die hohen Absätze klackten auf dem Marmorboden wie ein Metronom, das den Rhythmus von etwas Unvermeidlichem vorgab. Lucas rührte sich nicht. Er beobachtete nur, wie sie sich näherte, das rote Kleid durch die Menge schnitt wie ein Messer, die grünen Augen fest auf seine gerichtet, mit einer Intensität, die seine Brust zusammenzog. — Sie starren mich an — sagte sie, nur wenige Zentimeter entfernt stehen bleibend. Ihr Parfüm – etwas Blumiges mit einem Hauch von Gewürzen – erreichte ihn, vermischte sich mit dem Geruch von Farbe und Champagner. — Sie tragen Rot — antwortete er, die Stimme tief und rau. — Schon wieder. Sofia lächelte langsam und bewusst. — Sie erinnern sich. — Ich erinnere mich an alles. Die Stille, die folgte, war geladen. Um sie herum gingen die Gespräche weiter, klirrten die Gläser, doch in diesem kleinen Raum zwischen ihren Körpern schien die Welt stillzustehen. Lucas hob die Hand, zögernd, und seine Finger streiften ihr Handgelenk, wo der beschleunigte Puls unter der Haut sichtbar war. Sofia wich nicht zurück. Stattdessen beugte sie sich leicht vor, die Lippen fast sein Ohr berührend. — Dann gib zu, dass du mich vermisst hast. Er antwortete nicht. Nicht mit Worten. Doch als seine Finger sich um ihr Handgelenk schlossen und sie näher zu sich zogen, wusste Sofia, dass sie keine Antwort brauchte. Sein Körper hatte bereits für ihn gesprochen. Und dann, als hätte das Universum beschlossen einzugreifen, rief jemand Lucas beim Namen. Ein Sammler, ein Mann mittleren Alters mit einem schmierigen Lächeln, näherte sich mit ausgestreckter Hand. — Viana! Ich muss mit Ihnen über dieses Projekt in Leblon sprechen... Lucas ließ Sofias Handgelenk los, doch seine Augen verließen die ihren nicht. Für einen Moment sah sie etwas darin – Frustration, vielleicht, oder Resignation. Dann wandte er sich dem Mann zu, die professionelle Maske glitt mit einer Leichtigkeit zurück an ihren Platz, die sie ärgerte. — Natürlich — sagte er, die Stimme sanft, höflich. — Aber geben Sie mir eine Minute. Der Sammler nickte und entfernte sich, sodass sie wieder allein waren. Sofia verschränkte die Arme, die Bewegung ließ den Ausschnitt ihres Kleides ein wenig weiter aufklaffen. — Eine Minute — wiederholte sie ironisch. — Das ist alles, was Sie für mich haben? Lucas atmete tief durch, als würde er sich auf einen Sprung in tiefe Gewässer vorbereiten. — Das ist nicht der richtige Ort. — Immer gibt es eine Ausrede, nicht wahr? — Sie trat einen Schritt zurück, doch ihre Augen hielten ihn fest. — Oder mögen Sie es nur, mich warten zu lassen? Er antwortete nicht. Er beobachtete sie nur, der Kiefer angespannt, die Finger um den Stiel des Glases geklammert, mit genug Kraft, um das Kristall knirschen zu lassen. Sofia lächelte, ein Lächeln, das nicht ihre Augen erreichte, und drehte sich um, um zu gehen. Doch bevor sie mehr als zwei Schritte machen konnte, spürte sie seine Hand an ihrem Ellbogen, die sie zurückzog. — Terrasse — flüsterte er, die Stimme rau. — Fünf Minuten. Sie hätte nein sagen sollen. Hätte weitergehen sollen, ihn in seiner eigenen Unentschlossenheit ertrinken lassen sollen. Doch seine Berührung brannte durch den Stoff ihres Kleides, und die Art, wie seine Augen sich verdunkelten – als kämpfe er gegen etwas, das viel größer war als Anstand – ließ ihren Magen sich zusammenziehen. — Fünf Minuten — stimmte sie zu, die Stimme leise. — Keine Sekunde länger. Lucas ließ ihren Arm nicht los. Stattdessen führte er sie durch die Menge, die Körper wichen zurück, als spürten sie die Spannung zwischen ihnen. Sofia folgte ihm, bewusst jedes Blickes, der ihnen folgte, jedes Flüsterns, das in ihrem Kielwasser aufstieg. Als sie die Glastüren erreichten, die zur Terrasse führten, öffnete er sie mit einer ruckartigen Bewegung, und die Nachtluft umfing sie – kühl, feucht, schwer vom Duft von Jasmin und Asphalt. Draußen glitzerte die Stadt. Lichter blinkten in fernen Wolkenkratzern, und der Himmel, trotz der Lichtverschmutzung, bewahrte noch einige Sterne. Die Terrasse war leer, als wüssten selbst die anderen Gäste, dass dieser Raum jetzt ihnen gehörte. Lucas ließ ihren Arm los, doch er entfernte sich nicht. Stattdessen lehnte er sich gegen das Geländer, die Augen auf den Horizont gerichtet. Sofia wartete nicht. Sie ging zu ihm, blieb so nah stehen, dass sie die Wärme seines Körpers durch den Stoff ihres Kleides spüren konnte. Er bewegte sich nicht. Berührte sie nicht. Doch als sie die Hand hob und mit den Fingern über den Kragen seines Hemdes strich, spürte sie, wie er erbebte. — Fünf Minuten — erinnerte sie ihn, die Stimme ein Flüstern. — Was werden Sie damit tun? Lucas sah sie endlich an. Und dann, ohne ein Wort, umfasste er ihr Gesicht mit den Händen und küsste sie. Die Menge um sie herum schien dichter geworden zu sein, als wäre die Luft in der Galerie selbst schwerer geworden, erfüllt von teuren Parfüms und gedämpftem Gelächter. Sofia spürte die Hitze der aneinandergedrängten Körper, die Art, wie der Stoff ihres Kleides an ihrem verschwitzten