Flammen der Berge: Eine unvergessliche Nacht

Von Tonkix
Flammen der Berge: Eine unvergessliche Nacht
**Flammen der Berge: Eine unvergessliche Nacht** Der Wind heulte zwischen den Ritzen der Bäume wie ein verletztes Tier, riss Blätter von den Ästen und schleuderte sie in wütenden Böen gegen die Fenster der *Berghütte Zuflucht*. Lara zog ihren Wollschal enger um den Hals, die zitternden Finger nicht nur wegen der beißenden Kälte, sondern auch wegen der Erwartung, die in ihr brannte. Der Lederkoffer, schwer von Notizbüchern und abgegriffenen Büchern, schleifte hinter ihr über das unebene Steinpflaster, jeder Schritt hallte im Takt ihres rasenden Herzschlags wider. Die Hütte tauchte vor ihr auf wie ein Märchenrefugium – Wände aus Naturstein, getönte Fensterscheiben, die das tanzende Feuer der Kamine im Inneren spiegelten, und ein verwittertes Holzschild, das im Sturm hin und her schwang: *"Kommen Sie herein. Hier wartet die Welt draußen."* Sie stieß die schwere Tür mit der Schulter auf, und die Wärme umfing sie wie eine unerwartete Umarmung. Der Geruch von brennendem Holz, Zimt und etwas anderem – vielleicht Zedernholz oder der alte Duft von Büchern – drang ihr in die Nase und beruhigte für einen Moment die Unruhe, die sie seit ihrer Abreise aus São Paulo begleitet hatte. Der Hauptraum war eine Einladung zur Gemütlichkeit: moosgrüne Samtsofas, halbkreisförmig um einen knisternden Kamin angeordnet, abgenutzte Ledersessel, die von der Zeit gezeichnet waren, und ein Couchtisch mit floralen Schnitzereien. In der Ecke schien ein Flügel unter einer Staubschicht zu schlafen, als warte er auf geschickte Hände. — Guten Abend — eine sanfte, melodische Frauenstimme erklang hinter dem dunklen Holztresen. Die Frau mit graumeliertem Haar, das locker zu einem Knoten gebunden war, und braunen Augen, die von jahrelanger Weisheit funkelten, lächelte, als Lara den Regen von ihrem Mantel schüttelte. — Sie sind gerade rechtzeitig gekommen. Der Sturm ist heute heftig. — Das scheint so — antwortete Lara und versuchte, das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen. — Ich habe ein Zimmer reserviert... Lara Mendes. Die Frau blätterte in einem vergilbten Gästebuch, die Finger fuhren vertraut über die Zeilen. — Ah, ja! Zimmer 7, im zweiten Stock. Es hat einen wunderschönen Blick auf die Berge, wenn das Wetter aufklart. — Sie reichte Lara einen alten Eisenschlüssel mit einem geschnitzten Holzanhänger in Form eines Blattes. — Das Abendessen wird in einer halben Stunde serviert, falls Sie herunterkommen möchten. Oder ich kann Ihnen etwas aufs Zimmer bringen, wenn Sie sich lieber ausruhen möchten. Lara zögerte. Die Vorstellung, sich zwischen vier Wänden einzuschließen, allein mit ihren Gedanken und dem leeren Bildschirm ihres Laptops, war verlockend. Doch etwas – vielleicht die Wärme, vielleicht das Versprechen einer anderen Nacht – ließ ihre Füße die knarrende Holztreppe hinaufsteigen. — Ich komme herunter — entschied sie schließlich. — Danke. Während sie hinaufstieg, schien jede Stufe alte Geheimnisse zu flüstern. Der Flur im zweiten Stock war eng, beleuchtet von schmiedeeisernen Wandleuchten, die tanzende Schatten an die Wände warfen. Zimmer 7 lag am Ende, und als Lara die Tür öffnete, empfing sie ein Raum, der ihren eigenen Fantasien zu entspringen schien: ein Himmelbett mit weißen Leinenvorhängen, ein massiver Holzschreibtisch vor einem großen Fenster und ein flauschiger Teppich, der unter ihren Füßen nachgab. Auf dem Tisch standen eine Vase mit wilden Blumen und eine Flasche Rotwein, begleitet von einem Zettel: *"Für kalte Nächte. — Das Team."* Sie stellte den Koffer am Fußende des Bettes ab und trat ans Fenster. Draußen tobte der Sturm weiter, Blitze zerrissen den Himmel in silbernen Linien, die die Baumkronen wie Kristall erleuchteten. Lara presste die Stirn gegen die kalte Scheibe und schloss für einen Moment die Augen. Sie brauchte eine Geschichte. Sie brauchte *Leben* – etwas, das mehr war als leere Worte auf einer Seite. Und dann, als hätte das Schicksal ihren Ruf gehört, ließ ein Geräusch sie herumfahren. Ein tiefes, männliches Lachen hallte von unten wider. Es war nicht laut genug, um vulgär zu wirken, aber es trug eine Selbstsicherheit in sich, die Laras Magen zusammenzog. Neugierig näherte sie sich der angelehnten Tür und spähte in den Flur hinaus. Im Hauptsaal saß ein Mann in einem der Ledersessel, die nackten Füße auf dem Kaminsims abgestützt. Seine dunklen, leicht gewellten Haare fielen ihm in widerspenstigen Strähnen in die Stirn, und das orangefarbene Licht der Flammen betonte die markanten Züge seines Gesichts – ein starkes Kinn, eine gerade Nase, Lippen, die wie zum Lächeln gemacht schienen. Er hielt ein Glas Whisky in der Hand, während die andere in einem Hardcover-Buch blätterte, die langen, eleganten Finger die Seiten mit bedächtiger Langsamkeit umblätterten. Daniel. Sie kannte seinen Namen nicht, aber irgendwie *wusste* sie ihn. Wusste, dass er kein gewöhnlicher Gast war – da war etwas an ihm, eine Aura von Kontrolle und gezügelter Leidenschaft, die sie wie ein Magnet anzog. Plötzlich hob er den Blick, als hätte er das Gewicht ihres Blicks gespürt, und ihre Augen trafen sich durch den Flur. Lara hielt den Atem an. Seine Augen waren grün – nicht irgendein Grün, sondern das tiefe Grün der Wälder nach dem Regen, mit goldenen Reflexen, die im Feuerschein tanzten. Für einen Moment schien die Welt stillzustehen. Dann lächelte er. Kein höfliches Lächeln, wie man es Fremden schenkt, sondern etwas Intimeres, als würde er sie bereits kennen. — Beobachten Sie gerne Menschen, Schriftstellerin? — Seine Stimme war rau, leicht schleppend, als wäre jedes Wort eine Liebkosung. Laras Wangen brannten. Sie wich einen Schritt zurück, doch nicht, ohne zu antworten, ohne nachzudenken: — Nur, wenn sie interessant sind. Sein Lächeln wurde breiter, und er hob sein Glas zu einem stummen Toast. Unten kündigte die Frau von der Rezeption das Abendessen an. Und Lara wusste mit einer Gewissheit, die ihr eine Gänsehaut bereitete, dass diese Nacht nicht wie alle anderen sein würde. Die Holztreppe knarrte unter Laras Schritten, jede Stufe eine dissonante Note in der