Rücken klebte, das kühle Champagnerglas zwischen ihren Fingern – ein köstlicher Kontrast zu dem langsamen Brennen, das seit Lucas’ Kuss auf der Terrasse in ihrer Brust begonnen hatte. Sie spürte noch seinen Geschmack im Mund, etwas zwischen dem süßen Alkohol des Getränks und dem Salz ihrer eigenen Haut, eine Erinnerung, die sie unwillkürlich auf die Unterlippe beißen ließ. — *Auf die Kunst, die uns den Atem raubt* — verkündete der Kurator der Ausstellung und hob sein Glas in die Mitte des Saals, die Stimme durch das Mikrofon verstärkt. Der Toast hallte durch die Gäste, ein Chor klirrenden Kristalls, und Sofia folgte der Geste, doch ihre Augen ließen Lucas nicht los. Er stand nur wenige Schritte entfernt und unterhielt sich mit einem Mann im grauen Anzug, die langen Finger elegant um den Stiel des Glases gelegt. Als er bemerkte, dass sie ihn beobachtete, hob er den Blick über die Schulter seines Gesprächspartners, und ein Mundwinkel hob sich zu einem Lächeln, das seine Augen nicht erreichte – etwas Gefährliches, etwas, das mehr versprach als Worte. Sie näherte sich, glitt zwischen den Körpern hindurch wie im Tanz, bis sie neben ihm stand. Der Mann im grauen Anzug sprach noch immer, gestikulierte begeistert über irgendeine Beleuchtungstechnik, doch Lucas schien ihn nicht mehr zu hören. Seine Augen waren auf sie gerichtet, dunkel unter dem goldenen Licht der Kronleuchter, und Sofia spürte, wie sich ihr Magen zusammenzog, als er leicht den Kopf neigte, als würde er fragen: *Du bist zu mir gekommen. Und jetzt?* — *Stimmen Sie zu, Architekt?* — fragte der Mann schließlich, als er Lucas’ Ablenkung bemerkte. Er blinzelte, als würde er aus einem Traum erwachen, und nickte ohne Überzeugung. — Natürlich. Licht ist alles — murmelte er, doch seine Stimme klang fern, als wären die Worte nur ein Vorwand, um seine Lippen in Bewegung zu halten, während seine Augen Sofia nicht losließen. Sie lächelte herausfordernd und führte das Glas an die Lippen, ließ die kühle Flüssigkeit ihre Kehle hinabgleiten. Der Champagner schmeckte nach grünem Apfel und etwas Metallischem, vielleicht ihre eigene Nervosität, die sie durchströmte. Als sie das Glas absetzte, streiften ihre Finger die seinen – *unabsichtlich*, oder vielleicht auch nicht. Die Berührung war kurz, fast unmerklich, doch genug, dass er die Hand drehte und die ihre für einen Moment länger als die Etikette erlaubte zwischen seinen Fingern einfing. Es war, als hätte ein elektrischer Strom ihren Arm durchzuckt. Sofia hielt den Atem an, spürte die Hitze seiner Handfläche gegen ihre, die leichte Rauheit seiner Fingerkuppen, die Art, wie seine Finger sich um ihre schlossen, als wolle er sie nicht loslassen. Als er es schließlich tat, schien die Luft zwischen ihnen zu fehlen, und sie musste sich am Rand des Tisches neben sich abstützen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. — *Entschuldigung* — sagte er, doch sein Tonfall klang nicht nach Reue. Es war eher eine Bestätigung, eine Warnung, dass es nicht zufällig gewesen war. Seine Augen funkelten, und Sofia bemerkte, dass er genauso betroffen war wie sie. — *Ich nicht* — antwortete sie, die Stimme leise genug, dass nur er es hören konnte. — *Ich bereue nichts.* Lucas stieß ein kurzes Lachen aus, fast ein Seufzer, und trat einen Schritt näher. Sein Duft umfing sie – Sandelholz und etwas Tieferes, wie frisch geschnittenes Holz, ein Aroma, das ihr den Kopf verdrehte. Er beugte sich vor, die Lippen fast ihr Ohr streifend, als er sprach: — *Oben gibt es eine Terrasse. Leer. Möchtest du die Werke aus der Nähe sehen?* Die Worte waren ein Flüstern, doch in ihr hallten sie wie ein Schrei wider. Sofia spürte, wie ihr Herz so heftig schlug, dass sie sicher war, er könne es hören, das Blut in ihren Schläfen pulsierte, zwischen ihren Beinen, überall dort, wo ihre Haut empfindlicher zu sein schien. Sie blickte sich um, als suche sie nach einer Ausrede, nach einem Grund, nein zu sagen, doch die Wahrheit war, dass sie keinen wollte. Sie wollte nur seine Finger wieder mit ihren verschlungen spüren, wollte das Gewicht seines Körpers gegen ihren, wollte wissen, ob der Kuss auf der Terrasse real gewesen war oder nur ein vom Champagner hervorgerufenes Trugbild. — *Fünf Minuten* — wiederholte sie, als müsse sie sich selbst überzeugen. — *Nur um die Werke anzusehen.* Lucas lächelte langsam und gefährlich und streckte die Hand aus. — *Dann lass uns gehen.