Sinfonie des Sturms, der gegen die Fenster der Hütte peitschte. Der Wind heulte durch die Ritzen der Steinmauern, als wolle er das Refugium von der Außenwelt losreißen, während der Geruch von brennendem Holz und Gewürzen schwer und einladend in der Luft hing. Sie stieg langsam hinab, die Finger glitten über das vom Alter polierte Geländer, spürte die Wärme des Kamins, noch bevor sie ihn sah – eine lebendige, pulsierende Präsenz, die sie zu rufen schien. Der Hauptsaal war eine Umarmung der Gemütlichkeit. Die mit dunklen Holzpaneelen verkleideten Wände reflektierten das orangefarbene Glühen der Flammen und warfen tanzende Schatten, die sich dehnten und zusammenzogen wie Liebende in einem Spiel der Verführung. In der Mitte stand ein langer Esstisch, bedeckt mit einem weißen Leinentuch, auf dem feines Porzellan und silbernes Besteck im Kerzenlicht funkelten. Doch es war *er*, der ihre Aufmerksamkeit fesselte. Daniel stand neben dem Kamin, eine Hand auf dem steinernen Sims abgestützt, die andere hielt ein Glas Rotwein, das er mit bedächtiger Langsamkeit schwenkte. Das Leinenhemd, am Kragen geöffnet, enthüllte die Basis seines Halses, wo eine Ader sanft pulsierte, als würde sie den Rhythmus des Feuers widerspiegeln. Lara beobachtete, wie die Flammen die Konturen seines Körpers nachzeichneten – breite Schultern, eine schmale Taille, lange Beine, die in dunklen Chinos verschwanden. Er hatte sie noch nicht bemerkt, versunken in seinen eigenen Gedanken, und sie nutzte die Gelegenheit, ihn in Ruhe zu betrachten. — Ich hoffe, es stört Sie nicht — sagte er plötzlich, ohne sich umzudrehen. — Ich habe mir schon ein Glas genommen, bevor Sie herunterkamen. Lara lächelte überrascht. — Woher wussten Sie, dass ich es bin? — An Ihren Schritten. Leicht, aber nicht schüchtern. — Endlich drehte er sich um, und seine grünen Augen musterten sie von oben bis unten, verweilten bei den Details: die schwarze Seidenbluse, die ihre Brüste umspielte, der lange Rock, der sich bei jeder Bewegung um ihre Hüften schmiegte, die leicht geöffneten Lippen, als hätte sie etwas sagen wollen, aber die Worte vergessen. — Außerdem ist die Hütte leer. Nur wir beide und der Sturm. — Und die Dame von der Rezeption — korrigierte sie und trat näher. — Die zählt nicht. — Er reichte ihr das Glas, die Finger streiften die ihren einen Augenblick länger als nötig. — Wein? Lara nahm es, spürte das Gewicht des Kristalls in ihrer Handfläche. Die Flüssigkeit war dunkel wie ein Rubin, fast schwarz im flackernden Licht, und als sie sie an die Lippen führte, explodierte der Geschmack in ihrem Mund – reife Früchte, Gewürze, ein Hauch von Rauch, der sie an das Kaminfeuer erinnerte. Sie schloss für einen Moment die Augen, genoss es, und als sie sie wieder öffnete, beobachtete er sie mit einer Intensität, die ihr den Atem raubte. — Gut? — fragte er mit tiefer Stimme. — Perfekt. Daniel lächelte, dasselbe intime Lächeln wie zuvor, und deutete auf das abgenutzte Ledersofa vor dem Kamin. — Setzen Sie sich. Die Nacht ist lang. Sie gehorchte, versank in den weichen Kissen, während er sich neben sie setzte – nicht zu nah, aber nah genug, dass die Wärme seines Körpers sie umfing. Das Feuer knisterte, Funken stiegen den Schornstein hinauf wie Sternschnuppen, und für einen Moment sprach keiner von beiden. Lara spürte das Gewicht der Stille, doch sie war nicht unangenehm. Es war, als warteten sie auf etwas, ein Zeichen, einen Einsatz, und die ganze Welt schien in diesem Raum zwischen ihnen enthalten zu sein. — Sie sind Schriftstellerin — sagte er schließlich und brach den Bann. Es war keine Frage. — Woher wissen Sie das? — An der Art, wie Sie die Dinge betrachten. Als würden Sie jedes Detail memorieren. — Er neigte den Kopf und musterte sie. — Oder vielleicht liegt es nur an der Art, wie Sie *mich* ansehen. Lara lachte, ein leichter, melodischer Klang, und nahm einen weiteren Schluck Wein. — Und Sie? Was machen Sie, wenn Sie sich nicht in Hütten während Stürmen verstecken? — Architektur. — Er drehte das Glas zwischen den Fingern, die Augen auf die wirbelnde Flüssigkeit gerichtet. — Ich entwerfe Häuser. Orte, an denen sich Menschen sicher fühlen. Beschützt. — Wie diese Hütte? — Genau wie diese Hütte. — Er hob den Blick, und die Intensität darin ließ sie erschaudern. — Stein, Holz, Feuer. Dinge, die Bestand haben. Sie spürte das Gewicht dieser Worte, als würde er von etwas viel Tieferem sprechen als Wänden und Dächern. — Und was macht ein Architekt, wenn er keine Refugien entwirft? — Ich reise. — Er zuckte mit den Schultern, doch etwas in seinem Tonfall deutete darauf hin, dass die Antwort unvollständig war. — Ich suche Orte, die mich inspirieren. Orte, an denen die Zeit stillzustehen scheint. — Und hat diese Hütte es geschafft? — Ich weiß es noch nicht. — Seine Lippen verzogen sich zu einem langsamen Lächeln. — Ich beginne zu glauben, dass es davon abhängt, wer hier bei mir ist. Lara spürte, wie ihr die Hitze in den Nacken stieg und sich auf ihren Wangen ausbreitete. Sie wandte den Blick ab und tat so, als wäre sie an den Flammen interessiert, doch sie wusste, dass er sich nicht täuschen ließ. Der Wein zeigte Wirkung, lockerte ihre Abwehr, machte sie bewusster für jedes Detail – den Duft seines Parfüms, eine Mischung aus Zedernholz und etwas Dunklerem, Männlichem; die Art, wie seine Finger leicht auf die Armlehne des Sofas trommelten, als würde er den Impuls unterdrücken, sie zu berühren. — Sie sind nervös — stellte er leise fest. — Bin ich nicht. — Doch. — Er rückte ein wenig näher, und jetzt konnte sie die Wärme seines Körpers spüren, das Versprechen seines Gewichts. — Ich kann Ihren beschleunigten Puls hier sehen. — Seine Fingerspitze strich über die Basis ihres Halses und zog eine unsichtbare Linie bis zum Schlüsselbein. Lara hielt den Atem an. — Und hier. — Der Finger glitt weiter nach unten und blieb knapp über dem Tal zwischen ihren Brüsten stehen, wo der Stoff der Bluse sie kaum bedeckte. Sie sollte zurückweichen. Sollte sich abwenden, lachen, so tun, als wäre es nur eine beiläufige Geste. Doch sie tat nichts dergleichen. Stattdessen lehnte sie sich leicht nach vorne, als würde sie von einer unsichtbaren Kraft