* Sie zögerte nicht. Sie stellte das Glas auf den Tisch, ignorierte das Klirren des Kristalls gegen den Marmor und nahm seine Hand. Die Finger verschränkten sich mit einer Natürlichkeit, die sie überraschte, als wären sie dafür gemacht, zueinander zu passen. Er führte sie durch die Menge, die Körper wichen vor ihnen zurück, als spürten sie die Dringlichkeit, die sie verzehrte. Sofia spürte die Blicke einiger Leute auf sich – neugierig, neidisch, spekulierend –, doch es kümmerte sie nicht. Sie war zu sehr damit beschäftigt, den Druck von Lucas’ Hand in ihrer zu spüren, die Wärme seiner Handfläche gegen ihre, die Art, wie sein Daumen langsam und absichtlich über ihren Handrücken strich. Als sie den Aufzug erreichten, drückte er den Knopf und drehte sich zu ihr um, die Augen glühend. — *Du zitterst* — bemerkte er, die Stimme rau. Sofia antwortete nicht. Sie hob nur das Kinn, herausfordernd, und trat so nah an ihn heran, dass sich ihre Körper fast berührten. Der Aufzug kam mit einem sanften *Ding*, die Türen öffneten sich und enthüllten einen leeren, erleuchteten Raum. Lucas trat zuerst ein und zog sie mit sich, und sobald sich die Türen schlossen, drückte er sie gegen die Spiegelwand. Ihr Spiegelbild war ein Wirrwarr aus Lichtern und Schatten – ihr schwarzes Kleid, das sich an ihren Körper schmiegte, das offene Haar, das über ihre Schultern fiel, die leicht geöffneten Lippen; sein makelloser Anzug, die leicht schief sitzende Krawatte, die dunklen Augen, die sie ansahen, als wäre sie das Einzige auf der Welt, das zählte. — *Fünf Minuten* — wiederholte er, die Stimme ein Knurren. — *Glaubst du, das wird reichen?* Sofia antwortete nicht. Sie umfasste nur sein Gesicht mit den Händen und küsste ihn. Der Aufzug fuhr schweigend nach oben, das einzige Geräusch war das elektrische Summen der Kabel und ihr abgehackter Atem. Sofia spürte den brennenden Blick von Lucas auf ihrer Haut, selbst durch den Stoff ihres Kleides. Als sich die Türen öffneten, ließ er ihre Hand nicht los. Stattdessen verschränkte er seine Finger fester mit ihren, zog sie mit einer entschlossenen Bewegung heraus. Die Terrasse der Galerie war ein vergessener Ort, versteckt hinter einer milchigen Glastür, die Lucas ohne zu zögern aufstieß. Die Nachtluft empfing sie, kühl und schwer vom Duft von Jasmin und vom tagsüber erhitzten Beton. Der fast volle Mond hing tief am Himmel und tauchte alles in ein silbernes Licht, das die Pflanzen in geisterhafte Silhouetten verwandelte und den Marmorboden wie stehendes Wasser glänzen ließ. Sofia ließ Lucas’ Hand los, sobald sie die Schwelle überquert hatten, als brauche sie diesen kleinen Abstand, um zu atmen. Sie ging zum schmiedeeisernen Geländer, die Absätze klangen leise auf dem Boden. Unten breitete sich die Stadt in einem Gewirr aus goldenen und roten Lichtern aus, die Autos winzig wie Glühwürmchen, gefangen in einem Netz aus Asphalt. Sie stützte die Ellbogen auf das Geländer, beugte sich leicht vor und spürte, wie der Wind mit den losen Strähnen ihres Haares spielte. Lucas blieb einige Schritte entfernt stehen und beobachtete sie. Es lag etwas Raubtierhaftes in der Art, wie er sie ansah – als würde er jede Bewegung, jede Reaktion berechnen. Er lockerte die Krawatte noch weiter, die langen Finger arbeiteten langsam am Knoten, dann zog er sie über den Kopf und ließ sie mit einem gedämpften Geräusch zu Boden fallen. — Du bist weggelaufen — sagte er, die Stimme leise, fast ein Murmeln. Sofia drehte sich zu ihm um, die Lippen zu einem Lächeln gekrümmt, das ihre Augen nicht erreichte. — Das war kein Weglaufen. Es war ein *strategischer Rückzug*. — Um mich auf die Folter zu spannen? — Um zu sehen, ob du den Mut hast, mir zu folgen. Er lachte, ein tiefer, rauer Klang, der in ihrer Brust widerhallte. Dann trat er einen Schritt vor, dann noch einen, bis er nah genug war, dass Sofia die von seinem Körper ausgehende Hitze spürte. Er berührte sie nicht. Noch nicht. Stattdessen beugte er sich vor, stützte die Hände auf das Geländer, eine auf jeder Seite von ihr, und hielt sie gefangen, ohne sie zu berühren. — Und jetzt? — fragte er, die Lippen so nah an ihrem Ohr, dass sein Atem ihre empfindliche Haut kitzelte. — Zufrieden mit der Antwort? Sofia bewegte sich nicht. Sie wich nicht zurück. Doch ihre Finger umklammerten das kalte Eisen fester, die dunkelrot lackierten Nägel gruben sich in die Oberfläche. — Du hast noch nichts gesagt — forderte sie heraus. — Du hast mich nur hierhergezogen, als wäre ich ein Preis. — Du *bist* ein Preis — murmelte er, die Augen auf ihren Mund gerichtet. — Aber ich bin kein Mann leerer Worte, Sofia. Ich ziehe es vor, es zu zeigen. Sie hätte lachen sollen. Hätte ihn wegstoßen oder zumindest Gleichgültigkeit vortäuschen sollen. Doch die Art, wie er sie ansah – als wäre sie das Einzige auf der Welt, das es wert war, gesehen zu werden – ließ ihren Magen sich in engen Knoten zusammenziehen. Und dann, bevor sie sich zurückhalten konnte, entfuhren ihr die Worte: — Dann zeig es mir. Lucas brauchte keine weitere Aufforderung. Mit einer fließenden Bewegung umfasste er ihr Gesicht mit den Händen, die Daumen streichelten ihre Wangenknochen, während er den Kopf neigte. Doch er küsste sie nicht. Noch nicht. Stattdessen schwebten seine Lippen über ihren, so nah, dass Sofia den Geschmack des Whiskys schmecken konnte, den er zuvor getrunken hatte, vermischt mit etwas Heißerem, Wilderem. — Du willst, dass ich es zugebe? — flüsterte er, die Stimme rau. — Gut. Seit dem Moment, in dem ich dich in dieser Menge gesehen habe, in diesem Kleid, das wie auf deinen Körper gemalt aussieht, wusste ich, dass ich dich ins Bett bringen würde. Oder auf den Boden. Oder gegen die Wand. — Er machte eine Pause, die Finger glitten in ihren Nacken, verhedderten sich in ihrem Haar. — Aber ich werde nicht lügen und sagen, dass es nur das ist. Denn das ist es nicht. Du bringst mich durcheinander auf eine Weise, die ich nicht erklären kann. Sofia spürte, wie ihr Herz so heftig schlug, dass sie sicher war, er könne es hören. Sie hob die Hände, legte sie auf seine Brust und spürte den beschleunigten Rhythmus seines Herzens unter dem gestärkten Hemd. Dann, mit einer bewussten Bewegung, schob sie ihn zurück. — Beweis es — sagte sie, die Stimme zitternd, aber fest. Lucas zögerte nicht. Im nächsten Moment lagen seine Hände auf ihr, zogen sie mit einer Dringlichkeit an sich, die ihr die Luft aus den Lungen presste. Ihre Lippen trafen sich in einem hungrigen, verzweifelten Kuss, als hätten beide die ganze Nacht darauf gewartet – und vielleicht hatten sie das auch. Sein Mund war heiß, fordernd, die Zunge glitt im Rhythmus gegen ihre, der sie schwach in den Knien werden ließ. Sofia stöhnte gegen seine Lippen, die Hände fuhren hoch, umklammerten seine breiten Schultern und spürten die angespannten Muskeln unter dem Stoff des Sakkos. Er drückte sie mit dem Rücken gegen das Geländer, das kalte Eisen presste sich gegen ihren Rücken, während Lucas’ Hände ihren Körper mit einer Besitzgier erkundeten, die sie atemlos machte. Eine Hand glitt über die Kurve ihrer Taille, drückte sie fest, bevor sie nach oben wanderte und die Seite ihrer Brust über dem Kleid streifte. Sofia bog sich ihm entgegen, ein leises Stöhnen entwich ihrer Kehle, als er die bereits harte Brustwarze zwischen Daumen und Zeigefinger nahm. — Verdammt — knurrte er gegen ihren Mund, die Zähne knabberten an ihrer Unterlippe. — Du bist noch besser, als ich es mir vorgestellt habe. Sofia antwortete nicht. Sie konnte nicht. Stattdessen bewegten sich ihre Hände wie von selbst, öffneten sein Sakko mit zitternden Fingern und schoben es von seinen Schultern, bis es zu Boden fiel. Dann machten sie sich an den Knöpfen seines Hemdes zu schaffen, einen nach dem anderen, enthüllten die muskulöse Brust, die gebräunte Haut, die von einigen feinen Narben gezeichnet war, die sie mit der Zunge erkunden wollte. Als sie schließlich das Hemd geöffnet hatte, zog sie es aus der Hose, die Hände glitten über die definierten Bauchmuskeln und spürten, wie er unter ihrer Berührung erbebte. Lucas stöhnte auf, als sie mit den Nägeln eine Linie von seiner Brust bis zum Hosenbund zog und mit den Fingern am Knopf spielte. Doch bevor sie weitergehen konnte, packte er ihre Handgelenke und hielt sie über ihrem Kopf fest, während seine andere Hand an ihrem Körper hinabglitt und den Rock ihres Kleides hochschob, bis der Stoff sich um ihre Taille bauschte. — Du bist eine Provokateurin — murmelte er, die Lippen an ihrem Hals hinabgleitend, die empfindliche Haut direkt unter dem Ohr knabbernd. — Aber ich kann auch spielen. Sofia stieß einen zitternden Seufzer aus, als seine Hand zwischen ihre Beine glitt und den feuchten Stoff ihres Slips fand. Er verlor keine Zeit – schob den Stoff beiseite und berührte sie direkt, ein langer Finger glitt zwischen die bereits geschwollenen Lippen und fand die Stelle, die sie dazu brachte, den Rücken durchzubiegen und laut zu stöhnen. — *Scheiße* — keuchte sie, die Nägel gruben sich in seine Schultern. — Lucas… — Das — ermutigte er sie, die Stimme ein Knurren. — Sag mir, was du willst. — Ich will… — begann sie, doch die Worte erstarben in ihrer Kehle, als er einen zweiten Finger hinzunahm und sie in langsamen, quälenden Kreisen bewegte. — Ich will dich. In mir. Lucas stieß ein kehliges Geräusch aus, die Finger hielten für einen Moment inne, bevor sie sich mit mehr Intensität bewegten. Er drückte den Daumen gegen ihren Kitzler und ließ sie stöhnen und sich unter seiner Hand winden. — Noch nicht — sagte er, die Lippen streiften ihr Ohr. — Zuerst will ich spüren, wie du so kommst. Mit meinen Fingern. Mit meinem Mund. — Er biss in ihr Ohrläppchen und ließ sie erschaudern. — Danach werde ich dich ficken, bis du deinen eigenen Namen vergisst. Sofia konnte nicht antworten. Seine Worte, kombiniert mit der unerbittlichen Bewegung seiner Finger, brachten sie an den Rand des Abgrunds. Sie grub die Nägel in seinen Rücken, der ganze Körper angespannt, während der Orgasmus näher kam, eine heiße, überwältigende Welle, die sie seinen Namen schreien ließ. Lucas hörte nicht auf. Er bewegte seine Finger weiter und verlängerte ihr Vergnügen, bis sie schlaff in seinen Armen lag, der Atem ging stoßweise, der Körper zitterte. Erst dann ließ er sie los und stützte sie gegen das Geländer, während sie zu Atem kam. Sofia öffnete die Augen und begegnete seinem Blick – dunkel, hungrig, voller Versprechen. Sie leckte sich über die Lippen, schmeckte das salzige Aroma ihres eigenen Schweißes, und streckte dann langsam die Hand nach ihm aus. — Jetzt — sagte sie, die Stimme rau vor Verlangen —, bin ich dran. Das Taxi