angezogen, und ihre Lippen öffneten sich in einem stummen Seufzer. Daniel lächelte zufrieden und zog die Hand zurück. — Besser? — Nein — gab sie zu, die Stimme rau. Er lachte, ein tiefer, köstlicher Klang, und streckte die Hand aus, um ihr Glas erneut zu füllen. — Dann versuchen wir es mit mehr Wein. Kurz darauf wurde das Abendessen serviert – die Besitzerin der Hütte brachte dampfende Platten mit Kräuterbraten, überbackenen Kartoffeln und gegrilltem Gemüse, begleitet von einem kräftigeren Wein mit Noten von Schokolade und Tabak. Sie aßen langsam, tauschten Geschichten zwischen den Bissen aus, als wären sie in einem Spiel der Verführung, bei dem jedes Wort, jeder Blick ein sorgfältig gesetzter Zug war. — Haben Sie schon einmal etwas geschrieben, das an einem Ort wie diesem spielt? — fragte Daniel und schnitt ein Stück Fleisch ab. — Nein. — Lara führte eine Gabel Kartoffeln zum Mund und genoss den schmelzenden Käse. — Aber vielleicht schreibe ich jetzt darüber. — Worüber? — Über eine Schriftstellerin, die während eines Sturms in einer Hütte ankommt und einen Fremden trifft, der sie alles vergessen lässt, was sie je zuvor geschrieben hat. Er hob die Augenbrauen, neugierig. — Und was passiert mit ihr? — Das weiß ich noch nicht. — Sie lächelte verschmitzt. — Die Geschichte fängt gerade erst an. Daniel hielt ihren Blick fest, und für einen Moment hatte Lara den Eindruck, er könnte aufstehen, den Tisch umrunden und sie genau dort vor dem Kamin küssen, mit dem Feuer, das ihre Gesichter erleuchtete. Doch das tat er nicht. Stattdessen lehnte er sich auf seinem Stuhl zurück, die Finger spielten mit dem Stiel seines Weinglases, und sagte: — Vielleicht sollten wir etwas spielen. — Zum Beispiel? — Karten. — Er stand auf und ging zu einem alten Regal, wo er ein abgenutztes Kartenspiel fand. — Ein einfaches Spiel. Keine hohen Einsätze. — Und was schlagen Sie vor? — Einundzwanzig. — Er kehrte zum Tisch zurück und verteilte die Karten zwischen ihnen. — Wer verliert, erzählt eine Geschichte. Eine wahre. Lara lächelte und nahm die Herausforderung an. — Und wenn ich nicht erzählen will? — Dann verlieren Sie noch einmal. — Er teilte die Karten aus, die Augen funkelten mit einem Versprechen, das weit über das Spiel hinausging. — Und jedes Mal, wenn Sie verlieren, muss die Geschichte... intimer sein. Sie nahm ihre Karten auf und spürte das Gewicht des Moments. Die erste Karte war ein Pik-Bube. Die zweite, eine Sieben der Schwerter. — Neunzehn — sagte sie und versuchte, ihre Stimme fest klingen zu lassen. Daniel drehte seine Karten um: ein König und eine Dame der Karos. — Zwanzig. — Er lächelte triumphierend. — Ich beginne. Lara verschränkte die Arme und tat so, als wäre sie verärgert, doch in Wahrheit war sie neugierig. Er überlegte einen Moment, die Finger trommelten auf den Tisch, bevor er begann: — Als ich zwanzig war, arbeitete ich auf einer Baustelle in Italien. Eines Abends, nach einem anstrengenden Tag, beschloss ich, nackt im Meer zu schwimmen. Das Wasser war kalt, aber ich war betrunken und glücklich. Dann tauchte eine Frau am Strand auf. Sie sah mich, lachte, und... nun, ich bin in dieser Nacht nicht ins Wohnheim zurückgekehrt. Lara lachte, als sie sich die Szene vorstellte. — Und das ist intim? — Es ist der Anfang. — Er mischte die Karten erneut. — Ihre Runde. Sie verlor wieder. Und wieder. Und mit jeder Runde wurden die Geschichten persönlicher – ein gestohlener Kuss in der Jugend, das erste Mal, als sie Verlangen nach jemandem spürte, die Angst, nicht genug zu sein. Daniel hörte aufmerksam zu, stellte Fragen, die sie atemlos zurückließen, als wolle er jede Schicht von ihr enthüllen. — Letzte Runde — kündigte er an und teilte die Karten aus. — Wenn ich verliere, erzähle ich etwas, das ich noch niemandem erzählt habe. Lara nahm ihre Karten auf: ein Ass und eine Zehn. — Einundzwanzig. Daniel drehte seine um: eine Zwei und eine Drei. — Fünf. — Er lächelte, besiegt. — Also gut, Schriftstellerin. Was möchten Sie wissen? Sie zögerte, spürte das Gewicht der Frage. Das Feuer knisterte, der Wein ließ ihren Kopf schwirren, und plötzlich wusste sie genau, was sie wollte. — Was denken Sie gerade? Er hielt ihrem Blick stand, und für einen Moment war Lara sicher, dass er etwas über das Spiel, den Sturm oder irgendetwas anderes sagen würde – nur nicht die Wahrheit. Doch dann beugte er sich vor, die Ellbogen auf den Tisch gestützt, und sagte leise: — Ich denke daran, wie es wäre, Sie zu küssen. Wie weich Ihre Lippen sein müssen. Wie Sie seufzen würden, wenn ich meine Hand unter Ihren Rock gleiten ließe, an Ihrer Wade hinauf. Lara spürte, wie ihr die Luft wegblieb. Der Saal schien sich zu drehen, das Feuer, der Wein, der Sturm – alles verschmolz zu einem einzigen Punkt des Verlangens, das zwischen ihnen pulsierte. — Und was hält Sie davon ab? — flüsterte sie. Daniel lächelte langsam und gefährlich und schob seinen Stuhl zurück. — Nichts. Er stand auf, umrundete den Tisch und streckte ihr die Hand entgegen. Lara nahm sie, spürte die Wärme seiner Haut, die Kraft seiner Finger, die sich mit ihren verflochten. Er zog sie näher, doch er küsste sie nicht. Stattdessen beugte er sich vor, bis seine Lippen ihr Ohr streiften, und murmelte: — Aber nicht hier. Noch nicht. Und dann führte er sie mit einem verschwörerischen Lächeln aus dem Saal, ließ den gedeckten Tisch, den halbvollen Wein und das Feuer zurück, das hungrig darauf wartete, was als Nächstes kommen würde. Die Bibliothek der Hütte war ein Heiligtum aus Schatten und Geheimnissen, erleuchtet nur vom bernsteinfarbenen Schein eines halben Dutzends Kerzen, die auf dem Mahagonitisch verteilt standen. Der Geruch von geschmolzenem Wachs vermischte sich mit dem Aroma von altem Leder und vergilbtem Papier und schuf eine dichte, fast greifbare Atmosphäre – als wäre die Luft selbst mit unausgesprochenen Versprechen aufgeladen. Lara folgte Daniel durch die engen Gänge, die Finger noch immer mit seinen verflochten, spürte die Wärme seiner Handfläche an ihrer, rau an manchen Stellen, weich an anderen, als würde jede Schwiele eine Geschichte von unvollendeten Projekten und schlaflosen Nächten erzählen. Er führte sie zu einem runden