hielt mit einem sanften Ruck vor Sofias Wohnhaus, als wüsste selbst der Fahrer, dass dieser Moment Zärtlichkeit verdiente. Sie stieg zuerst aus, die Absätze klackten auf dem feuchten Pflaster der frühen Morgenstunden, das blaue Seidenkleid klebte an einigen Stellen ihrer Haut von der Hitze der Nacht. Lucas folgte ihr, bezahlte die Fahrt mit zerknitterten Scheinen, die er aus der Tasche zog, ohne hinzusehen, die Augen auf sie gerichtet – auf die Art, wie der Wind ihre losen Haarsträhnen bewegte, auf die Konturen ihres nackten Rückens im gelblichen Licht der Straßenlaterne. Der Nachtportier, ein Mann mit grauem Schnurrbart und müden Augen, grüßte sie mit einem diskreten Nicken. Sofia erwiderte das Lächeln flüchtig, doch ihre Finger zitterten leicht, als sie den Schlüssel ins Schloss des Aufzugs steckte. Lucas trat hinter sie, so nah, dass sie den Duft ihres Parfüms vermischt mit dem süßen Schweiß ihrer Haut und dem Rotwein, der noch in seinen Adern brannte, wahrnehmen konnte. Der Spiegel des Aufzugs zeigte die beiden: sie mit geröteten Wangen und leicht geöffneten Lippen; er mit bereits gelockerter Krawatte, die dunklen Augen wie verschüttete Tinte. — Du bist nervös — murmelte er, die Stimme rau, während der Aufzug mit einem kaum hörbaren Summen nach oben fuhr. Sofia lachte kurz und zitternd. — Und du nicht? Lucas antwortete nicht. Stattdessen umfasste er ihr Kinn und küsste sie, langsam, als hätte er alle Zeit der Welt. Seine Zunge erkundete die ihre mit einer Geduld, die sie leise stöhnen ließ, die Hände krallten sich in die Aufschläge seines Sakkos. Als der Aufzug hielt, war sie außer Atem, die Lippen geschwollen, die Brustwarzen hart unter dem dünnen Stoff ihres Kleides. Sofias Wohnung war genau so, wie er sie sich vorgestellt hatte: unordentlich, lebendig, voller Farben. Unvollendete Gemälde lehnten an den Wänden, Pinsel steckten in Gläsern, der Geruch von Ölfarbe und altem Kaffee hing in der Luft. Sie schaltete eine Stehlampe ein, die den Raum in ein bernsteinfarbenes Licht tauchte, das die Schatten milderte. Lucas zog das Sakko aus und warf es über die Sofalehne, die Augen neugierig durch den Raum gleitend. — Mir gefällt es hier — sagte er schließlich. Sofia lächelte, doch sie antwortete nicht. Stattdessen trat sie näher an ihn heran, die Hände glitten über seine breite Brust und spürten die Wärme seiner Haut unter dem Hemd. Sie öffnete den ersten Knopf, dann den zweiten, die zitternden Finger streiften das hervortretende Schlüsselbein. — Du redest zu viel — flüsterte sie und zog ihn zu einem weiteren Kuss heran. Diesmal gab es keine Eile. Kein Publikum, keine Vernissage, nichts außer den beiden und dieser Wohnung, die nach ihr roch. Lucas schob sie sanft gegen die Wand, die großen Hände hielten ihr Gesicht, während er sie küsste, als wolle er sich den Geschmack ihres Mundes einprägen. Sofia stöhnte gegen seine Lippen, die Nägel kratzten leicht über den Stoff seines Hemdes und zogen ihn näher an sich. — Zieh das aus — bat sie mit erstickter Stimme, während ihre Hände zu seinem Gürtel glitten. Lucas gehorchte, öffnete das Hemd mit langsamen Bewegungen und enthüllte die muskulöse Brust, die definierten Muskeln unter der gebräunten Haut. Sofia konnte nicht widerstehen: Sie beugte sich vor und leckte über seine Brustwarze, spürte, wie sie sich unter der Berührung verhärtete. Er stöhnte, die Hände vergruben sich in ihrem Haar und zogen sie näher. — Verdammt, Sofia… Sie lachte, ein leises, zufriedenes Geräusch, und setzte ihre Erkundung fort, küsste sich feucht über seinen Bauch hinab, bis sie den Knopf seiner Hose erreichte. Ihre Finger arbeiteten mit einer Eile, die nicht zu der Langsamkeit der vorherigen Küsse passte, und bald fiel die Hose zu Boden, gefolgt von der Unterwäsche. Lucas war hart, die Erektion pulsierte gegen den Stoff ihres Slips, als sie sich aufrichtete, die dunklen Augen auf ihn gerichtet. — Deine Runde — sagte er, die Stimme rau vor Verlangen. Sofia brauchte keine weitere Aufforderung. Sie drehte sich mit dem Rücken zu ihm und bot ihm den Reißverschluss ihres Kleides an. Lucas zog ihn langsam herunter, die Finger streiften die freigelegte Haut und spürten die Gänsehaut, die unter seiner Berührung entstand. Als das Kleid zu ihren Füßen fiel und den schwarzen Spitzen-BH und den Slip enthüllte, der ihren Körper kaum bedeckte, konnte er ein Stöhnen nicht unterdrücken. — Du bist wunderschön — murmelte er, die Hände glitten über ihren Rücken und spürten die Kurve ihrer Wirbelsäule, die Weichheit ihrer Haut. Sofia drehte sich um, die Augen funkelten vor Verlangen und etwas, das Verletzlichkeit zu sein schien. — Du auch — sagte sie, die Hände erkundeten seine Brust und glitten hinab zu seinem harten Schwanz, umfassten ihn mit den Fingern. Lucas stöhnte, der Kopf fiel nach hinten, während sie ihn langsam und absichtlich streichelte. — Wenn du so weitermachst, halte ich nicht lange durch — gab er zu, die Stimme abgehackt. Sofia lächelte, ein langsames, gefährliches Lächeln, und schob ihn in Richtung Sofa. Lucas setzte sich, die Augen auf sie gerichtet, während sie sich zwischen seine Beine kniete. Ihre Lippen umschlossen die Spitze seines Schwanzes, die Zunge kreiste langsam, und Lucas stöhnte laut, die Hände vergruben sich in ihrem Haar. — Scheiße… — flüsterte er, die Hüften bewegten sich instinktiv und suchten mehr. Sofia nahm ihn tief, bis in den Rachen, die Augen tränten leicht vor Anstrengung. Sie kostete ihn, die seidige Textur seiner Haut, den salzigen Geschmack des Vorspermas, die Art, wie er unter ihrer Berührung erbebte. Als er sie an den Haaren packte und mit einem rauen Stöhnen wegzog, wusste sie, dass er kurz davor war. — Genug — sagte er, die Stimme rau. — Ich will dich im Bett. Sofia stand auf, die Knie zitterten, und streckte die Hand nach ihm aus. Lucas ergriff sie und zog sie ins Schlafzimmer, einen kleinen Raum, der von einem ungemachten Bett und schweren Vorhängen dominiert wurde, die das Straßenlicht aussperrten. Er legte sie auf die Laken, die Augen glitten über jeden Zentimeter ihres Körpers – die kleinen, festen Brüste, den leicht von alten Narben gezeichneten Bauch, die weichen Oberschenkel, die sich für ihn öffneten. — Du bist perfekt — murmelte er, beugte sich vor und küsste eine der Narben, dann eine andere, als wolle er sich jede einzelne einprägen. Sofia erschauderte, die Finger vergruben sich in den Laken. Noch nie hatte sie sich so bloß, so verletzlich gefühlt – und gleichzeitig so begehrt. — Lucas… — flüsterte sie, die Stimme zitterte. Er antwortete nicht mit Worten. Stattdessen glitt er an ihrem Körper hinab, die Lippen hinterließen eine Spur aus Feuer auf ihrer Haut. Als er zwischen ihren Beinen ankam, zog er den Slip beiseite und kostete sie zum ersten Mal, die Zunge glitt zwischen die geschwollenen Lippen und genoss sie mit quälender Langsamkeit. Sofia bog den Rücken durch, ein lautes Stöhnen entwich ihren Lippen. — Das… — flüsterte sie, die Hände vergruben sich in seinem Haar. — Genau so… Lucas leckte sie, als wäre sie das Köstlichste, das er je gekostet hatte, die Finger gesellten sich zur Zunge und drangen langsam in sie ein, während sie stöhnte und sich unter seiner Berührung wand. Er konnte spüren, wie ihr Geschmack intensiver wurde, wie sich ihr Körper anspannte, die inneren Muskeln seine Finger umklammerten. — Komm für mich — murmelte er gegen ihre Haut, die Stimme vibrierte gegen ihren Kitzler. — Ich will spüren, wie du auf meinem Mund kommst. Sofia konnte nicht widerstehen. Mit einem erstickten Schrei zerfiel sie, der Orgasmus durchflutete sie wie eine heiße Welle und ließ sie schlaff und zitternd unter ihm zurück. Lucas hörte nicht auf, leckte sie bis zum letzten Zittern, bis sie ihn an den Haaren zog, die Augen flehend. — Jetzt — sagte sie, die Stimme rau. — Ich brauche dich in mir. Lucas stand auf, die Lippen glänzten von ihrem Geschmack, und zog ihren Slip mit einer schnellen Bewegung aus. Sofia spreizte die Beine für ihn, die Augen auf ihn gerichtet, während er sich zwischen ihren Oberschenkeln positionierte, die Spitze seines Schwanzes an ihrem Eingang. — Bist du sicher? — fragte er, die Stimme angespannt vor Verlangen. Sofia nickte, die Nägel gruben sich in seine Schultern. — Noch nie war ich mir einer Sache so sicher. Und dann, mit einem rauen Stöhnen, drang Lucas in sie ein – langsam, so langsam, dass sie jeden Zentimeter spürte, der sie dehnte, sie auf eine Weise prägte, von der sie wusste, dass sie nie wieder dieselbe sein würde. Sofia schrie auf, der Körper passte sich ihm an, die inneren Muskeln umklammerten ihn fest. — Verdammt, du bist so eng… — Lucas stöhnte, die Hüften begannen sich in einem langsamen, tiefen Rhythmus zu bewegen. Sofia schlang die Beine um seine Taille und zog ihn näher, tiefer. Sie konnte jede Bewegung spüren, jeden Atemzug, jeden beschleunigten Herzschlag von ihm gegen ihren. Und als Lucas den Kopf neigte, um ihre Lippen in einem hungrigen Kuss zu erobern, wusste sie, dass sie verloren war. — Schneller — bat sie, die Stimme abgehackt. Lucas gehorchte, die Hüften bewegten sich mit mehr Dringlichkeit, ihre Stöhnen vermischten sich. Sofia spürte, wie das Vergnügen erneut in ihr aufstieg, ein heißer Druck im Unterleib, die Muskeln zogen sich um ihn zusammen. — Ich werde… — brachte sie hervor, bevor der Orgasmus sie mit voller Wucht traf und sie schreien und sich unter ihm winden ließ. Lucas hörte nicht auf. Er bewegte sich weiter und verlängerte ihr Vergnügen, bis seine eigenen Stöhnen lauter und verzweifelter wurden. Und als er schließlich kam, war es mit einem rauen Grunzen, der ganze Körper angespannt, während er sich in ihr ergoss, beide verschwitzt, keuchend, in einem Tanz ohne Ende verschlungen. Für einen Moment gab es nichts außer dem Geräusch ihrer vermischten Atemzüge, der langsamer werdenden Herzschläge, der noch immer verbundenen Körper. Sofia strich mit den Fingern über seinen Rücken, spürte die alten Narben, die angespannten Muskeln. — Das war… — begann sie, doch sie konnte den Satz nicht beenden. Lucas lächelte