Tisch in der hintersten Ecke, auf dem bereits ein Kartenspiel neben zwei Kristallgläsern und einer halbvollen Flasche Rotwein bereitlag. Die Kerzenflammen tanzten in den rubinroten Reflexen des Weins und warfen lange Schatten auf die Bücher in den Regalen, deren goldene Titel wie verbotene Einladungen funkelten. — Spielen Sie? — fragte Daniel und zog einen Stuhl für sie hervor. Seine Stimme war tief, fast ein Schnurren, als kenne er die Antwort bereits. Lara setzte sich und strich den Rock über ihren Schenkeln glatt, bewusst, wie seine Augen jeder Bewegung folgten. — Kommt darauf an. Machen Sie faire Wetten? Er lachte, ein rauer, tiefer Klang, während er sich ihr gegenübersetzte. — Fair? Ich weiß nicht, ob ich fair sein kann, wenn ich Sie ansehe. — Er nahm das Kartenspiel und begann, die Karten mit Geschick zu mischen, die langen, flinken Finger glitten zwischen ihnen hindurch. — Sagen wir, die Regeln sind einfach: Bei jeder verlorenen Runde beantwortet man eine Frage ehrlich. Oder... — er machte eine Pause, die dunklen Augen auf sie gerichtet — ...man gibt einen Kuss. Laras Herz schlug schneller. Sie verschränkte die Beine und spürte, wie der Stoff des Rocks über ihre empfindliche Haut strich. — Und wenn ich gewinne? — Dann wählen Sie. — Er teilte die Karten mit bedachter Langsamkeit aus, als wäre jede Bewegung Teil eines größeren Spiels. — Frage oder Kuss. Sie nahm ihre Karten auf und versuchte, sich auf die Symbole zu konzentrieren, doch seine Nähe machte es ihr schwer. Daniels Duft – eine Mischung aus holzigem Duschgel und etwas Primitiverem, wie sauberer Schweiß und Verlangen – drang in ihre Sinne. Als er sich vorbeugte, um die Gläser zu füllen, streifte der Ärmel seines Hemdes ihren Arm, und Lara musste sich auf die Lippe beißen, um ein Schaudern zu unterdrücken. — Ihr Zug — sagte er und lehnte sich zurück, die Augen halb geschlossen, während er sie mit einer Intensität beobachtete, die sie nackt fühlen ließ. Sie spielte einen Karo-Buben. — Nicht sehr originell. — Originalität ist überbewertet. — Er legte einen Pik-König ab, die Karte landete zwischen ihnen wie eine Herausforderung. — Besonders, wenn es darauf ankommt, was danach kommt. Lara hob eine Augenbraue. — Und was kommt danach, Daniel? Er lächelte langsam und gefährlich und griff nach der Weinflasche. — Das hängt davon ab, wie gut Sie spielen. — Er schenkte ihr nach, die dunkle Flüssigkeit floss wie dicker Honig. — Oder wie schlecht. Sie trank einen Schluck und ließ den Wein ihre Kehle verbrennen, bevor sie antwortete. — Sie mögen Risiken. — Nur, wenn es sich lohnt. — Er senkte den Blick auf die Karten, doch Lara brauchte sein Gesicht nicht zu sehen, um zu wissen, dass er lächelte. — Und Sie, Lara? Lohnt sich das Risiko? Sie antwortete nicht sofort. Stattdessen betrachtete sie die Karten in ihrer Hand und spürte das Gewicht der Frage zwischen ihnen. Das Feuer knisterte im Hintergrund, warf goldene Reflexe auf den Tisch, und für einen Moment schien alles stillzustehen – die Zeit, die Luft, sogar der Sturm draußen, als hätte sich die Welt auf diesen Raum, diesen Tisch, dieses Spiel reduziert. — Mal sehen — murmelte sie und legte eine Herz-Dame ab. Daniel nahm die Karte auf, seine Finger streiften die ihren einen Augenblick länger als nötig. — Guter Zug. — Er legte sie offen auf den Tisch. — Ihre Frage oder mein Kuss? Lara tat so, als würde sie überlegen, doch in Wahrheit wusste sie es bereits. — Frage. Er beugte sich vor, die Ellbogen auf den Tisch gestützt, das Kinn auf die verschränkten Finger gelegt. — Was wünschen Sie sich jetzt am meisten? Die Frage überraschte sie. Nicht wegen ihrer Dreistigkeit – damit hatte sie gerechnet –, sondern wegen ihrer Schlichtheit. Es ging nicht um Fantasien oder Stellungen, sondern um das, was in ihr pulsierte, roh und echt. Lara zögerte, spürte, wie ihr die Hitze in den Nacken stieg. — Ich... — begann sie, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken. Daniel drängte sie nicht. Er wartete einfach, die dunklen Augen auf sie gerichtet, als könnte er die Antwort in ihrem beschleunigten Atem lesen. — Sie zu berühren — gab sie schließlich zu. — Zu wissen, wie Ihre Haut auf meine Berührung reagiert. Ob Sie stöhnen, wenn ich in Ihre Unterlippe beiße. Ob sich Ihre Muskeln anspannen, wenn ich mit den Nägeln über Ihren Rücken fahre. Die darauffolgende Stille war geladen. Daniel rührte sich nicht, doch etwas in seinem Blick veränderte sich – ein Funke, ein Erkennen. Dann streckte er die Hand aus, nahm sein Weinglas und trank einen langen Schluck, bevor er es mit einem leisen Klirren zurückstellte. — Ihre Runde — sagte er mit rauer Stimme. Lara lächelte, spürte noch immer die Macht des Geständnisses zwischen ihnen. — Sie bluffen. — Vielleicht. — Er spielte ein Pik-Ass. — Oder ich will nur sehen, wie weit Sie gehen. Sie legte eine Karo-Sieben ab, die Finger zitterten leicht. — Bis zum Ende. Daniel antwortete nicht. Stattdessen nahm er die Karten und mischte sie erneut, die Bewegungen präzise, hypnotisch. — Noch eine Runde? — Immer. Dieses Mal war das Spiel schneller, drängender. Die Karten flogen zwischen ihnen hin und her, als hätten sie einen eigenen Willen, und jeder Zug wurde von Blicken begleitet, die heißer brannten als das Feuer im Kamin. Lara verlor die erste Runde und wählte einen Kuss. Daniel küsste sie nicht auf den Mund. Stattdessen hielt er ihr Kinn mit einer Hand und strich mit den Lippen über die Kurve ihres Halses, direkt unter dem Ohr, wo die Haut am empfindlichsten war. Sie stieß einen unwillkürlichen Seufzer aus, die Nägel gruben sich in ihre Handfläche. — Das gefällt Ihnen — murmelte er gegen ihre Haut, der warme Atem ließ sie erschaudern. — Ja. — Gute Antwort. Er zog sich zurück, doch nicht, ohne kurz mit der Zunge über dieselbe Stelle zu fahren, als wolle er sie kosten. Lara spürte, wie ihr ganzer Körper reagierte, eine flüssige Hitze breitete sich zwischen ihren Beinen aus. — Meine Runde — sagte er und spielte eine Pik-Zwei. — Frage oder Kuss? Sie zögerte nicht. — Kuss. Dieses Mal ließ er sie nicht warten. Er beugte sich über den Tisch, eine Hand an ihrem Nacken, und nahm ihren Mund mit einer Dringlichkeit, die ihr den Atem raubte. Der Kuss war tief, feucht, die Zähne streiften, die Zungen verschlangen sich in einem Rhythmus, der etwas viel Intimeres nachahmte. Lara krallte sich in sein Hemd, zog ihn näher, als könnte sie ihre Körper genau dort auf dem Tisch verschmelzen. Als er sich zurückzog, atmeten beide schwer. — Das — sagte er mit rauer Stimme — war erst der Anfang. Lara leckte sich über die Lippen und schmeckte ihn – Wein, Verlangen, Versprechen. — Dann lass uns sehen, was noch kommt. Daniel lächelte, doch bevor er antworten konnte, ließ ein Donnergrollen die Fenster erbeben und ließ die Kerzen flackern. Das Licht flackerte, tauchte sie für einen Moment in Dunkelheit, bevor es sich wieder stabilisierte. Der Wind heulte draußen, als würde der Sturm versuchen, hereinzukommen. — Ich glaube, die Natur wird ungeduldig — murmelte Lara und hielt seinen Blick fest. Daniel stand auf und streckte ihr die Hand entgegen. — Dann geben wir ihr, was sie will. Und ohne ein weiteres Wort zog er sie aus der Bibliothek, ließ die verstreuten Karten, den halbvollen Wein und die einsam brennenden Kerzen zurück, stumme Zeugen dessen, was kommen würde. Daniels Hand umschloss die ihre mit warmer Festigkeit, die Finger verflochten, als kennten sie bereits den Weg. Lara spürte, wie die Wärme ihren Arm hinaufstieg, ein elektrischer Strom, der sich in ihrem ganzen Körper ausbreitete und sie schwindelig machte. Der Flur der Hütte wurde nur von kleinen Wandleuchten erhellt, deren Flammen im Takt des draußen heulenden Windes tanzten. Die Dielen knarrten unter ihren eiligen Schritten, als würde selbst das alte Holz die Vorfreude auf das Kommende spüren. — Kennen Sie diesen Ort gut? — fragte Lara mit leiser Stimme, die fast vom Sturm verschluckt wurde. Daniel blickte über die Schulter zu ihr, ein langsames Lächeln spielte um seine Lippen. — Besser, als ich dachte. Die Bibliothek lag am Ende des Flurs, eine massive Eichenholztür mit geschnitzten Details, die Geschichten anderer Gäste, anderer Begegnungen zu erzählen schienen. Als er sie öffnete, umfing sie der Geruch alter Bücher und geölten Holzes, vermischt mit dem zarten Duft von Lavendel, der von einem versteckten Blumenstrauß zwischen den Regalen stammte. Lara betrat den Raum zuerst, die Augen wanderten über die hohen Regale, die ledergebundenen Bände, die vom Alter abgenutzten Samtsessel. In einer Ecke knisterte ein Kamin und warf bewegliche Schatten an die Wände, als würden die Bücher selbst lebendig werden und Geheimnisse flüstern. — Perfekt — murmelte sie, mehr zu sich selbst als zu ihm. Daniel schloss die Tür hinter ihnen, das Klicken des Schlosses hallte wie eine Einladung. Lara trat näher an den Kamin, streckte die Hände dem Feuer entgegen und spürte, wie die Wärme ihre Haut liebkoste. Hinter ihr hörte sie das Klirren von Glas, und als sie sich umdrehte, sah sie Daniel, der zwei Gläser Wein aus einer Flasche auf einem Beistelltisch einschenkte. Er reichte ihr eines, die Finger streiften die ihren, als Lara es entgegennahm. — Zum Wärmen — sagte er mit rauer Stimme. Sie führte das Glas an die Lippen, der rubinrote Wein glitt ihre Kehle hinab, süß und brennend. Daniel beobachtete sie, ohne den Blick abzuwenden, während er trank, und Lara spürte das Gewicht dieses Blicks wie eine körperliche Berührung, als würde er sie bereits erkunden, jede Kurve, jedes Geheimnis entdecken. Der Wein hinterließ eine Spur von Feuer in ihrer Brust, und sie wusste, dass nicht nur das Getränk sie so zittrig und begierig machte. — Sie zittern — bemerkte er und trat näher. — Nicht vor Kälte. Daniel lächelte langsam und gefährlich. — Wovor dann? Lara antwortete nicht. Stattdessen stellte sie das Glas auf den Tisch und schloss die Distanz zwischen ihnen, die Finger glitten über seine Brust und spürten den beschleunigten Rhythmus seines Herzschlags unter dem Hemd. Er rührte sich nicht, beobachtete sie nur, die dunklen Augen funkelten im Schein der Flammen. — Sie reden zu viel — murmelte sie und zog ihn am Hemdkragen zu sich. Der erste Kuss war wie ein Blitz, plötzlich und überwältigend. Lara schmeckte den Wein auf seiner Zunge, vermischt mit Daniels einzigartigem Geschmack – etwas Warmes, Männliches, Berauschendes. Er zog sie an sich, eine Hand an ihrer Taille, die andere in ihren Haaren vergraben, neigte ihren Kopf, um den Kuss zu vertiefen. Lara stöhnte gegen seinen Mund, die Finger krallten sich in seine Schultern, die Nägel gruben sich in den Stoff des Hemdes. Daniel schob sie sanft gegen das nächstgelegene Regal, sein Körper presste sich gegen ihren, und Lara spürte jeden Zentimeter von ihm – hart, heiß, fordernd. Seine Hände glitten über ihren Rücken, hinab zur Kurve ihrer Hüfte, zogen sie noch enger an sich. Sie bog sich ihm entgegen, spürte die Härte seines Verlangens, und ein Schauer lief ihr über den Rücken. — Sie haben keine Ahnung, was Sie mit mir anstellen — flüsterte er gegen ihre Lippen, die Stimme rau vor Verlangen. — Dann zeigen Sie es mir. Die Worte waren eine Einladung, ein Befehl, und Daniel zögerte nicht. Seine Hände glitten seitlich an ihrem Körper hinauf, die Daumen streiften die Unterseite ihrer Brüste, bevor sie sich um sie schlossen und mit einem köstlichen Druck zudrückten. Lara stöhnte, der Kopf fiel gegen das Regal, die Bücher hinter ihr wackelten leicht. Daniel nutzte den Zugang, die Lippen zogen eine Spur von Küssen ihren Hals hinab, knabberten an der empfindlichen Haut und hinterließen Male, von denen sie wusste, dass sie am nächsten Morgen noch sichtbar sein würden. — Daniel... — flüsterte sie, sein Name eine Bitte. Er antwortete nicht mit Worten. Stattdessen glitten seine Hände zum Saum ihres Kleides und zogen es hoch, die Finger streiften die nackte Haut ihrer Oberschenkel. Lara erschauderte, spürte die kühle Luft der Bibliothek im Kontrast zur Hitze seines Körpers. Plötzlich hob Daniel sie hoch, ihre Beine schlangen sich um seine Taille, und er trug sie zu einem der Samtsessel, setzte sich mit ihr auf dem Schoß. — So ist es besser — murmelte er, die Lippen fanden die ihren erneut. Lara bewegte sich gegen ihn, spürte ihn hart zwischen ihren Beinen, die Reibung sandte Wellen der Lust durch ihren Körper. Daniels Hände