gegen ihren Hals und drückte einen sanften Kuss auf die feuchte Haut. — Nur der Anfang — murmelte er. Und Sofia, deren Körper noch immer vor Lust zitterte, wusste, dass er recht hatte. Das Zimmer lag in einem goldenen Halbdunkel, nur durch das bernsteinfarbene Licht der Nachttischlampe erhellt, das lange Schatten auf die zerwühlten Laken warf. Sofia spürte das Gewicht von Lucas’ Körper auf sich, nicht wie etwas Bedrückendes, sondern wie ein Anker – etwas, das sie an die Erde band, während sich die Welt um sie herum in Empfindungen auflöste. Ihre Finger zitterten noch leicht, gezeichnet von der Erinnerung an seine Berührung, von der Art, wie er sie mit einer fast grausamen Geduld erkundet hatte, als wäre jeder Zentimeter ihrer Haut eine Landkarte, die es zu entschlüsseln galt. Doch jetzt gab es keinen Raum mehr für Zögern. Lucas stützte sich auf die Ellbogen, die Muskeln seiner Arme zeichneten sich unter der warmen Haut ab, und sah sie mit einer Intensität an, die die Luft zwischen ihnen vibrieren ließ. In seinem Blick lag etwas Raubtierhaftes, doch auch eine Zärtlichkeit, die sie entwaffnete. Er sagte nichts. Er musste es nicht. Sofias leicht geöffnete Lippen, die Art, wie sich ihre Beine ein wenig weiter öffneten, als luden sie ihn ein, den Raum zu füllen, nach dem sie sich bereits sehnte – all das war Antwort genug. Er positionierte sich zwischen ihren Schenkeln, die Spitze seines Gliedes streifte sie absichtlich, langsam. Sofia bog den Rücken unwillkürlich durch, ein leises Stöhnen entwich ihrer Kehle. Die Erwartung war fast unerträglich. Sie hatte ihn schon zuvor gespürt, in verstohlenen Berührungen, in Küssen, die über ihren Bauch hinabglitten, doch jetzt, jetzt war er da, hart und pulsierend, bereit, in sie einzudringen. — *Bitte* — flüsterte sie, die Stimme rau, die Nägel gruben sich in die Laken. Lucas lächelte, ein langsames, gefährliches Lächeln, und dann, mit einer sanften Bewegung, begann er einzudringen. Die Empfindung war überwältigend – nicht nur durch den Druck, die Dehnung, sondern durch die Art, wie er es tat, als wäre jeder Millimeter eine Verheißung. Sofia biss sich auf die Unterlippe, die Augen schlossen sich für einen Moment, während sich ihr Körper an ihn anpasste, an die Fülle, die sie auf eine Weise komplett machte, wie sie es noch nie erlebt hatte. — *Atme* — murmelte er, beugte sich vor, um ihre Schläfe, ihren Kiefer, den Mundwinkel zu küssen. Sie gehorchte, stieß den Atem in einem zitternden Seufzer aus, und dann bewegte er sich. Es war kein ruckartiger Stoß, keine verzweifelte Bewegung. Es war etwas Berechnetes, fast quälend in seiner Langsamkeit. Lucas zog sich fast vollständig zurück, ließ nur die Spitze in ihr, bevor er mit einem tiefen, bewussten Stoß wieder in sie eindrang. Sofia stöhnte laut, die Nägel gruben sich in seinen Rücken, spürten, wie sich die Muskeln unter ihren Fingern anspannten. Jede Bewegung war eine Welle der Lust, jeder Rückzug eine Entbehrung, die sie dazu brachte, die Hüften zu heben und mehr zu suchen. — *Gefällt dir das?* — fragte er, die Stimme tief, die Lippen streiften ihr Ohr, während er sich in einem gleichmäßigen, unerbittlichen Rhythmus bewegte. — *Ja* — brachte sie hervor, das Wort abgehackt. — *Mehr.* Er lachte, ein dunkler, zufriedener Laut, und beschleunigte dann leicht, die Stöße wurden tiefer, dringlicher. Das Geräusch ihrer sich vereinigenden Körper hallte durch das Zimmer – Haut an Haut, Schweiß, abgehackte Atemzüge. Sofia spürte jeden Zentimeter von ihm, jede Bewegung, die sie näher an den Abgrund brachte. Ihre Brüste wippten bei jedem Stoß, die harten Brustwarzen streiften seine Brust und verstärkten die Empfindung. — *Sieh mich an* — befahl Lucas, die Stimme rau. Sie öffnete die Augen und begegnete seinem Blick – dunkel, intensiv, voller eines Hungers, der sie erschaudern ließ. Er hielt ihr Kinn mit einer Hand fest und hielt sie regungslos, während er sich weiter in ihr bewegte, jeder Stoß tiefer als der vorherige. Sofia spürte, wie sich der Orgasmus näherte, ein heißer Druck im Unterleib, die Muskeln zogen sich um ihn zusammen. — *Ich komme…* — brachte sie hervor, bevor die Welle sie traf. Die Lust explodierte in ihr, eine intensive Hitze, die sich in jedem Nerv, jeder Zelle ausbreitete. Sofia schrie, der Körper wand sich unter ihm, die Nägel gruben sich tiefer in Lucas’ Rücken, während der Orgasmus sie durchflutete. Er hörte nicht auf. Er bewegte sich weiter und verlängerte ihr Vergnügen, die Stöhnen wurden lauter, verzweifelter, bis sie spürte, wie sich ihre eigenen Muskeln mit Kraft um ihn zusammenzogen, als wollten sie ihn nicht gehen lassen. Lucas stöhnte, der Rhythmus wurde unregelmäßiger, die Stöße kürzer, intensiver. Sofia spürte, wie er den Höhepunkt erreichte – der ganze Körper angespannt, die Muskeln auf seinem Rücken zogen sich unter ihren Händen zusammen, die Stöhnen verwandelten sich in ein raues Grunzen. Mit einem letzten, tiefen Stoß kam er, die Hitze breitete sich in ihr aus, während beide sich in der Empfindung