erkundeten jeden Zentimeter von ihr, zogen das Kleid herunter, bis ihre Brüste frei lagen, die Brustwarzen hart von der Luft und seiner Berührung. Er nahm sie abwechselnd in den Mund, die Zunge umkreiste sie, die Zähne knabberten sanft, und Lara bog sich ihm entgegen, die Nägel gruben sich in seine Schultern. — Verdammt, Lara... — stöhnte er, die Stimme gedämpft gegen ihre Haut. Sie antwortete nicht. Konnte nicht. Stattdessen glitten ihre Hände zu seinem Gürtel, die zitternden Finger öffneten ihn, zogen den Reißverschluss herunter. Daniel half ihr, hob sich gerade so weit, um die Hose und die Unterwäsche loszuwerden, und zog sie dann zurück auf seinen Schoß, seine nackte Haut gegen ihre, heiß und pulsierend. Lara stöhnte, als sie spürte, wie seine Spitze ihre feuchte Öffnung streifte. Sie bewegte sich, versuchte, ihn in sich aufzunehmen, doch Daniel hielt ihre Hüften fest und hinderte sie daran. — Noch nicht — flüsterte er, die dunklen Augen auf sie gerichtet. — Warum? — fragte sie atemlos. — Weil ich will, dass Sie sich an jede Sekunde dieser Nacht erinnern. Bevor sie antworten konnte, drehte er sie plötzlich um, legte sie auf den Sessel, der weiche Samt unter ihrem Rücken. Lara blickte zu ihm auf, die Augen weit aufgerissen, doch Daniel lächelte nur, kniete sich zwischen ihre Beine. Er schob ihren Slip zur Seite, die Finger glitten durch ihre Feuchtigkeit, und Lara biss sich auf die Lippe, um ein Stöhnen zu unterdrücken. — So nass... — murmelte er, die Augen auf sie gerichtet, während ein Finger langsam, bedächtig in sie eindrang. Lara bog sich ihm entgegen, die Hände krallten sich in die Armlehnen des Sessels, die Lust fast unerträglich. Daniel fügte einen zweiten Finger hinzu, bewegte sie in einem quälenden Rhythmus, während sein Mund sich senkte, die Zunge ihren Kitzler fand, leckte, saugte und sie an den Rand des Abgrunds trieb. — Daniel, bitte... — flehte sie mit gebrochener Stimme. Er hörte nicht auf. Stattdessen beschleunigte er das Tempo, Finger und Zunge arbeiteten im perfekten Einklang, bis Lara spürte, wie sich der Orgasmus näherte, eine gewaltige, überwältigende Welle. Sie schrie, als er sie traf, der Körper bebte, die Beine pressten seine Schultern zusammen, während die Lust sie verzehrte. Daniel stand auf, die Lippen glänzten von ihrer Feuchtigkeit, die Augen dunkel vor Verlangen. Er beugte sich über sie, die Hand führte seinen Schwanz zu ihrem Eingang, und Lara stöhnte, als sie spürte, wie seine Spitze ihren noch empfindlichen Kitzler streifte. — Jetzt — flüsterte sie, die Augen auf ihn gerichtet. — Jetzt, Daniel. Er brauchte keine weitere Aufforderung. Mit einer langsamen Bewegung drang er in sie ein, Zentimeter für Zentimeter, füllte sie auf eine Weise, die sie sich aufbäumen ließ, die Nägel gruben sich in seine Arme. Daniel stöhnte, der Kopf fiel nach hinten, die Muskeln seines Halses spannten sich. — Verdammt, Lara... — murmelte er und begann, sich zu bewegen. Jeder Stoß war tief, bedacht, und Lara spürte, wie sich die Lust erneut aufbaute, intensiver, drängender. Sie schlang die Beine um seine Taille, zog ihn näher, tiefer, bis kein Raum mehr zwischen ihnen war, nur Hitze, Schweiß und Verlangen. Daniel küsste sie, die Zunge drang in ihren Mund ein, und Lara schmeckte sich selbst auf ihm, ein salziger, süßer Geschmack, der sie noch mehr erregte. Seine Hände erkundeten ihren Körper, drückten ihre Brüste, zwickten in ihre Brustwarzen, während seine Stöße schneller, wilder wurden. — Ich komme — stöhnte er gegen ihre Lippen. — Ich auch — flüsterte sie und spürte, wie sich der Orgasmus erneut näherte, eine gewaltige Welle, die sie zu verschlingen drohte. Und dann passierte es. Lara schrie, der Körper bebte, während die Lust sie verzehrte, und Daniel folgte ihr, vergrub sich ein letztes Mal tief in ihr, die Muskeln angespannt, ihr Name entwich seinen Lippen in einem rauen Stöhnen. Für einen Moment gab es nichts außer dem Geräusch ihrer keuchenden Atemzüge, dem Knistern des Kamins und dem Heulen des Windes draußen. Lara spürte das Gewicht seines Körpers auf ihrem, die beschleunigten Schläge ihrer Herzen, und wusste, dass diese Nacht noch lange nicht vorbei war. Daniel stützte sich auf die Ellbogen und blickte sie mit einem zufriedenen Lächeln an, doch die Augen waren noch immer voller Verlangen. — Das — murmelte er und strich mit den Lippen über ihre — war erst der Anfang. Lara lächelte, die Hände glitten über seinen Rücken und spürten die angespannten Muskeln unter der Haut. — Dann lass uns sehen, was diese Nacht noch für uns bereithält. Und bevor er antworten konnte, schob sie ihn weg, wechselte die Positionen und war bereit, jeden Zentimeter von ihm zu erkunden, all die Freuden zu entdecken, die noch kommen würden. Daniel lachte leise, ein rauer Klang, der gegen Laras Haut vibrierte, als sie sich über ihn beugte, die Knie im weichen Bett versanken. Das Feuerlicht tanzte auf ihren Kurven, warf goldene Schatten auf ihre Brüste, ihre Taille, die Schenkel, die ihn nun umfingen. Er hob die Hände, doch sie packte seine Handgelenke und drückte sie über seinem Kopf zusammen, mit einem schelmischen Lächeln. — Noch nicht — flüsterte sie und beugte sich vor, bis ihre Lippen fast seine berührten. — Du hattest deine Chance. Jetzt bin ich dran. Sein warmer Atem ließ Daniel für einen Moment die Augen schließen, der Körper reagierte, noch bevor sie ihn berührte. Als sie ihn schließlich losließ, widersetzte er sich nicht. Er ließ zu, dass sie ihn erkundete, mit den Fingern die Konturen seiner Schultern, Arme und Brust nachzeichnete. Sie verweilte an seinen Brustwarzen, strich mit den Nägeln darüber, bis er den Rücken durchbog und ein Stöhnen zwischen den Zähnen entwich. — Gefällt dir das? — fragte sie mit leiser Stimme. — Du weißt, dass es so ist — antwortete er mit rauer Stimme. Lara lächelte zufrieden und glitt tiefer, die Lippen ersetzten die Finger. Ihre Zunge war heiß und feucht, zeichnete langsame Kreise, während ihre Hände über seinen Bauch glitten und fanden, was bereits hart und pulsierend war. Daniel seufzte, als sie ihn umfasste, die Finger schlossen sich um die Basis und begannen eine langsame, quälende Bewegung. — Lara... — stöhnte er, die Hüften hoben sich unwillkürlich. — Pssst — murmelte sie und blies warme Luft über die empfindliche Haut. — Lass mich mich um dich kümmern. Und dann nahm sie ihn in den Mund. Die feuchte Hitze umfing ihn, ihre Zunge arbeitete mit geübten Bewegungen, während die Hände nicht aufhörten zu streicheln. Daniel vergrub die Finger in den Laken, der ganze Körper angespannt, kämpfte darum, die Kontrolle nicht zu früh zu verlieren. Doch Lara hatte keine Eile. Sie kostete ihn, leckte, saugte, neckte, bis er am Rande des Abgrunds stand. — Genug — knurrte er und zog sie mit einem plötzlichen Ruck nach oben. — Wenn du so weitermachst, halte ich nicht durch. Lara lachte, ein sanfter, provokanter Klang, während sie sich wieder auf ihn setzte. Doch diesmal gab es kein Vorspiel. Sie senkte sich hinab, führte ihn mit bedächtiger Langsamkeit in sich ein, die Augen auf seine gerichtet, während sie sich Zentimeter für Zentimeter füllte. — Verdammt — stöhnte Daniel, die Hände packten ihre Hüften mit festem Griff. — Du bist unglaublich. Lara begann sich zu bewegen, zunächst langsam, die Hüften kreisten in trägen Bewegungen, die beiden zum Stöhnen brachten. Doch bald beschleunigte sich der Rhythmus, die Körper prallten in einem frenetischen Takt aufeinander. Das Geräusch von Haut, die aufeinandertraf, vermischte Stöhnen erfüllte den Raum und übertönte sogar das Heulen des Windes draußen. Daniel setzte sich auf, umschlang sie mit den Armen, und Lara schlang die Beine um seine Taille, die Körper eng aneinandergedrückt, ohne Raum für etwas anderes als Lust. Er biss sanft in ihre Schulter, dann in ihren Hals, während seine Hände jeden Zentimeter von ihr erkundeten, jede empfindliche Stelle fanden. — Fester — bat sie mit gebrochener Stimme. Daniel gehorchte, wechselte die Positionen mit einer schnellen Bewegung und drückte sie unter sich. Er drang mit Kraft in sie ein, die Hüften schlugen in einem unerbittlichen Rhythmus gegen ihre, während Lara den Rücken durchbog und die Nägel in seinen Rücken grub. — So — stöhnte sie, die Augen halb geschlossen. — Hör nicht auf. Er hörte nicht auf. Beschleunigte noch mehr, die schweißnassen Körper, die Stöhnen wurden lauter, drängender. Lara spürte, wie sich der Orgasmus näherte, eine heiße Welle, die in ihr aufstieg, und Daniel war ebenfalls nah, die Muskeln angespannt, der Atem stoßweise. — Komm mit mir — murmelte er mit rauer Stimme. Und Lara gehorchte. Die Lust traf sie wie eine Explosion, der Körper bebte, die inneren Muskeln zogen sich um ihn zusammen. Daniel folgte ihr, vergrub sich ein letztes Mal tief in ihr, die Stöhnen vermischten sich, während der Höhepunkt sie beide verzehrte. Für einen langen Moment gab es nichts außer dem Geräusch ihrer keuchenden Atemzüge, dem Knistern des Kamins und dem Heulen des Windes draußen. Lara spürte das Gewicht seines Körpers auf ihrem, die beschleunigten Herzschläge, die schweißnasse Haut. Daniel stützte sich auf die Ellbogen und blickte sie mit einem zufriedenen Lächeln an, doch die Augen waren noch immer voller Verlangen. — Das — murmelte er und strich mit den Lippen über ihre — war erst der Anfang. Lara lächelte, die Hände glitten über seinen Rücken und spürten die angespannten Muskeln unter der Haut. — Dann lass uns sehen, was diese Nacht noch für uns bereithält. Und bevor er antworten konnte, schob sie ihn weg und wechselte erneut die Positionen. Daniel lachte überrascht, widersetzte sich jedoch nicht, als Lara sich zwischen seine Beine kniete und mit den Fingern träge Kreise an der Innenseite seiner Oberschenkel zeichnete. — Du wirst nicht müde, oder? — fragte er mit noch rauer Stimme. — Von dir? — Sie beugte sich vor und küsste die empfindliche Haut knapp unter seinem Bauchnabel. — Niemals. Daniel schloss die Augen, der Körper reagierte sofort auf ihre Berührung. Lara hatte keine Eile. Sie neckte ihn, küsste, leckte, biss sanft zu, bis er wieder hart und bereit war. Und als sie ihn schließlich in den Mund nahm, konnte Daniel ein lautes Stöhnen nicht unterdrücken, die Hände vergruben sich in ihren Haaren. Die Nacht war noch lange nicht vorbei. Das erste Morgenlicht drang durch die groben Leinenvorhänge und webte goldene Fäden über die zerwühlten Laken. Lara erwachte mit dem warmen Gewicht eines Männerarms um ihre Taille, Daniels gleichmäßiger, tiefer Atem an ihrem Nacken. Die Luft roch nach Sex und verbranntem Holz, vermischt mit dem frischen Duft von Kaffee, der aus der Küche der Hütte aufstieg. Sie blieb einen Moment reglos liegen und genoss die Stille, die Haut noch immer kribbelnd an den Stellen, wo seine Hände sie Stunden zuvor erkundet hatten. Neben ihr bewegte sich Daniel, die Lippen streiften ihre Schulter in einem schläfrigen Kuss. — Guten Morgen — murmelte er, die Stimme rau vom Schlaf und allem, was sie getan hatten. Lara drehte sich langsam um und begegnete seinen Augen – dunkel, aber bereits wach, als würde auch er jeden Moment der Nacht noch einmal durchleben. Sie lächelte und strich mit den Fingern über die Kontur seines Kiefers, spürte den leichten Bartschatten, der ihre Haut kratzte. — Guten Morgen — antwortete sie leise. — Der Sturm ist vorbei. Daniel stützte sich auf einen Ellbogen und betrachtete sie mit einer Intensität, die sie an den ersten Blick vor dem Kamin erinnerte. Das Feuer war nun nur noch Asche, doch die Wärme zwischen ihnen blieb, wie Glut unter der Oberfläche. — Und wir auch — sagte er, die Hand glitt über ihre Hüfte und zog sie näher. — Wir haben überlebt. Lara lachte, der Körper reagierte auf die Berührung, selbst nach so vielen Stunden. Doch etwas war anders im Morgenlicht, etwas, das sie bewusster, präsenter machte. Sie löste sich mit einem Seufzer und setzte sich im Bett auf, zog das Laken über ihre Brüste. — Ich brauche eine Dusche — verkündete sie, obwohl sie eigentlich nur hierbleiben wollte, in ihn eingewickelt, jede Berührung wiederholend, bis die Außenwelt sie zwingen würde, in die Realität zurückzukehren. Daniel protestierte nicht. Er beobachtete nur, wie sie aufstand, das Laken zu Boden gleiten ließ und die Male enthüllte, die er hinterlassen hatte – kleine Blutergüsse an den Oberschenkeln, ein Biss auf der Schulter, die gerötete