verloren. Für einen langen Moment bewegte sich keiner von ihnen. Nur ihre Atemzüge vermischten sich, die Herzen schlugen im gleichen beschleunigten Rhythmus, die Körper noch immer vereint. Sofia strich mit den Fingern über seinen Rücken, spürte die alten Narben, die angespannten Muskeln unter der feuchten Haut. In dieser Geste lag etwas Intimes, etwas, das über das körperliche Vergnügen hinausging. — *Das war…* — begann sie, doch die Worte erstarben in ihrer Kehle. Lucas lächelte gegen ihren Hals und drückte einen sanften Kuss auf die feuchte Haut. — *Nur der Anfang* — murmelte er. Und Sofia, deren Körper noch immer vor Lust zitterte, wusste, dass er recht hatte. Denn jetzt, hier, ineinander verschlungen in den Laken, mit dem Schweiß, der auf ihrer Haut trocknete, und seinem Duft, der in jede Faser ihres Wesens eingedrungen war, gab es kein Zurück mehr. Diese Nacht hatte etwas zwischen ihnen verändert – etwas, das keiner von ihnen ignorieren konnte. Draußen begann der Himmel sich aufzuhellen, die ersten Lichter des Morgengrauens drangen durch die halb geöffneten Vorhänge und malten goldene Streifen auf Sofias noch warme Haut. Sie erwachte vor Lucas, die Wimpern flatterten gegen das Licht, während sein Körper sie von hinten umfing, ein schwerer Arm lag um ihre Taille, die Finger mit ihren verschränkt. Das Laken war bis zu ihrer beider Hüften heruntergerutscht und enthüllte die Spuren der vergangenen Nacht – leichte Kratzer auf seinem Rücken, ein blauer Fleck auf ihrer Schulter, die Brüste noch empfindlich gegen die Berührung der Morgenluft. Sofia lächelte, noch bevor sie die Augen ganz öffnete. Der Geruch von Sex und Schweiß hatte sich in etwas Sanfteres verwandelt, vermischt mit dem Duft von Kaffee, der aus der Küche in die Wohnung drang – jemand, wahrscheinlich sie selbst in der vergangenen Nacht, hatte die Kaffeemaschine programmiert. Doch was sie den Atem anhalten ließ, war das Gefühl von Lucas’ Lippen, die ihren Nacken küssten, träge, als würde er noch träumen. — *Du bist wach* — murmelte sie und drehte sich langsam zu ihm um. Seine Augen, die unter dem künstlichen Licht der Galerie so intensiv gewirkt hatten, leuchteten nun mit einer zufriedenen Mattigkeit, die Pupillen gerade so weit geweitet, dass sie verrieten, dass das Verlangen der vergangenen Nacht mit dem Schlaf nicht verflogen war. Er antwortete nicht sofort. Stattdessen zog er sie näher an sich, schmiegte ihren Körper an seinen, und rieb seine Nase an ihrer, eine Geste, die so intim war, dass Sofias Herz einen Sprung machte. — *Ich bin wach, seit du angefangen hast, dich zu bewegen* — gestand er, die Stimme rau vom Schlaf, die Finger strichen langsam über ihren Rücken. — *Und seitdem versuche ich zu entscheiden, ob ich dich wecken soll oder dich noch ein bisschen schlafen lasse.* Sofia lachte leise und biss spielerisch in seine Unterlippe. — *Und zu welchem Schluss bist du gekommen?* — *Dass ich dich lieber so wecke.* Und dann küsste er sie, nicht mit der Dringlichkeit der vergangenen Nacht, sondern mit einer bewussten Langsamkeit, als hätte er alle Zeit der Welt, um ihren Mund zu erkunden. Sofia stöhnte gegen seine Lippen, spürte, wie ihr Körper sofort reagierte – die Brustwarzen wurden hart, die Hitze breitete sich zwischen ihren Beinen aus. Sie presste sich gegen ihn und spürte die morgendliche Erektion, die gegen ihren Oberschenkel drückte, und Lucas stieß einen rauen Seufzer aus, die Hände glitten hinab, um ihren Po zu umfassen. — *Du bist unersättlich* — murmelte er, doch in seiner Stimme lag kein Vorwurf, nur Belustigung und etwas Tieferes, das Sofias Magen sich zusammenziehen ließ. — *Und du magst das* — konterte sie und leckte über seine Unterlippe. Lucas lachte, ein tiefer, köstlicher Klang, und rollte sich auf sie, hielt sie zwischen seinen Armen gefangen. Das Laken rutschte endgültig herunter und ließ sie beide nackt im Morgenlicht zurück, und Sofia konnte nicht anders, als zu erschaudern, als er sich zwischen ihre Beine schob, die Spitze seines bereits feuchten Gliedes gegen ihren Kitzler rieb. — *Ich mag dich* — korrigierte er, die Stimme leise, die Augen trafen die ihren mit einer Intensität, die ihren Magen zusammenzog. — *Ich auch nicht.* Und es stimmte. Zum ersten Mal seit langer Zeit verspürte Sofia nicht das Bedürfnis zu planen, zu kontrollieren, jeden Schritt vorauszusehen. Sie wollte einfach nur hier bleiben, in dieser unordentlichen Wohnung, mit dem Duft von Kaffee und Sex in der Luft, der Körper noch immer kribbelnd, das Herz leicht. Lucas beugte sich vor und küsste sie erneut, ein langer, langsamer Kuss, als wolle er dieses stille Versprechen besiegeln. Als er sich zurückzog, waren ihre Lippen gerötet, die Augen funkelten. — *Dann ist es beschlossen* — murmelte er. — *Heute bleiben wir hier. Morgen… sehen wir weiter.* Sofia lächelte und zog ihn zu einem weiteren Kuss heran. — *Morgen* — stimmte sie zu und wusste, dass dieser Morgen irgendwie bereits begonnen hatte.

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