Haut, wo sein Bart sie gekratzt hatte. Er lächelte zufrieden und streckte sich wie ein fauler Kater auf dem Bett aus. — Ich bestelle Kaffee auf der Veranda — sagte er und stand ebenfalls auf, nackt und ohne Scham. — Es sei denn, du möchtest Gesellschaft unter der Dusche. Lara warf ihm einen Blick über die Schulter zu und bewertete das Angebot. Das heiße Wasser auf der empfindlichen Haut wäre eine köstliche Qual, doch sie wusste, wenn er mit ihr ginge, würden sie nicht so schnell wieder herauskommen. — Ein anderes Mal — versprach sie und zwinkerte. — Heute möchte ich die Sonne sehen. Daniel nickte, griff nach einer Jogginghose vom Boden und zog sie ohne Eile an. Bevor sie im Bad verschwand, zog er sie für einen schnellen Kuss zu sich, die Lippen noch warm vom Schlaf. — Lass dir nicht zu viel Zeit — murmelte er gegen ihren Mund. Das Badezimmer der Hütte war klein, aber gemütlich, mit alten Fliesen und einer tiefen Wanne, die Lara sich perfekt für Winternächte vorstellte. Sie drehte den Wasserhahn auf und ließ das Wasser über ihre Haut brennen, wusch Schweiß, seinen Geruch, die Spuren der Nacht ab. Doch egal, wie sehr sie sich schrubbte, die Erinnerung an Daniels Finger, die sich mit ihren verflochten, an die erstickten Stöhnen in das Kissen, an das Gewicht seines Körpers auf ihrem – all das blieb, nicht nur auf der Haut, sondern irgendwo tiefer. In einen flauschigen Bademantel gewickelt, trocknete Lara sich die Haare mit einem Handtuch und band sie zu einem unordentlichen Dutt. Im Spiegel funkelten ihre Augen auf eine Weise, die sie seit Monaten, vielleicht Jahren nicht mehr gesehen hatte. Es war, als hätte die letzte Nacht Schichten von Müdigkeit, von Routine abgestreift und nur das Wesentliche zurückgelassen – lebendig, pulsierend. Als sie ins Zimmer zurückkehrte, fand sie Daniel bereits angezogen vor, mit einem offenen Leinenhemd auf der Brust und einer dampfenden Tasse Kaffee in der Hand. Er hatte das Bett gemacht, die verstreuten Kleidungsstücke aufgesammelt und die Vorhänge geöffnet, sodass das Morgenlicht den Raum erfüllte. — Dein Kaffee — sagte er und reichte ihr die Tasse. — Schwarz, ohne Zucker. So wie du ihn magst. Lara nahm sie überrascht entgegen. Sie erinnerte sich nicht, erwähnt zu haben, wie sie ihren Kaffee trank. — Du hast aufgepasst — bemerkte sie und führte die Tasse an die Lippen. — Auf alles — antwortete er schlicht. Die darauffolgende Stille war nicht unangenehm, aber voller Bedeutung. Sie sahen sich an, und Lara wusste, dass auch er an die letzte Nacht dachte – nicht nur an die verschlungenen Körper, sondern an die Gespräche, die Blicke, die Art, wie sie sich ohne Eile entdeckt hatten, als hätten sie alle Zeit der Welt. — Lass uns auf die Veranda gehen — schlug Daniel vor und brach den Zauber, bevor er zu schwer wurde. Die Veranda der Hütte bot einen Blick auf ein Tal, das von leichtem Nebel bedeckt war, wo die ersten Sonnenstrahlen die Berge in Gold und Rosa tauchten. Die Luft war frisch, aber nicht kalt, und der Geruch von feuchter Erde vermischte sich mit dem Aroma von Kaffee und frisch gebackenem Brot, das die Besitzerin der Hütte in einem Korb bereitgestellt hatte. Lara setzte sich in einen Korbstuhl, zog die Knie an die Brust, während Daniel sich gegen das Geländer lehnte und die Landschaft betrachtete. — Es ist wunderschön hier — sagte sie nach einem langen Schluck Kaffee. — Ja — stimmte er zu, doch seine Augen waren auf sie gerichtet, nicht auf die Aussicht. Lara tat so, als würde sie es nicht bemerken, doch ein Lächeln entwich ihr. Sie nahm ein Stück Brot und bestrich es langsam mit Butter, als wäre jede Bewegung eine Provokation. — Reist du heute ab? — fragte sie beiläufig. Daniel zögerte. Dann schüttelte er den Kopf. — Meine Reservierung geht bis morgen. Aber ich kann früher abreisen, wenn du möchtest. — Das möchte ich nicht — antwortete sie zu schnell. Er lachte leise. — Gut. Denn ich auch nicht. Sie schwiegen erneut, doch diesmal war es ein einvernehmliches Schweigen, voller Möglichkeiten. Lara trank ihren Kaffee aus und stand auf, trat näher zu ihm. Daniel rührte sich nicht, als sie nur Zentimeter entfernt stehen blieb, die Finger streiften den Stoff seines Hemdes. — Was machst du heute? — fragte sie mit sanfter Stimme. — Kommt drauf an — murmelte er, die Hände fanden ihre Taille. — Was bietest du an? Lara lächelte und beugte sich vor, um ihn zu küssen. Es war ein langsamer, träumerischer Kuss, als hätten sie alle Zeit der Welt. Als sie sich zurückzog, streiften ihre Lippen noch immer seine. — Eine Wanderung zum Wasserfall — schlug sie vor. — Dann Mittagessen in der Stadt. Und heute Abend... — sie ließ den Satz in der Luft hängen, die Augen funkelten. Daniel hielt ihr Gesicht, der Daumen zeichnete die Kontur ihres Mundes nach. — Heute Abend — beendete er — werden wir es herausfinden. Das Frühstück verlief ruhig, aber voller süßer Spannung. Sie sprachen über Belanglosigkeiten – das Wetter, die Architektur der Hütte, die Bücher, die Lara in der Bibliothek gesehen hatte. Doch zwischen jedem Wort, jedem Lachen, lag das Bewusstsein dessen, was geschehen war und was noch geschehen könnte. Als sie fertig waren, stand Daniel auf und streckte ihr die Hand entgegen. — Gehen wir? Lara nahm sie, die Finger verflochten sich mit seinen. Gemeinsam stiegen sie die Treppe der Hütte hinab, die Schritte leicht, als würden sie schweben. Draußen hatte die Sonne den Nebel vertrieben, und die Welt wirkte neu, strahlend, voller Versprechen. — Glaubst du, das wird halten? — fragte Lara plötzlich, während sie den Pfad zum Wasserfall entlanggingen. Daniel blieb stehen und drehte sich zu ihr um. Seine Augen waren ernst, doch ein Lächeln spielte um seine Lippen. — Ich weiß es nicht — gab er zu. — Aber das ist jetzt nicht wichtig. — Nicht? Er schüttelte den Kopf. — Wichtig ist nur, dass wir im Moment nur wir sind. Und das reicht. Lara lächelte und zog ihn näher zu sich. — Das reicht — stimmte sie zu. Und dann küssten sie sich erneut, dort, unter der Morgensonne, in dem Wissen, dass, egal was die Zukunft bringen würde, diese Nacht – diese Verbindung – niemals vergessen werden würde.

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